Tübinger Initiative gegen die geplante Bioethik-Konvention
Dr. Rolf J. Lorenz, Erlenweg 40, 72076 Tübingen Tel.: 07071-600111; FAX: 07071-930479
20. Dezember 1998
Anlage zum 14 . Z i r k u l a r der Tübinger Initiative gegen die geplante Bioethik-Konvention
Veranstaltungen
Das Kind als Schaden - Fachtagung zu interdisziplinären Einschätzungen höchstrichterlicher Rechtsprechung in ihrer Bedeutung für die Praxis von Schwangerschaft und Geburt. Am 23. Januar 1999 (10-16 Uhr) in Bremen, Tagungs-Zentrum Bremen (DGB-Haus), Bahnhofsplatz 22/28. Veranstalter: cara, Kritische Beratungsstelle zur vorgeburtlichen Diagnostik e.V. Bremen - in Kooperation mit dem Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V.. Kosten: 60 DM (erm. 40 DM). Auskunft und Anmeldung bei Cara e.V., Große Johannisstraße 110, 28199 Bremen, Tel. /Fax: 0421-591154.
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Ethik und Recht - Würde und Freiheit des Menschen in der biotechnologischen Revolution. Ein Begegnungsseminar für Juristinnen, Juristen, Lehrerinnen und Lehrer. 29. - 31. Januar 1999 im Albhotel Bauder in St. Johann-Lonsingen (bei Reutlingen). Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Neue Richtervereinigung e.V. Baden-Württemberg. Teilnahmegebühr: 200 DM (Studierende 120 DM). Auskunft und Anmeldung: LZ für pol. Bildung Bad.-Württ., Haus auf der Alb, Hanner Steige l, 72574 Bad Urach (Tel.: 07125-1520, Fax: -152100, e-mail: baacke@lpb.bwue.de), oder: Landessekretariat Neue Richtervereinigung e.V. Bad.-Württ., Christel Kolley, Guldenmannstr.22, 71229 Leonberg.
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"Optimierung" der Fortpflanzung? - Politisch-ethische Aspekte der Reproduktionstechnologien. 13. und 14.März 1999 in Berlin, Weiberwirtschaft eG, Anklamer Str. 38, 10115 Berlin-Mitte. Veranstalter: Das Genethische Netzwerk (GeN) in Zusammenarbeit mit dem Feministischen Frauen Gesundheitszentrum Berlin (FFGZ). Kosten: 80 DM (erm. 60 DM). Anmeldung bis 15.Januar bei GeN, Gabriele Pichlhofer, Schöneweider Str. 3, 12055 Berlin. Tel. 030-6857073, Fax: -6841183.
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Therapie bis zum bitteren Ende? - Innere und äußere Voraussetzungen der Patienten-Selbstbestimmung. Patientenforum zur Ethik in der Medizin. 13. und 14.Januar 1999 in der Evangelischen Akademie Tutzing. Schloss-Straße 2+4, 82327 Tutzing, Tel.: 08158-2510, Fax: -996444, Internet: http://www.ev-akademie-tutzing.de .
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Bücher, Zeitschriften und andere Papiere
Gegen Einsendung von 6,60 DM in Briefmarken kann die Broschüre in einer der drei folgenden Abgeordnetenbüros bestellt werden:
| Büro MdB Marliese Dobberthien, Christina Huhnt, Bundeshaus HT 1106 |
Tel.: 0228-168 5249 Fax : 0228-168 6617 |
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| Büro MdB Monika Knoche Christoph J.Rupprecht, Bundeshaus Atrium la |
Tel.: 0228-168 1596 Fax : 0228-168 6271 |
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| Büro MdB Wolfgang Wodarg Matthias Wolfschmidt, Bundeshaus NH 1605 |
Tel.: 0228-168 3371 Fax : 0228-168 6333 |
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| Postanschrift in allen Fällen: 53113 Bonn |
| Wer immer auf dem neuesten Stand der Dinge sein will, kommt nicht an
den beiden Zeitschriften vorbei:
BioSkop - Zeitschrift zur Beobachtung der Biowissenschaften. Hrsg. BioSkop e.V. (Neue Anschrift:) Bochumer Landstr. 144 a, 45276 Essen. Tel.: 0201-5366 706. Erscheint viermal jährlich, Jahresabo 50 DM. GID (Gen-ethischer Informations Dienst). Information & Kritik zu Gen- und Fortpflanzungstechnologien. Herausgeber, Verlag & Vertrieb: Gen-ethisches Netzwerk e.V., Schöneweider Str. 3, 12055 Berlin. Tel.: 030-685 7073, Fax: -684 1183. Erscheint alle zwei Monate. Jahresabo 70 DM. |
Weitere Titel auf dem beiliegenden
Bücherzettel!
| Bei der "Tübinger Initiative" wird derzeit eine ausführlichere Bücherliste vorbereitet, die auf Wunsch zugesandt wird. Bestellung (gegen Einsendung von 2,20 in Briefmarken) an die Anschrift auf der Titelweite des Zirkulars! |
Forschungsprojekt über die Situation pflegender Angehöriger von dementen Menschen an der Universität Tübingen.
