Arbeitskreis Bioethik Braunschweig
c/o Angelika Wessel Tel + Fax: 0531- 50 65 15

Rundbrief  August 2002

 

Liebe Leser,

in Niedersachsen fängt bald die Schule wieder an, und so rüsten auch wir uns in den Start des zweiten Halbjahres. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Inhalt dieses Briefes:

- Ethikkommission für Stammzellimport
- Flensburg wird "Notebook University"
- Italien
- Zur Bundestagswahl
- Das geschah im Bundestag
- Attac
- Fernseh-Hinweise

- TERMIN-VORSCHAU
- Nachdenkenswertes für die Gesundheit

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- Ethikkommission für Stammzellimport

BERLIN, 10. Juli. Die Bundesregierung hat die Mitglieder der Ethikkommission benannt, die künftig über den Import embryonaler Stammzellen wachen soll. Dem Gremium gehören fünf Vertreter aus Medizin und Biologie sowie vier Vertreter von Theologie und Ethik an. Jeder Import embryonaler Stammzellen muß von den Mitgliedern der Kommission auf seine wissenschaftliche und medizinische Hochrangigkeit hin begutachtet und mehrheitlich befürwortet werden. (FAZ 11.7.2002, S. 4) Mehr dazu: Pressemittelung BMBF unter www.bmbf.de, Die Namen der Mitglieder der Ethik-Kommission unter www.bmbf.de/presse01/pm_20020710-140_anhang.pdf

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Flensburg wird "Notebook University"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat bekanntgegeben, dass die Universität Flensburg ausgewählt wurde, um an der bundesweiten Förderinitiative "Notebook University" teilzunehmen.

Damit stehen der Uni Flensburg Fördermittel zur Erprobung notebookgestützer, didaktischer Lern- und Lehrszenarien an Hochschulen zur Verfügung. Die Initiative "Notebook University" ist Teil des Förderprogramms "Neuen Medien in der Bildung" des Bundesministeriums. Ziel der Förderung ist es, die mobile Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologie in Präsenzhochschulen zu fördern. Gefragt sind Lernarrangements, die sich ohne den Einsatz mobiler Rechner nicht oder nur unter erheblichen Qualitätsdefiziten realisieren lassen. Außerdem sollen Strategien entwickelt und erprobt werden, die den Zugang aller Studierenden zu dieser Lerntechnologie ohne soziale Schranken wirtschaftlich günstig sichern.

Wodarg (MdB): "Ich freue mich sehr, dass die Universität Flensburg an dieser Förderinitative teilnimmt. Wieder einmal haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Uni Flensburg bewiesen, dass sie ein hohes pädagogisches Niveau verwirklichen. Ich werde mich davon überzeugen, dass es weiterhin eine direkte menschlich-pädagogische Verantwortung im Vordergrund steht und dass die moderne Technik diese lediglich unterstützt und entlastet.

Herzlichen Glückwunsch, Universität Flensburg!"

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- Italien

Moderate Grundsätze, Italien bereitet sich auf ein Gesetz zur Bioethik und Gentechnologie vor ROM, 28. Juni Es ist schwer zu entscheiden, was gegenwärtig die Politiker und die Öffentlichkeit in Italien mehr interessiert: die Kosten im Gesundheitswesen oder hochmoralische Fragen der Bioethik. Die Abgeordneten der Kammer kämpfen sich durch die Bestimmungen eines Gesetzentwurfes, der unter anderem die künstliche Befruchtung regeln soll. Aber nicht einmal der römische Frauenarzt Antinori konnte das Interesse des Publikums für seine "Großmütter-Mütter" anregen. Die Aufregung über biotechnische Möglichkeiten ist abgeklungen. Es scheint, daß wieder der "gesunde Menschenverstand", stärker den Vorgaben der Natur folgend, die Diskussion über Bioethik und Gentechnologie, über die Verfügbarkeit von Embryonen und die Frühdiagnostik beeinflußt. Dies könnte auch die Entscheidung des Parlaments bestimmen. Die einzelnen Vorschriften gegen "Miet-Elternschaft" und "Embryonen-Therapie", zu Zeugungstechniken nur für heterosexuelle, "potentiell fruchtbare" Ehepaare verzichten auf Aufsehenerregendes.

Die Mitte-rechts-Mehrheit der Parlamentarier geht jetzt vorsichtig voran, ohne alle Vorgaben der katholischen Bioethik in gesetzliche Verbote umzusetzen. Das hängt auch damit zusammen, daß die Italiener Prinzipien unbeirrter bestehenlassen, trotz mancher Abweichungen in einzelnen Fragen. Hinweise auf die großartigen Fortschritte der Biotechniken zum Wohl der Menschen und zur Befriedigung der Forscher können in den Augen der Italiener nicht verdunkeln, daß hier vielleicht doch nicht ausschließlich das Heil der Menschheit oder die italienische Zukunft entschieden werden. Und Gesundheitsminister Sirchia weist unbeirrt darauf hin, daß die Kosten im Gesundheitssystern unter Kontrolle gebracht werden müssen. Von Heinz-Joachim Fischer Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Juni 2002, Nr. 148, Seite 10, Zeitgeschehen

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- Zur Bundestagswahl

Mehr Ehrlichkeit, mehr Gerechtigkeit, mehr Menschlichkeit Hans-Hermann Gockel, SAT-1 Nachrichtensprecher

"Die lügen doch alle wie gedruckkt" - oft gehörte Meinung über den Berufsstand des Politikers.

