![]()
|
Donnerstag, 14.Oktober 1999 Tierschutz / Experten des Naturparks in Nordthüringen möchten der Stadt Tipps geben Bären sollten im Fort toben könnenGruppe ¸¸Biber'' hat 6300 Unterschriften für Erweiterung des Zwingers gesammeltDie Ulmer Tierschutz-Gruppe ¸¸Biber'' hat 6300 Unterschriften für eine Erweiterung des Bärengeheges in der Au gesammelt. Überregionale Bärenexperten hätten Verbesserungsvorschläge parat. Die Beschlussvorlage wird aber erst im Frühjahr dem Gemeinderat vorgelegt. CAROLIN STÜWE Ulmer Tierschützer wollen die Zeit des kommunalen Wahlkampfes nutzen und die Diskussion um das Dauerthema Ulmer Bärengehege erneut entfachen. Dazu hat die Aktionsgruppe ¸¸Biber'' nach Angaben ihres Sprechers Dr.Pedro de la Fuente 6300Unterschriften gesammelt. Die Liste mit der Forderung, das Bärengehege ins Fort Friedrichsau hinein zu vergrößern, wollen die Tierschützer Anfang November Oberbürgermeister Ivo Gönner überreichen, ¸¸damit er sein damaliges Wahlversprechen, das Gehege zu vergrößern, endlich einlöst'' (de la Fuente). Laut Dr.Peter Laipple, dem Leiter des für die drei Braunbären - 27 und je 5 Jahre alt - zuständigen städtischen Grünflächenamtes, soll die Beschlussvorlage über die Zukunft der Ulmer Bären aber erst im Frühjahr dem Fachbereichs-Ausschuss beziehungsweise Gemeinderat vorgelegt werden. Bis jetzt habe er weder Pläne noch Kostenvoranschläge vorliegen, noch nicht einmal von den Tierschützern. Auch für Kontakte zu Bärenexperten sei es noch zu früh. Laipple stützt sich lediglich auf ein Gutachten des Veterinäramtes, in dem es beispielsweise heißt: ¸¸Allein die Tatsache, dass die Bären einen Winterschlaf halten, ist ein Indiz für artgerechte Haltung.'' ¸¸Falsch'', sagt Rüdiger Schmiedel, Geschäftsführer des Deutschen Tierhilfswerks und Vorsitzender der Aktion Bärenhilfswerk mit Tierpark in Worbis (Thüringen). Er habe alle 220 Bärenhaltungen in Deutschland erfasst und kenne die Ulmer Einrichtung. Er habe die drei Bären gefilmt und vor allem bei der 27-jährigen Bärin derart schwere Verhaltensstörungen festgestellt, dass er eher dazu neige, das Alttier einschläfern zu lassen. Die Bärin webt unter anderem. Das heißt, sie läuft immer dieselbe Strecke an der Kante des Zwingergrabens hin und her. ¸¸Keineswegs artgerecht'' Für die beiden Jungtiere müsse das Gehege aber trotzdem erweitert werden, weil es lediglich den Mindestanforderungen entspreche, aber keineswegs artgerecht sei, sagt Schmiedel. Jedoch ließe sich mit wenig Aufwand - Bären haben großen Respekt vor Elektrozäunen - etliches vor Ort erreichen. Schmiedel plädiert für einen Rundgang durchs Fort, wo die zwei Bären auf naturbelassenem Boden toben könnten. Uwe Lagemann, der Leiter des Thüringer Bärenparks, hat beobachtet, dass alte Zoo- oder Zirkusbären sich nicht mehr an die neue Umgebung anpassen. ¸¸Auch die alte Ulmer Bärin würde trotz Erweiterung vorne am Graben weiterweben.'' Lagemann und Schmiedel bedauern, dass bisher weder die Stadt Ulm noch die Gruppe ¸¸Biber'' Kontakt mit ihnen aufgenommen hat. Dazu de la Fuente: Seine Skepsis beruhe auf Vorfällen, die ihm in Sachen Tierhilfswerk in der Vergangenheit zu Ohren gekommen seien.
|
||
|
|
Zum Seitenanfang | |
Copyright
1998 by
Südwest
Presse
. Screendesign BaseLab . Providing MSH . ![]() |