Frau Claudia Braun, Psychologie-Studentin und Mitglied der "Tübinger Initiative", kennt die physischen und psychischen Probleme pflegender Familienangehöriger - der "versteckten Patienten" - aus eigener Anschauung und Erfahrung, denn sie pflegt seit 5 Jahren mit ihren Geschwistern die alzheimerkranke Mutter und arbeitet in der Leitung der Tübinger Alzheimer-Angehörigengruppe mit. Aus Untersuchungen in anderen Ländern weiß man, daß Alzheimerpflege ein ausgesprochener "Langzeit-Stressor" ist. "Versteckt", weil uneingestanden, bleiben häufig vor allem psychische Probleme, die sich aus der Beziehung zu der betreuten Person oder aus Konflikten mit anderen Familienmitgliedern ergeben: Sei es, daß die Pflegelast die eigene Partnerbeziehung gefährdet oder daß sich die Pflegende von anderen Angehörigen ausgenutzt fühlt. Nicht zuletzt ist häusliche Pflege eine Arbeit, die nur sehr wenig Anerkennung genießt und kaum Erfolgserlebnisse verschafft.
Hier setzt die Tübinger Studie von Claudia Braun ein: sie will ein differenzierteres Bild der Pflegesituation aufgrund einer ausführlichen Befragung erheben. Die wissenschaftliche Betreuung des Projektes liegt beim Psychologischen Institut. Allein: es fehlt an Geld! Die Uni Tübingen hat kein Geld dafür, die Kasse des Landkreises ist auch leer. Es fehlen noch rund 22000 DM. Sponsoren und Spender sind dringend gesucht. Wer sich angesprochen fühlt, nehme Kontakt mit der Projektleitung auf: Tel.: 07071-297 7686.
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG vom 13.August 1998:
Anschlag im schleswig-holsteinischen Gudow
Behinderten-Bus angezündetAnonymer Anrufer: Wir wollen euch hier nicht haben
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| ajm München (Eigener Bericht) - Der Anschlag auf die
Fahrzeuge einer Gruppe von Behinderten im schleswig-holsteinischen Gudow
hat Wut und Fassungslosigkeit hervorgerufen. Trotz intensiver Ermittlungen
hat die zuständige Kriminalpolizei in Ratzeburg bislang keine Hinweise
auf die Täter. Sie geht von einem behindertenfeindlichen Motiv aus.
Schon seit mehreren Jahren verbringen geistig und körperlich schwerstbehinderte Menschen der Evangelischen Stiftung im niedersächsischen Neuerkerode ihren Urlaub in einem Gudower Ferienheim Auch in diesem Jahr waren sechs behinderte Menschen im Alter um die 30 Jahre sowie ihre drei Betreuer hier untergebracht. In der Nacht zum Dienstag um l.25 Uhr wurde eine Betreuerin telephonisch auf ein Feuer im Hof der Unterkunft aufmerksam gemacht. Die zwei dort geparkten Fahrzeuge der Gruppe, ein Kleinbus und ein Privatauto, waren in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf das Ferienheim verhindern. Die Gäste blieben unverletzt. Kurz nachdem der Brand gelöscht war, ging bei einer der Betreuerinnen der Anruf eines unbekannten Mannes ein. Er sagte: "Wir wollen euch hier nicht haben." In Gudow war es nach Angaben von Frank Eschenauer, Leiter der Kriminalpolizei Ratzeburg, bislang der erste Fall eines behindertenfeindlichen Anschlags. Allerdings ist es hier schon zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Vor einigen Jahren gab es einen An- griff auf das örtliche Asylbewerberheim an dem auch Michael Peters beteiligt war. Er wurde später im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Mölln, bei dem 1992 drei Menschen verbrannt waren, zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Direktor der Evangelischen Stiftung in Neuerkerode, Bernhard Isermeyer, sprach von einem sehr schlimmen Anschlag, der die Schwächsten der Schwachen treffe. "Gerade behinderte Menschen können sich ja nicht wehren" sagte er. Es handle sich um eine unvorstellbare Gemeinheit, da behinderte Menschen den Angriff auf die Autos als existenziellen Angriff gegen sich selbst verstünden. Isermeyer äußerte die Vermutung, daß die Täter aus dem rechtsextremen Spektrum stammen könnten. Er kritisierte die schwierige Lage der schwerbehinderten Menschen in Deutschland "Für die wird es eng", sagte Isermeyer und verwies auf Gerichtsurteile, in denen jüngst gegen die Interessen der Behinderten entschieden worden war. Der Anschlag in Gudow stelle "eine neue Qualität" dar. "Da denkt man dann: erst kommen die Ausländer dran und jetzt die Behinderten", sagte Isermeyer. Auf rasche Ermittlungserfolge hofft Otto Regenspurger, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Behinderten: "Ich gehe davon aus, daß die Ermittlungsbehörden alles daran setzen werden, den oder die Täter dingfest zu machen und daß sie mit größter Härte bestraft werden", sagte er in Bonn. |