Hähnchenmast:
Tierschützer schlagen Alarm:
Viele Verbraucher weichen aufgrund des Rinderwahnsinns auf Geflügelfleisch aus, doch Tierschützer meinen, das sei der falsche Weg.
Das gilt, für jeden einleuchtend, ganz bestimmt für Straußenfleisch aus deutschen Landen, schon deshalb, weil Strauße als Laufvögel der afrikanischen Steppe in unseren Breiten unter (land-)wirtschaftlichen Bedingungen nicht artgerecht gehalten werden können.
Auch der Verzehr von anderem Geflügelfleisch, wie zum Beispiel von Hähnchen, kann nicht als wirkliche Alternative gesehen werden, denn Hähnchen gehören zu den wohl am meisten gequälten Tieren in der Massentierhaltung:
Fünf Wochen lang leben Masthähnchen, 20 Tiere pro Quadratmeter (mancherorts auch viel mehr), unter Dauerlicht und haben nur eines im Sinn: FRESSEN! Man hat ihnen nämlich das Sättigungszentrum im Gehirn kaputtgezüchtet und so kommt es, daß sie noch weiter fressen, obwohl sie eigentlich schon längst satt sein müßten. Man hat ihnen Fress-Sucht angezüchtet, denn sie sollen ja möglichst schnell möglichst viel Fleisch "produzieren".
Bei so viel Fleischansatz kommt das Skelett der Jungtiere nicht mehr mit. Bis zu 70% der Tiere haben Bewegungs-Unregelmäßigkeiten! Bei sehr vielen dieser jungen Fleischkolosse knickt ein Bein nach außen (Beinschwäche-Syndrom, twisted legs) durch Abgleiten der Achillessehne vom Sprunggelenk (Perosis) oder durch abnormales Knorpelwachstum. Sie humpeln sozusagen auf dem Knie herum und kein Tierarzt hilft ihnen, weil das für den Mäster viel zu teuer wäre. Sie bringen ja nicht mehr als 50 Pf/Tier ein.
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In dieser drangvollen Enge "leben" Masthähnchen gegen Ende ihres
35-tägigen "Lebens". |
Auch der Kreislauf dieser armseligen Tiere macht schlapp: Nur ein paar Schritte in Richtung des Futtertroges oder der Tränke können sie laufen und müssen dann eine Verschnaufpause einlegen. Aber das ist ja dem Hähnchenmäster gerade recht; Bewegung würde ja sie schlanker machen! Wenn sie eingefangen und zum Schlachthof gebracht werden, dann sterben die Tiere, kein Wunder, reihenweise an Herzversagen.
Würden die Broiler nicht schon nach 5 Wochen bei einem Gewicht von 1,4 bis 1,5 kg geschlachtet werden, würden sich die meisten zu Tode fressen. So sind es "nur" ca. 5% von ihnen, d.h. in Deutschland jährlich ca. 20 Millionen (in Worten: zwanzig!) Tiere, die unter der Last oder an den Folgen des eigenen Gewichtes vorzeitig sterben. Sie brechen auf dem Weg zum Futter oder zum Wasser zusammen und verenden dort, beispielsweise durch Verdursten. Spätestens am nächsten Tag wird sie der Hähnchenmäster aufsammeln (eimerweise oder schubkarrenweise) und in einen Container werfen.
Was wird wohl nun passieren, wenn aufgrund des BSE-Skandals die Nachfrage nach Geflügel steigt? Ganz Einfach! Man steckt jetzt z.B. 20% mehr Küken in den gleichen Stall und in fünf Wochen gibt es vielleicht 15% mehr Hähnchen. Daß diese armen Tiere noch mehr leiden und für Fehler in der britischen Rinderzucht herhalten mußten, wird man ihnen in der Kühl- oder Gefriertruhe nicht anmerken...
Ach, übrigens: In Deutschland werden auch Hähnchen mit Tiermehl
gefüttert. Nicht viel anders als die britischen Rinder...
Liebe Verbraucher, denken Sie daran, wenn Sie vorhaben, ein Hähnchen zu kaufen!
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"Tiere sind meine Freunde... ... und meine Freunde esse ich nicht!" B. G. Shaw |