Hubert Hüppe

Volker Beck

Dr. Wolfgang Wodarg

Mitglied des Deutschen Bundestags
(CDU)

Mitglied des Deutschen Bundestags
(Bündnis 90 / Die GRÜNEN)

Mitglied des Deutschen Bundestags
(SPD)

Bonn, den 16. Januar 1998

Einladung

Bündnis für Menschenwürde

Dialog zur "Bioethik" im Wasserwerk
am 05. Februar 1998 in Bonn



Sehr geehrte Damen und Herren,

das "Menschenrechtsübereinkommen zur Biomedizin" des Europarats, besser bekannt unter dem früheren Titel "Bioethikkonvention", erlaubt unter anderem fremdnützige Forschung auch an nicht einwilligungsfähigen Menschen, verbrauchende Embryonenforwhung und Eingriffe in die Keimbahn. Es handelt sich um ein völkerrechtliches Rahmenabkommen, das z.B. Versuche ohne gesundheitlichen Nutzen an Menschen zuläßt, die aufgrund ihres Alters, ihrer Behinderung oder Erkrankung nicht, noch nicht oder nicht mehr in der Lage sind, ihre informierte Zustimmung selbst zu geben. Vor dem Hintergrund des in Deutschland mit Recht sehr sensiblen Umgangs mit dieser Problematik führt dies zu erheblichen Konflikten.

Über 1,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger, mehr als hundert Sozial- und Behindertenverbände, Einrichtungen der Behindertenhilfe, kirchliche und Lebensrechtsgruppen, Ärzte und Patientenorganisationen haben eindringlich Bedenken geäußert und sich entschieden gegen die Unterzeichnung des Übereinkommens ausgesprochen.

Die entscheidende Voraussetzung dafür, daß die "Bioethikkonvention" auch für die Bundesrepublik bindend wird, wäre die Verabschiedung eines Vertragsgesetzes durch den Deutsche Bundestag. Die Debatte darüber wird in nächster Zeit intensiv geführt werden.
Angesichts der Bedeutung des Übereinkommens für die ethischen und rechtlichen Maßstäbe der Zukunft in Forschung und medizinischer Wissenschaft haben sich Abgeordnete über Fraktionsgrenzen hinweg zusammengefunden, um die gewichtigen Einwände gegen die "Bioethikkonvention" direkt mit Ihnen zu erörtern.

Wir laden Sie auch im Namen der unterzeichneten Kolleginnen und Kollegen herzlich ein, an dem parlamentarischen Dialog "Bündnis für Menschenwürde " im Wasserwerk am 05. Februar 1998 in Bonn teilzunehmen.

Wir möchten gemeinsam mit Ihnen, vielen engagierten Fachleuten und Bürgerinnen und Bürgem über die kritischen Punkte des Übereinkommens reden und Ihnen zugleich Gelegenheit bieten, auch mit anderen Abgeordneten ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung ist zugleich ein Angebot an alle Kolleginnen und Kollegen im Deutschen Bundestag, im persönlichen Gespräch mit Ihnen mehr über Ihre Bedenken gegen eine Ratifizierung des Übereinkommens zu erfahren. Wir wünschen uns eine breite offene Diskussion, dazu wollen wir mit dieser Veranstaltung beitragen.

Bitte senden Sie uns möglichst umgehend eine ausgefüllte Anmeldebestätigung zu.

(Ergänzung durch den Herausgeber der Website: Diese Einladung erging sicherlich an einen ausgewählten Kreis. Es ist m.E. eine Frage der Höflichkeit, VOR einer schriftlichen Anmeldung telefonisch nachzufragen, ob eine Teilnahme möglich ist. Telefon-Nummer ganz unten.)

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Robert Antretter, MdB
Volker Beck, MdB
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, MdB
Dr. Marliese Dobberthien, MdB
Ilse Falk, MdB
Hubert Hüppe, MdB
Monika Knoche, MdB
Christa Nickels, MdB
Horst Schmidbauer, MdB
Regina Schmidt-Zadel, MdB
Antje-Marie Steen, MdB
Marina Steindor, MdB
Dr. Wolfgang Wodarg, MdB


Mit freundlichen Grüßen

 gez.                  gez.                   gez.
(Volker Beck, MdB)    (Hubert Hüppe, MdB)    (Dr. Wolfgang Wodarg, MdB)





- Anlagen -


PS Wir bitten Sie / Ihren Verband. von Ihnen erarbeitete Materialien bzw. Stellungnahmen zur "Bioethikkonvention" in ausreichender Anzahl mitzubringen. Stellwände und Tische sind vorhanden. Im Rahmen der Veranstaltung soll eine Dokumentation erstellt werden, es besteht die Möglichkeit für Sie, Ihre Stellungnahmen dafür zur Verfügung zu stellen.