Ähnlich häufig formuliert wird: "Politiker denken in erster Linie doch nur an sich selbst". Stimmt das? Sind die Damen und Herren in den Parlamenten tatsächlich "schlechte" Menschen? Wohl kaum - auch wenn sie es uns Wählern wahrlich nicht leicht machen, nur an das Gute zu glauben ... Doch halt: Schauen wir in den Spiegel. Wer kann von sich selbst behaupten, ohne Fehl und Tadel durchs Leben zu gehen? Lernen wir doch schon in der Bibel, wie unvollkommen der Mensch ist. Dennoch sollten wir - gerade an Politiker - besonders hohe Ansprüche stellen. Ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit - und das nicht nur in diesem wo wichtigen Wahljahr. Politiker müssen endlich halten, was sie uns vor dem Urnengang versprochen haben. Ich wünsche mir mehr Geradlinigkeit - denn keiner muss sich verbiegen lassen. Lieber ein Knick in der Karriere als ein Knick im Rückgrat. Und ich wünsche mir - vor allem - mehr Menschlickeit im Umgang miteinander. Ist das zu viel verlangt? Vielleicht! Doch schließlich liegt es an uns allen, diese Maßstäbe immer wieder neu und mit Nachdruck einzufordern. Nie ist diese Gelegenheit bessser als vor einer Wahl. Jetzt sind die Politiker greifbar nah. Auf Wahlveranstaltungen oder Podiumsdiskussionen. Nutzen wir die Gelegenheit!

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***** HEUTE IM BUNDESTAG **** PRESSEDIENST DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES *****

Berlin: (hib/RAB), 25.6.2002. Die Prävention im Gesundheitswesen ist am Mittwoch, dem 26. Juni, von 13 bis 14.30 Uhr Gegenstand einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses. SPD und Bündnisgrüne hatten den Antrag (14/9224) gestellt, die Prävention und Gesundheitsförderung zu stärken. Auch die CDU/CSU hatte zum gleichen Thema einen Antrag (14/9085) eingebracht. Die Veranstaltung findet im Sitzungssaal 1.228 des Jakob-Kaiser-Hauses statt. Eingeladen wurden Vertreter von Verbänden sowie Einzelsachverständige.

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Familie/Antrag, 25.7.2002 BEHINDERTEN DIE FERIENREISEN ERLEICHTERN

Berlin: (hib/HAU) In einem gemeinsamen Antrag (14/9669) der Fraktionen der SPD, der CDU/CSU, von Bündnis 90/Die Grünen und der FDP wird die Bundesregierung aufgefordert, den Bundeswettbewerb "Ferien für Familien, in denen Angehörige mit einer Behinderung leben" so zeitig auszuschreiben, dass er im "Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung" (2003) einen Impuls zur Ausweitung von familien- und behindertengerechten Ferienangeboten geben kann. Als Vorlage diente ein Antrag der Koalitionsfraktionen (14/9542), dem sich die anderen Fraktionen anschlossen. Da Familien mit behinderten Mitgliedern häufig noch unter den Nichturlaubern anzutreffen seien, müsse besonderer Wert auf die Information über barrierefreie, behinderten- und familiengerechte Urlaubsangebote von Veranstaltern, Beherbergungsbetrieben und Kommunen gelegt werden. Im Übrigen sei ein solcher Wettbewerb auch geeignet aufzuzeigen, dass ein besserer Zugang zu familiengerechten und barrierefreien Ferienangeboten eine erhebliche Steigerung des Umsatzvolumens für die Tourismusindustrie bedeuten könne.

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Bildung und Forschung/Antrag, 26.7.2002 GANZHEITLICHE BETRACHTUNG DES ALTERN IN DER FORSCHUNG

Berlin: (hib/HAU) Die steigende Lebenserwartung bei gleichzeitigem Rückgang der Geburtenzahlen führt zu einer strukturellen Alterung der Gesellschaft und stellt damit eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft dar. In einem Antrag (14/9668) fordern daher die Regierungskoalitionen weiterhin eine ganzheitliche Betrachtung des Alterns in der Forschung. Die Bundesregierung habe mit dem 3. und 4. Altersbericht bereits frühzeitig auf diese Herausforderungen reagiert. Auch in Zukunft solle sie den sozialen Aspekten in der Alter- und Alternsforschung ein starkes Gewicht einräumen.

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Gesundheit/Antwort, 26.7.2002 NUR 63 PROZENT LIEßEN IN DEN LETZTEN ZEHN JAHREN TETANUS-IMPFUNG AUFFRISCHEN

Berlin: (hib/RAB) Nur 63 Prozent der Bevölkerung haben in den letzten zehn Jahren ihre Tetanus-Impfung auffrischen lassen. Diese Zahl nennt die Regierung in ihrer Antwort (14/9642) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU (14/9273) unter Berufung auf eine repräsentative Gesundheitsumfrage des Bundes aus dem Jahre 1998. Unter den 18- bis 19jährigen sei die Auffrischungsquote mit 82 Prozent am höchsten. Sie nehme mit zunehmenden Alter ab. Die Umfrage habe ergeben, dass nur 16 Prozent der erwachsenden Befragten eine aktuelle Schutzimpfung gegen Influenza erhalten hätten. Darüber hinaus erklärt die Regierung, der Impfstatus von Schulanfängern habe sich seit 1996 tendenziell verbessert, unter anderem bei Hepatitis B. Auch bei Masern, Mumps und Röteln seien die Impfraten laufend angestiegen, hätten aber selbst bei den Erstimpfungen das angestrebte Niveau von mindestens 95 Prozent noch nicht erreicht. Die Impfraten bei den Zweitimpfungen gegen diese Krankheiten seien ebenfalls noch völlig unzureichend, heißt es in der Antwort.

