Neuerscheinung
Zusammengestellt von Jobst Paul
Die Bioethik- und Grundwerte-Debatte in Deutschland ist inzwischen in unserem Land zu einem demokratischen Faktor mit eigenem Gewicht geworden. Auslöser waren zunächst die richtungsweisenden Analysen und Appelle vieler Behinderteninitiativen im Zusammenhang der Singer-Debatte von 1989/1990, die danach zu eingehenden Recherchen über die Hintergründe der internationalen bioethischen Dynamik führten.
Als die Bürgerinnen-Gruppe der 'Internationalen Initiative' in den Jahren seit 1993 das Projekt einer 'Bioethik-Konvention' des Europarats bekannt machte, konnte das faktisch-politische Gewicht der internationalen bioethischen Entwicklung nicht mehr geleugnet werden. Inzwischen haben wichtige Verbände und nicht zuletzt Parlamentarierinnen und Parlamentarier das Thema auf ihre Tagesordnung gesetzt. Mit der Vertagung einer Befassung des Bundestags mit der Konvention des Europarats im April 1998 ist lediglich ein Einschnitt auf dem Weg zu einer umfassenden europäischen Debatte markiert.
Dies nimmt Jobst Paul zum Anlaß, eine differenzierte Dokumentation des Gangs der Dinge seit 1993 vorzulegen. Aus der Masse der seit Jahren anfallenden Materialien hat er ein Mosaik erstellt, das zeigt, welche Vielfalt und Vielstimmigkeit hinter der 'Debatte' steht. Damit aber soll zugleich die eigene demokratische Legitimation der Debatte dokumentiert werden, an der Politik, Wissenschaft und Industrie nicht mehr vorbeikommen können.
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DISS, Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung
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