Tübinger Initiative gegen die geplante Bioethik-Konvention

Dr. Rolf J. Lorenz, Erlenweg 40, 72076 Tübingen Tel.: 07071-600111; FAX: 07071-930479


Prospekt des
Francke Verlag Tübingen und Basel

Marcus Düwell / Dietmar Mieth (Hrsg.)
Unter Mitarbeit von Uta Knoerzer

Ethik in der Humangenetik

Die neueren Entwicklungen der genetischen Frühdiagnostik aus ethischer Perspektive

Ethik in den Wissenschaften 10, 1998, 516 Seiten, DM 86,-/ÖS 628,-/SFr 77,- ISBN 3-7720-2620-6

Die Entwicklung der molekularen Genetik scheint das zukünftige Profil der Medizin weitgehend zu verändern. Während die genetische Therapie jedoch noch wenig entwickelt ist, zeichnen sich immer größere Möglichkeiten der genetischen Diagnose ab. Krankheiten und Krankheitsdispositionen werden zunehmend weniger als schicksalhafte Gegebenheiten erfahren, sondern sie werden zum Gegenstand menschlichen Handelns und menschlicher Entscheidungen. Genetische Diagnose an Embryonen und Feten gehören inzwischen zum Standard medizinischer Untersuchungen. Mit der genetischen Präimplantationsdiagnostik ist es sogar möglich, in Verbindung mit einer künstlichen Befruchtung eine genetische Diagnose vor einer Implantation in die Gebärmutter durchzuführen.

Die medizinische Entwicklung wird bereits seit Jahrzehnten auch öffentlich diskutiert. Sie hat zu großen Kontroversen geführt, zu internationalen Deklarationen und zu eigenen gesetzlichen Regelungen. Auch die ethischen, sozialen, psychischen und rechtlichen Aspekte dieser Entwicklung sind vielfältig diskutiert worden. Während bereits mehrfach die verschiedenen Regelungsprobleme der Humangenetik im Überblick aufgezeigt wurden, versucht dieser Sammelband, die Problembereiche genauer zu untersuchen, die sich in der ethischen Diskussion als zentral herausgestellt haben. Dabei konzentriert sich der Band ganz auf die Möglichkeiten der genetischen Frühdiagnostik an Embryonen und Feten.


Regine Kollek

Präimplantationsdiagnostik

Embryonenselektion, weibliche Autonomie und Recht

Ethik in den Wissenschaften 11, 1998, ca. 150 Seiten, ca. DM 46,-/ÖS 336,-/SFr 44,- ISBN 3-7720-2621-4

Das menschliche Erbmaterial wird immer transparenter. Mithilfe der künstlichen Befruchtung erzeugte Embryonen können durch die Präimplantationsdiagnostik schon vor ihrer Übertragung in den weiblichen Körper auf Erbkrankheiten oder genetische Veranlagungen untersucht werden. Indem nur solche Embryonen übertragen werden, die die unerwünschten Merkmale nicht besitzen, besteht prinzipiell die Möglichkeit, spätere Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden.

Dem Nutzen, den die Methode für Paare mit einem Risiko für Erbkrankheiten haben kann, stehen medizinische Risiken sowie soziale und ethische Kosten gegenüber.

Ausgehend vom derzeitigen Stand des Wissens stellt das Buch die wissenschaftlichen und medizinischen Voraussetzungen und Grenzen der Präimplantationsdiagnostik dar. Es zeigt sich, daß eine Beschränkung dieses Verfahrens auf eine kleine Gruppe von Risikopatienten unrealistisch ist, und daß es sich zu einem Instrument der Selektion von in vitro Embryonen entwickeln kann.

Dabei wird die von allen Beteiligten betonte Autonomie der Frauen bei der Nutzung neuer Reproduktionstechniken durch verschiedene Faktoren eingeschränkt. Durch die wissenschaftlich-technische Entwicklung und die sozialen Rahmenbedingungen entstehen Erwartungshaltungen, denen das Individuum sich nur schwer entziehen kann. Die sozialen und ethischen Implikationen der Präimplantationsdiagnostik werden vor dem Hintergrund der deutschen Rechtslage diskutiert und bewertet.

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