Gesundheit/Antwort, 26.7.2002 SACHVERSTÄNDIGE SOLLEN ÜBER "OFF-LABEL"-GEBRAUCH VON ARZNEIMITTELN BERATEN

Berlin: (hib/RAB) Die Bundesregierung will bis zum Herbst dieses Jahres eine Expertengruppe einrichten, die fachliche Stellungnahmen zur Herstellung von Transparenz über Bereiche des Off-Label-Gebrauchs von Arzneimitteln, also des Einsatzes außerhalb der zugelassenen Indikation, abgeben soll. In der Antwort der Bundesregierung (14/9524) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU (14/9274) heißt es weiter, die Expertengruppe solle sich an den Kriterien eines Urteils des Bundessozialgerichts vom März dieses Jahres orientieren. Momentan stimmten sich die zuständigen Ministerien für Gesundheit und Bildung und Forschung ab, um die Expertengruppe so zu gestalten, dass die Akzeptanz durch die Beteiligten gewährleistet ist. Zu klären seien Fragen der Zusammensetzung, der organisatorischen Anbindung, der Arbeitsweise und zur Form der Aufbereitung und Veröffentlichung von Ergebnissen. Laut Antwort kann eine bestehende Zulassung eines Arzneimittels nur auf der Grundlage des geltenden europäischen Rechts erweitert werden. Eine dafür erforderliche Prüfung auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sei keine Erschwernis, sondern im Interesse des Patientenschutzes ein unverzichtbares Element der behördlichen Zulassung, schreibt die Regierung.

Gesundheit/Antwort, 26.7.2002 "DISEASE-MANAGEMENT-PROGRAMME DIENEN DER QUALITÄT UND WIRTSCHAFTLICHKEIT"

Berlin: (hib/RAB) Die im Zuge der Reform des Risikostrukturausgleichs der Gesetzlichen Krankenversicherung eingeführten Disease-Management-Programme haben den Zweck, Qualität und Wirtschaftlichkeit der medizinischen Versorgung chronisch Kranker zu verbessern. Laut Antwort der Regierung (14/9786) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU (14/9626) werden diese strukturierten Behandlungsprogramme über den Risikostrukturausgleich finanziell gefördert, so dass die Krankenkassen erstmals einen Anreiz hätten, in einem Wettbewerb um die Versorgung chronisch kranker Versicherter einzutreten. Die Regierung spricht sich dafür aus, möglichst viele chronisch Kranke in die Programme einzubeziehen, damit Qualität und Wirtschaftlichkeit der Behandlung dieser Personen verbessert und bestehende Versorgungsdefizite abgebaut werden können. Zur Reform des Risikostrukturausgleichs heißt es weiter, mittelfristig werde eine ungleiche Behandlung der Krankenkassen ausgeschlossen. Ab dem 1.Januar 2007 würden die Versicherten jeder Kasse entsprechend ihres Morbiditätsriskos im Risikostrukturausgleich berücksichtigt. Die Gleichbehandlung aller Krankenkassen werde gewährleistet, indem den Kassen ein Beitragsbedarf entsprechend der Morbidität ihrer Versicherten zugerechnet werde. Zu den Einzelheiten der Disease-Management-Programme erklärt die Regierung, der Koordinierungsausschuss der Selbstverwaltung von Krankenhäusern, Ärzten und Krankenkassen habe dem Gesundheitsministerium im Januar dieses Jahres vorgeschlagen, Diabetes mellitus Typ I und II, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen, Brustkrebs und koronare Herzkrankheit als chronische Krankheiten für die Behandlungsprogramme zu berücksichtigen.

Gesundheit/Antwort, 26.7.2002 REGIERUNG WILL PER MINISTERVERORDNUNG IN FALLPAUSCHALENSYSTEM EINSTEIGEN

Berlin: (hib/RAB) Das Bundesministerium für Gesundheit will von der Möglichkeit einer Ministerverordnung Gebrauch machen, um den Einstieg in ein Fallpauschalensystem zur Vergütung von Krankenhausleistungen ab dem 1. Januar 2003 zu ermöglichen. Dies soll geschehen, nach dem die Deutsche Krankenhausgesellschaft das Scheitern der Verhandlungen über ein Optionsmodell 2003 erklärt habe, heißt es in der Antwort der Regierung (14/9810) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU (14/9728). Den Angaben zufolge will sich das Gesundheitsministerium bei den Entscheidungen an dem bisher von den Selbstverwaltungspartnern diskutierten Rahmen orientieren. Es sei nicht vorgesehen, das australische System der "Digital Related Groups" (DRG) für die Vergütung von Krankenhausleistungen unverändert zu übernehmen. Vielmehr sei geplant, für die Kalkulationen auf die in deutschen Krankenhäusern erhobenen Kosten- und Leistungsdaten zurückzugreifen. Über einzelne Lösungsvorschläge für eine Rechtsverordnung könne aber erst entschieden werden, wenn die Kalkulation des Fallpauschalenkatalogs abgeschlossen sei. Laut Antwort will das Bundesministerium für Gesundheit diese Entscheidung in Eigenverantwortung treffen. Kritisch äußert sich die Regierung zum Konzept der Deutschen Krankenhausgesellschaft für das Optionsmodell, die australische Qualifikation und alle im australischen Bundesstaat Victoria geltenden Regelungen unverändert zu übernehmen. Weiter heißt es zu dem Fallpauschalensystem, die Krankenhäuser hätten sich in den letzten Jahren zum Teil mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Engagement darauf vorbereitet, die DRGs nach australischem Vorbild einzuführen. Eine große Anzahl von Krankenhäusern aller Trägergruppen plane, eine frühzeitige DRG-Abrechnung auf freiwilliger Basis einzuführen.