Bündnis für Menschenwürde
Dialog zur "Bloethik" am 05. Februar 1998
im Wasserwerk in Bonn





       ab 11.00 Uhr         Öffnung des Wasserwerkes

                            Vorbereitung der Veranstaltung, Eintreffen der
                            Teilnehmerinnen und Teilnehmer

                            Möglichkeit zum Auslegen von Informationsmaterialien
                            auf vorhandenen Tischen in der Lobby

                            Gelegenheit zum Imbiß/ Mittagessen

       13.00 Uhr   1)       Eröffnung

                            Einleitung durch Robert Antretter MdB, Vizepräsident der
                            Parlamentarischen Versammlung des Europarates

                            Grußwort Prof.  Dr. Süssmuth MdB


       13.15 - 14.10 Uhr    Inhalt, Hintergrund und Geschichte der Konvention

                            Dr. Therese Neuer-Miebach, Bundesvereinigung Lebenshilfe
                            für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.

                            Ursel Fuchs, Bürger gegen Bioethik

                            Dr. Rolf Lorenz, Tübinger Initiative gegen die geplante
                            Bioethikkonvention

                            Dr. Michael Wunder, Grafenecker Erklärung


      14.10 - 15.20 Uhr     Die Konvention aus rechtlicher, theologischer, ethischer
                            und medizinischer Sicht

                            Prof.  Dr. Hans Grewel, Prof. für Evang.  Theologie und ihre
                            Didaktik, Universität Dortmund

                            Prof. Dr. Dr. Rolf Hirsch, Deutsche Gesellschaft für
                            Gerontopsychiathe und Psychotherapie

                            Prof. Dr. Wolfram Höfling M.A., Prof. für Öffentiliches Recht,
                            Universität Gießen

                            Prof.  Dr. Dietmar Mieth, Zentrum für Ethik in den
                            Wissenschaften, Tübingen

                            Christian Poplutz, Arbeitsgemeinschaft Lebensrecht (AGL)

      _____________________________________________________________________________________
      1) Wegen der Präsenzpflicht der Abgeordneten kann es eventuell zu einer kurzen
      Unterbrechung der Veranstaltung kommen.



      15.20 - 16.50 Uhr     Die Konvention aus Sicht Betroffener

                            Dr. Theresia Degener, Bundesverband der
                            Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben (ISL)

                            Karl Finke, Behindertenbeauftragter des
                            Landes Niedersachsen

                            Pastor Erich Eltzner, Bundesverband Evangelische
                            Behindertenhilfe (BEB)

                            Ulrich Laschet, Sozialverband VdK Deutschland

                            Dr. Friedrich Leidinger, Landschaftsverband Rheinland

                            Armin Nentwig MdL, Schädel-Hirnpatienten in Not e.V.

                            Erhard Scholz, Caritas-Wohnheime Brilon

                            Ina Stein, Sozialverband Reichsbund e.V.

                            Wolf-Dietrich Trenner, Fördergemeinschaft für Taubblinde e.V

                            Bundeselternvertretung Deutschland


      16.50 Uhr             Schlußwort durch Volker Beck MdB
                            ggf.  Resolution ("Appell")


                            Ende der Veranstaltung gegen 17.00 Uhr


      Moderation:           Dr. Sigrid Arnade (freie Journalistin) <e-mail>


Organisatorische Hinweise:

Anreise: Von Bonn-Hauptbahnhof mit den U-Bahnlinien 16, 63 u. 66 in Richtung
Regierungsviertel-Bad Godesberg bis zur Haltestelle Heusallee.  Von dort die Heussalle
entlang bis zum Ersatzplenarsaal Wasserwerk, Eingang 5, Hermann-Ehlers-Str. 29
(gegenüber dem Langen Eugen).

Parkplätze stehen nur in begrenzter Anzahl (bei der Bundeskunsthalle) zur Verfügung.
Bei Anreise mit eigenem Bus bitten wir um kurze Vorabinformation.

Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht.

Am Eingang sind die Einladung und der Personalausweis vorzuzeigen.

Es besteht Gelegenheit, während der Dauer der Veranstaltung Getränke und einen kleinen
Imbiß einzunehmen.

Weitere Auskünfte erteilt: Büro Dr. Wolfgang Wodarg MdB, NH 1605, 53113 Bonn,
                            Tel.: 0228 / 16 83 371, Fax: 0228 / 16 86 333