Berlin: Do, 27.06.2002 Redaktionsschluss: 11:30 Uhr (172) REGIERUNG: MENSCHENRECHTE EINZUFORDERN IST EIN LEGITIMES ANLIEGEN FRAKTIONEN WOLLEN MEDIZINISCHE VERSORGUNG VON JUGENDLICHEN VERBESSERN MIT BUNDESWETTBEWERB REISEN VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN ERLEICHTERN UNION FÜR WELTWEITES VERBOT DES KLONENS MENSCHLICHER EMBRYONEN

Auswärtiges/Unterrichtung REGIERUNG: MENSCHENRECHTE EINZUFORDERN IST EIN LEGITIMES ANLIEGEN

Berlin: (hib/WOL) Die Einhaltung der Menschenrechte ist ein legitimes Anliegen der internationalen Staatengemeinschaft, dem nicht die Staatssouveränität als Schutzschild entgegengehalten werden kann. Menschenrechte können und müssen von außen und durch dritte eingefordert und gefördert werden, aber auch von den unmittelbar Beteiligten, also dem Staat und der Zivilgesellschaft gewollt, geschützt und gestärkt werden, erklärt die Bundesregierung in ihrem sechsten Bericht über ihre Menschenrechtspolitik in den auswärtigen Beziehungen und anderen Politikbereichen (14/9323). Der den Zeitraum Januar 2000 bis März 2002 umfassende Bericht bilanziert eine zum Teil "dramatische Entwicklung". Danach steht den positiven Ereignissen und Tendenzen wie etwa dem demokratischen Wandel in Jugoslawien, der Befreiung Afghanistans und der Demokratisierung und Stärkung von Rechtstaatlichkeit in vielen Teilen der Welt eine zunehmende Verletzung bürgerlicher, politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Rechte vor allem bei benachteiligten Gruppen, bei Frauen und Kindern sowie im Zusammenhang mit nationalen und regionalen Krisen gegenüber. Zusätzlich zu den nach Regionen und Staaten gegliederten Kurzberichten setzt die Unterrichtung in hervorgehobenen Textbeiträgen thematische Schwerpunkte, so etwa zur Auseinandersetzung mit dem militanten Islamismus, zum Terrorismus, zum Handel mit und zur Versklavung von Kindern, zur Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung, zum Totschweigen von HIV/AIDS auf dem afrikanischen Kontinent, zum Schicksal der "Verschollenen und Verschwundenen" in südamerikanischen Militärdiktaturen oder zur Wiedereinführung und Verhängung der Todesstrafe in zahlreichen Staaten dieser Erde. Zum militanten Islamismus wird ausgeführt, dieser sei ein ungeeignetes Objekt multikultureller Toleranz. Bei den Themen "islamische Körperstrafe" wie Auspeitschen, Steinigung oder Amputationen, bei dem Thema "Frau in der Gesellschaft" oder dem generell geltend gemachten Schariavorbehalt der konservativ-islamischen Staaten müsse der Dialog offensiv, selbstbewusst und kritisch geführt werden. Diskussion statt exklusiver Wahrheitsanspruch sollten in diesen Dialog selbstbewusst zu vertretende Grenzwerte sein. Deutlich zu machen sei auch, dass Menschenrechte "universelle" und nicht westliche Werte sind. Es seien Werte, auf die sich die internationale Völkergemeinschaft in der UN-Charta und den Menschenrechtspakten geeinigt habe. Jeder Dialog müsse auf dieser Universalität der Menschenrechte gründen. Laut Außenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) kämpfe man gegen den internationalen Terrorismus und "nur gegen diesen, nicht aber gegen den Islam". Der Strategie des Terrorismus müsse der Dialog der Kulturen und Religionen entgegengesetzt werden. Zur Fragestellung einer umfassenden Konvention gegen den internationalen Terrorismus wird ausgeführt, terroristische Akte stellten nach herrschender Rechtsauffassung keine Menschenrechtsverletzung dar. Hinter dieser zunächst weltfremd anmutenden Feststellung stünden konzeptionell-juristische, aber auch politische Gründe. Menschenrechtsschutz obliege vor allem den Staaten. Daher könnten Menschenrechtsverletzungen in der Regel nur von staatlich Handelnden verursacht werden. Kritisch hinterfragt worden sei in den vergangenen Jahren aber immer wieder, dass terroristische Akte von staatlicher und von nichtstaatlichen Akteuren ausgehen könnten. Ein Konsens in dieser rechtsdogmatischen Frage sei jedoch bisher nicht erzielt worden.

Gesundheit/Antrag FRAKTIONEN WOLLEN MEDIZINISCHE VERSORGUNG VON JUGENDLICHEN VERBESSERN

Berlin: (hib/RAB) Die breite Mehrheit von SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP setzt sich dafür ein, die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu sichern und zu verbessern. In einem Antrag (14/9544) heißt es, die Physiologie von Kindern und Jugendlichen unterscheide sich ganz erheblich von der erwachsener Menschen. Deshalb müssten Versorgungskonzepte auf ihre speziellen Belange zugeschnitten werden. Neben der Behandlung akuter und chronischer Krankheiten wüchsen derzeit die Aufgaben der Früherkennung von Krankheiten und Fehlentwicklungen, der Gesundheitsförderung, der Vorbeugung sowie der Rehabilitation. Unter anderem führten gesundheitsrelevante Gewichtsprobleme sowie Sucht- und Drogengefährdung dazu, dass das Jugendalter keineswegs die gesündeste Lebensspanne ist, heißt es in der Initiative weiter. Im einzelnen fordern die vier Fraktionen eine auf Dauer angelegte bundesweite Informationskampagne mit dem Ziel, Kinder- und Jugendvorsorgeuntersuchungen zu stärken und vor allem der Impfmüdigkeit entgegenzuwirken. Auch solle geprüft werden, ob Arzneimittelhersteller dazu verpflichtet werden können, bei Neu- und Nachzulassungen die Integrationsstellung auch für die Kinderheilkunde zu beantragen. Außerdem soll das bei Kindern vorkommende Aufmerksamkeitsdefizits- und Überaktivitätssyndrom (ADHS) durch wissenschaftliche Studien untersucht und Forschungsprojekte über die Langzeitfolgen der Einnahme von Methylphenidat, ein Medikament zur Beseitigung der Mängel von ADHS, eingeleitet und gefördert werden. Weiter solle geprüft werden, ob die Ausbildung und Weiterbildung von Kinderärzten nach dem Vorbild der allgemeinen medizinischen Weiterbildung finanziell gefördert werden kann.

Familie/Antrag MIT BUNDESWETTBEWERB REISEN VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN ERLEICHTERN

Berlin: (hib/RAB) Der Bundeswettbewerb "Ferien für Familien, in den Angehörige mit einer Behinderung leben", soll so gestaltet werden, dass Menschen mit Behinderungen Urlaubsreisen erleichtert werden. Dafür tritt die Koalition in einem Antrag (14/9542) ein. Mit diesem Wettbewerb sollten im Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderung 2003 die familien- und behindertengerechten Angebote von Veranstaltern, Beherbergungsbetrieben und Kommunen ermittelt und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Auf die Weise könne hervorgehoben werden, dass ein besserer Zugang zu familien- und barrierefreien Ferienangeboten ein nicht unerhebliches Umsatzvolumen für die Tourismuswirtschaft bedeutet. Nach Angaben der Antragsteller treffen Menschen mit Behinderungen in der Realität immer noch auf Hindernisse, die ihnen den Zugang zu selbstgewählten Urlaubszielen verwährten. Dies umfasse die Reiseplanung mit dem fehlenden Zugang zu umfassenden Informationen über familien- und barrierefreie Angebote unter baulich technischen Gesichtspunkten, nicht barrierefreie Transportwege sowie Freizeitangebote und Aktivitäten am Urlaubsort.

Gesundheit/Antrag UNION FÜR WELTWEITES VERBOT DES KLONENS MENSCHLICHER EMBRYONEN

Berlin: (hib/RAB) Es soll weltweit verboten werden, menschliche Embryonen zu klonen. In diesem Sinne sollte sich die Regierung für ein weltweit gültiges Rechtsinstrument einsetzen, das die Unvereinbarkeit jeder Art des Klonens menschlicher Embryonen mit der Menschenwürde festhält, schreibt die CDU/CSU in einem Antrag (14/9537). Darüber hinaus soll sich die Regierung einem Vorstoß der US-Delegation bei den Vereinten Nationen anschließen, der auf das Verbot jedes Klonens menschlicher Embryonen abziele. Die Parlamentarier argumentieren, dass die Menschenwürde verbietet, ein geklontes Kind zur Erfüllung eines Kinderwunsches zu schaffen. Das gleiche gelte für das reproduktive Klonen, also die Schaffung eines geklonten Kindes, für forschungs- und therapeutische Zwecke.

************** Herausgeber: Deutscher Bundestag * Pressezentrum Platz der Republik 1 * 11011 Berlin, Tel.: 030/2 27-3 56 42 * Fax: 030/2 27-3 61 91 Verantwortlich: Uta Martensen Redaktionsmitglieder: Dr. Bernard Bode, Rainer Büscher, Michael Klein, Dr. Volker Müller, Siegfried Wolf

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- Attac:

Buchempfehlung Bei verschiedenen Gelegenheiten wurde ich nach Informationsmaterial zu der Gruppierung Attac gefragt, von denen ich bisher immer nur hörte und keine Unterlagen vorliegen habe. Nun fiel mir eine Buchbesprechung auf, die ich Ihnen ungekürzt wiedergebe. ATTAC - Was wollen die Globalisierungskritiker, Christiane Grefe, Mathias Greffrath, Harald Schumann, Rowohlt Berlin, Euro 12,90 Attac klingt aggressiv, aber die 1998 in Frankreich gegründete Organisation steht für durchaus friedliche Ziele. Die weltweit operierenden Attac-Gruppen protestieren gegen die ‚sozialen Folgekosten' des Kapitalismus. Ihr Ziel: die demokratische Kontrolle der Finanzmärkte. Sie demonstrierten und protestierten bei Weltwirtschaftsgipfeln und Welthandelskonferenzen mit größter Medienwirksamkeit gegen weltweite Verelendung, Zerstörung der Sozialsysteme, Raubbau an der Natur - kurz gegen die Globalisierung. Das Buch von drei renommierten Journatisten fasst Ziele, Pläne und Geschichte von Attac zusammen.

Siehe auch FAZ vom 22.7.2002, Wirtschaft S. 12

Attac-Akademie Vom 26. bis zum 31. Juli veranstaltet Attac, das Netzwerk der Globalisierungskritiker, in Marburg eine Sommerakademie. Während der Veranstaltung, zu der die Organisatoren rund 800 Menschen erwarten, werden den Teilnehmern Kurse und Diskussionsrunden angeboten. Ziel der Akademie sei, die komplizierten politischen und wirtschaftlichen Vorgänge zu erklären, sagte die Vizepräsidentin von Attac Frankreich (dem Gründungsland des Netzwerkes), Susan George, am Freitag. "Früher war die Politik noch einfach". Heute müsse man den Menschen erklären, warum Orgnisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Gefahr darstellten, sagte sie. Inhaltlicher Schwerpunkt der Sommerakademie soll die Kritik des Neoliberalismus sein. Jean Ziegler, der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für das Recht au Nahrung, sagte, daß niemand je solche Macht gehabt habe wie das "monopolisierte, multinationale Finanzkapital". FAZ vom 27.7.2002, Nr. 172/30D, S. 2, Politik

Attac alphabetisieren von Markus Breidenich

Marburg, 28. Juli Dem Korridor mit den hohen Wänden und dem steinernen Boden im zweiten Stock der Martin-Luther-Schule in Marburg entströmt der Charme einer höheren Bildungsanstalt. An der Wand im Gang hängt eine Vitrine mit Bildern, Urkunden und Pokalen vom Sextanersportfest. Samstag morgens - mitten in den Sommerferien - mischen sich Stimmen in diese Beschaulichkeit, die aus den Klasenzimmern bis nach draußen dringen. Es ist Unterrichtszeit. Aber nicht für die Schule wird gelernt, sondern für Attac, das Netz der Globalisierungskritiker. Vom 26. bis zum 31. Juli veranstaltet die "Bewegung", wie sie sich selbst am liesten nennt, rund um die Schule eine Sommerakademie. Etwa 800 Teilnehmer sind an die Lahn gekommen, um sich in über hundert Veranstaltungen zu bilden. Die "wirtschaftspolitische" Alphabetisierung", so liest man im Programmheft, sei eines der zentralen Anliegen von Attac.

In Klassenraum 14 gibt Peter Wahl einen Kurs zum Thema "Internationale Finanzmärkte". Wahl ist Mitglied im Koordinierungskreis von Attac, dem geschäftsführenden Gremium der Organisation. Nun ist er in die Rolle des Lehrers geschlüpft und unterrichtet rund dreißig Teilnehmer, die in einem geschlossenen Kreis sitzen, einige mit dem Rücken zum Vortragenden, der an der Tafel steht und über Aktien, Bonds und Derivate spricht. Gerade geht es um das "Bretton-Woods-System". "Mein Problem ist, daß ich mit den ganzen Fachbegriffen nicht klarkomme", sagt einer. Wahl schlägt vor, die Begriffe auf einen Zettel zu schreiben und an die Pinnwand der Rückwand zu hängen. Nach und nach füllt sich die Wand mit Zetteln, auf denen "Rheinischer Kapitalismus" steht oder "Alternativ-Euro".

In den anderen Klassenzimmern, unter "Bravo"-Postern und Wasserfarbenbildern, geht es um "Patente auf Gene und Lebewesen", um "Frauen im globalisierten Kapitalismus" oder um "politisches Straßentheater". Wer ein Seminar über Steinewerfen erwartet hätte, der sucht es hier vergeblich. Attac versteht sich als friedliche Bildungsbewegung, die sich von gewalttätigen Aktionen wie solchen während des Weltwirtschaftsgipfels in Genua distanziert.

Was sagen die Fischer-Chöre? Friedlich geben sich auch die Teilnehmer - und bunt. Rot-gelbe Häkeltaschen wandern an ihren Trägern durch die Gänge, grüne Rucksäcke mit Sonnenblumen, wallende violette Umhänge, Anti-Castor-T-Shirts. Generationsübergreifend, von Jugendlichen über Studenten bis in zu Sechzig-jährigen, sind hier die Lebensalter vertreten, bis auf eine Ausnahme. Die Generation der Vierziger und Fünfziger ist dünn besetzt. Warum, das weiß auch Brigitte Reinhardt nicht genau. Die sechzig Jahre alte Teilnehmerin glaubt, daß es zwischen den Altachtundsechzigern ihrer Generation den ganz jungen Schülern und Studenten eine Gruppe von Menschen gibt, die für die Anliegen von Attac nur schwer zu gewinnen sind. Sie selbst ist Mitglied der Gewerkschaft Verdi, die ihrerseits Mitglied von Attac ist. Reinhardt sucht Wissen, um sich eine solide Argumentationsbasis zu verschaffen. Früher, da sei die Politik noch einfach gewesen. "Heute hat man es mit komplizierten Strukturen und Vernetzun-gen zwischen Politik und internationalen Finanzmärkten zu tun." Für Reinhardt spielt auch die Ent-täuschung über die etablierten Parteien, vor allem über die Grünen, eine Rolle. Würden die noch ihre früheren Positionen vertreten, dann müsse es Attac nicht geben.

Die Vertreter von SPD, den Grünen und der PDS bekommen denn auch mächtig Schelte auf einer Podiumsdiskussion. "Warum traut ihr euch nicht, gegen die Regierung aufzustehen? Warum werden die Vorschläge einzelner nicht in Politik umgesetzt?" fragt der Moderator vom Attac-Koordinierungs-kreis. "Was sagen die Fischer-Chöre dazu?" Gigold meint die Grünen, und Annelie Buntenbach, Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestages zur Globalisierung der Weltwirtschaft, antwortet stellvertretend. Globalisierung sei eben lange Zeit nur ein Thema für Fachleute der Entwicklungspolitik gewesen. Edelbert Richter, früherer DDR-Bürgerrechtler und heute SPD-Bundestagsabgeordneter, hebt hervor, daß die Kritiker der Regierung in der eigenen Partei eben eine Minderheit seien. "Aber wir sind auch eine Minderheit und können trotzdem etwas bewegen", schallt es aus dem Publikum zurück. "Wenn man regiert, dann gibt es eben tausenderlei Rücksichten, die man nehmen muß", sagt Richter.

Eine Partei will Attac nicht werden. Zwar sei ein Prozeß der Organisation sichtbar, sagt Oliver Molden-hauer vom Attac-Koordinierungskreis, dennoch schrecken ihn die Erfahrungen aus seiner eigenen, zwölf Jahre langen Arbeit bei den Grünen. "Attac will moderieren und Ideen in die Parteien tragen", sagt er. Er hofft, daß trotz des großen Zulaufs (seit Genua habe sich die Zahl der Mitglieder ver-zwanzigfacht, auf nunmehr rund 8000) die bisherige Bewegung erhalten bleibt.

Am Abend sitzen die Teilnehmer der Akademie beim Abendessen im Innenhof der Schule zusammen, manche liegen in den letzten Sonnenstrahlen, andere diskutieren zwischen Bücherständen und Essensausgabe über eine andere Welt. Und dann sind da noch die Informationsstände von PDS und den Grünen. Im Treppenhaus der Schule, gleich hinter dem Eingang, hängt ein großes Papier, auf dem Meinungen und Anregungen zur Akademie stehen. "Wieso dürfen Parteien hier Infostände machen?" hat einer der Teilnehmer dort aufgeschrieben. "Die machen doch nur Wahlkampf. Das paßt hier nicht hin." FAZ vom 29. Juli 2002, Nr. 173, Politik, Seite 3

Zu dieser Sommerakademie berichtete das ZDF am 30.7.2002 in seinen Spätnachrichten.

Die FAZ vom 31.7.2002 faßt auf seiner ersten Seite die Tagung zusammen.

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- Fernseh-Hinweise vom 22. Juli - 4. August 2002 zum Thema Gentechnik/ Fortpflanzungsmedizin und angrenzende Bereiche

BESONDERER HINWEIS: AUF 3 SAT BEGINNT AB MITTWOCH, 24. JULI 2002, DIE 13-TEILIGE REPORTAGE-REIHE "GEN-JÄGER" MIT INTERESSANTEN BEITRÄGEN ÜBER GENE

Donnerstag, 1. August 2002: 3 SAT, 18.30-19.00 Uhr (30 Minuten): "Gen-Jäger (7) - Das "Menschen"-Gen" - 13 teilige Reportage-Reihe über Gene, heute 7. Teil, Wiederholung von 0.35-1.00 Uhr und am Freitag, 2. August, vormittags von 9.45-10.15 Uhr

Freitag, 2. August 2002: 3 SAT, 18.30-19.00 Uhr (30 Minuten): "Gen-Jäger (8) - Außerirdische unter uns" - 13 teilige Reportage-Reihe über Gene, heute 8. Teil, Wiederholung von 2.55-3.20 Uhr und am Samstag, 3. August, vormittags von 9.45-10.15 Uhr

Samstag, 3. August 2002: RTL 2, 20.14-22.00 Uhr (105 Minuten): "Killing Virus - Todesflug 335" - US-Spielfilm (1998) über ein vom Militär geschaffenes tödliches Virus in Flugzeug

(Angaben nach Zeitschrift "TV Movie", ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit - wie immer)

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TERMIN - VORSCHAU zusammengestellt vom ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'

 

 

August 2002

 

6. August der Bayrische Rundfunk strahlt um 20.15 Uhr zum Thema Aloe Vera aus

6. August Treffen des ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.

8. August Vortragsabend zur Sozialpolitik. Referent: Prof. Dr. Bernd Klees, Wolfenbüttel. Ort: Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig. Zeit: 18.30 Uhr

9. August Tun und Unterlassen an den Grenzen des Lebens. Veranstalter: Ev. Akademie Arnoldshain, Im Eichwaldsfeld 3, 61389 Schmitten/Ts., Tel: 06084 - 9440, Fax: 06084 - 944 138, e-M: office@evangelische-akademie.de, www.evangelische-akademie.de

14. August Dialog mit Menschen im Koma. Menschenwürdiger Umgang und körpernaher Dialogaufbau mit Menschen im (Wach-)Koma und Sterbenden. Dr. Andreas Zieger, Ev. Krankenhaus Oldenburg, Abt. für Schwerst-Schädel-Hin-Geschädigte. Veranstalter: Hospizarbeit Braunschweig e.V., Hohetorwall 1A, Braunschweig. Zeit: 17.30 Uhr

17. August Aktionstag in Hannover zum 40-jährigen Bestehen des Landesverbandes Lebenshilfe. Ort: rund um die Marktkirche in Hannover.

20. August Treffen des ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.

23. bis 25. August Gene und Geschäfte, Moleküle und Macht. Die politische Ökonomie der Biomedizin. Welche ökonomischen Verwertungsinteressen bestimmen die Gen- und Zellforschung? Wie erklärt sich die Diskrepanz, dass viele Anwendungsbereiche der medizinischen Forschung vornehmlich den westlichen Industrieländern zu Gute kommen und z. B die Entwicklung von Impfstoffen vernachlässigt wird? Mit der Tagung soll versucht werden, ein objektives Bild über die Verteilung der Ressourcen zu gewinnen, die in die Biomedizin fließen und im Hinblick auf gegenwärtig vernachlässigte Aufgaben politische Handlungsempfehlungen ableiten. Information: Evangelische Akademie Loccum, Geschäftsstelle, Postfach 2158, 31545 Rehburg-Loccum, Tel. 0 57 66 / 81-0 (Zentrale), Fax 0 57 66 / 81-9 00, E-mail: eal@evlka.de

23. bis 25. August Die politische Ökonomie der Biomedizin: Gesundheitspolitische Erwartungen an die Möglichkeiten der Biomedizin. Biomedizin als Wirtschaftsfaktor. Biomedizin als Zweck und Medium unternehmerischen Handelns. Biomedizinischer Fortschritt im sozial-ökonomischen Kontext. Wachstumsbranche Biomedizin - Bedarf an gezielter Förderung und Regulation. Ort: Zentrum für Gesundheitsethik, Loccum. Tagungs-sekretariat: Ilse-Marie Schwarz, Tel: 05766 - 81 116, e-M: ilse-marie.schwarz@evlka.de

31. August Mythos Gen, Embryonen, Stammzellen und Patente. Auch in der Schweiz wird heftig über Gentechnik und Reproduktionsmedizin gestritten. Auf Druck von Forschern und Industrie plant die Politik, künftig verbrauchende Embryonenforschung und das Patentieren menschlicher Gene zu erlauben. Über den aktuellen Stand, Risiken und Alternativen wird auf der Tagung diskutiert. Veranstalter: Basler Appell gegen Gentechnologie, das Blaue Institut und die Zeitschrift Soziale Medizn. Ort: Zentrum für Lehre und Forschung, Hebelstr. 20, Basel. Information und Anmeldung: Zeitschrift Soziale Medizin, Telefon: 0041 - (0)61 - 691 13 32.

 

 

 

September 2002

 

2. September 2002 Sterbehilfe und Patientenschutz - (k)ein Gegensatz? Erfahrungen, Möglichkeiten, Grenzen und beabsichtigte wie unbeabsichtigte Folgewirkungen der verschiedenen europäischen Konzepte zur Sterbehilfe. Was bedeutet die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes des sterbenden Patienten? Rechtsunsicherheiten auf Grund der deutschen Rechtssprechung für die behandelnden Ärzte bzw. das Pflegepersonal in den verschiedenen betreuenden Einrichtungen. Wo sind gesetzliche Initiativen für Deutschland bzw. Abstimmungen im Rahmen der EU notwendig? Referenten: Frau Bühner, Altenpflegerin; Dr. Marc-Antoine Crocq, Arzt in Frankreich; Prof. Dr. E. Luther, Medizinethiker, Mitglied der Enquete-Kommission des dt. Bundestages ‚Recht und Ethik in der Medizin'; Gita Neumann, Dipl.-Psychologin, Berlin; Frau Dr. Birgit van Oorschot, Ärztin, Thüringen; Prof. Dr. Chris Johannes Rutenfrans, Kriminologe, Niederlande; Herr Vandenbusche, Arzt, Belgien. Moderation: Dr. habil. Viola Schubert-Lehnhardt, Mitglied der Enquete-Kommission des Thüringer Landtags ‚Wahrung der Würde menschlichen Lebens in Grenzsituationen', Prof. Dr. Herbert Meyer, Leiter Zentrum für Ethik in der Medizin, Thüringen. Eine Veranstaltung der PDS-Fraktion im Thüringer Landtag, dasThüringer Forum für Bildung und Wissenschaft e.V. und der Bildungsverein Elbe-Saale. Ort: Augustinerkloster in Erfurt. Zeit: 13.00 bis 18.00 Uhr

3. September Treffen des ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.

6. bis 8. September Gespräche mit der Anthroposophie. Grenzen überschreiten - Brücken bauen. Menschen, die sich im Grenzgebiet zwischen Anthroposophie und Kirche bewegen, stellen sich dem Gespräch. Referenten sind u.a. Pietro Archiati, Prof. Martin Kriele und Gerhard Wehr. Veranstalter: Ev. Akademie, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll. Leitung: Dr. Brigitte Furche, Albrecht Strebel. Sekretariat: Wilma Hilsch, Tel: 071 64 - 79 232, Fax: 07164 - 79 1217, e.M: wilma.hilsch@ev-akademie-boll.de

9. September Manchmal kann ich einfach nicht mehr! Die Problematik pflegender Angehöriger. Gertrud Terhürne, Dipl. Psych. Angehörigen-Beratungsstelle ambet e.V., Braunschweig. Veranstalter: Hospizarbeit Braunschweig e.V., Hohetorwall 1A, Braunschweig. Zeit: 17.30 Uhr

13. September Humanagenetik - Faszinierendes und Furchterregendes einer neuen Technologie - Menschenrechtlich-demokratische Erfordernisse. . Veranstalter: Ev. Akademie Arnoldshain, Im Eichwaldsfeld 3, 61389 Schmitten/Ts., Tel: 06084 - 9440, Fax: 06084 - 944 138, e-M: office@evangelische-akademie.de,   www.evangelische-akademie.de

13. Und 14. September Symposium aus Anlass des 60. Jahrestages der Wannseekonferenz zur ‚Endlösung der Judenfrage'. Veranstalter:Forschungs- und Dokumentationsstelle beim Bund demokratischer Wissenschaftler, Bildungsverein Elbe-Saale, Gedenkstätte für die Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg. Veranstaltungsort: Gedenkstätte für die Opfer der NS-"Euthanasie" Bernburg, c/o Olga-BenarioStr. 16, 06406 Bernburg, Ansprechpartner: Dr. habil. Viola Schubert-Lehnhardt, Tel: 0345-8054840.

14. September, von 13.30 bis 16.30 Uhr, Alexanderplatz bis zur St. Hedwigskathedrale, Berlin Wir laden Sie herzlich ein zur Aktion "1000 Kreuze für das Leben", einem Zeichen für Menschenwürde und Lebensrecht: 13.30 Uhr Philip Prinz zu Preußen: "Die wahre Love-Parade", Schriftstellerin Karin Struck: "Warum ich traurig bin", Interview mit Mark Ehrenfried, dem zehnjährigen Klaviervirtuosen aus Berlin u.a. 14.30 Uhr, Ausgabe der Holzkreuze und Beginn der Demonstration, 15.30 Uhr, Ökumenischer Gottesdienst in der St. Hedwigskathedrale. Etwa 1000 Abtreibungen finden an einem Arbeitstag statt. Bei jeder Abtreibung stirbt ein Kind, das Menschenwürde und ein Recht auf Leben hat. Es ist ein Mensch von Anfang an! Das Herz schlägt seit dem 20. Lebenstag. Haben wir uns daran gewöhnt? Finden wir uns mit dieser größten Menschenrechtsverletzung in unserem Lande ab? Dunkle Kleidung der Teilnehmer erwünscht Veranstalter: Bundesverband Lebensrecht e.V Pro Life BERLIN, Fehrbelliner Straße 99, 10119 Berlin, Fon 030 / 44 05 88 66, Fax 030 / 44 05 88 67, e-mail: info@kaleb.de www.bv-lebensrecht.de, www.pro-life-berlin.de, www.kaleb.de

13. September Ja zum Leben bis zuletzt. Vom Sinn des Alterns und Sterbens. Referent: Dr. med. H. Christof Müller-Busch. Veranstalter: Verein für anthroposophisches Heilwesen e.V., Unterlengenhardt. Tel: 07052 - 93 01-0, Fax: 07052 - 93 01 10, e-M: verein@heilwesen.de, www.heilwesen.de Ort: Kaspar-Hauser-Therapeutikum, Rolandstr. 18-19, Berlin, Tel: 030-47 49 05-0

16. September in Brüssel Lobbying in europäischer Dimension, 8. Europäisches Forum: Politik,Wirtschaft, Verwaltung im Dialog. Aus dem Inhalt: Der Lobbyist als Kommunikator zwischen vielen Interessen-Stühlen; Die EU-Institutionen - Ansatzstellen für ein erfolgreiches Lobbying; Die Arbeit der EU-Kommission (und wie Lobbyisten damit umgehen); Der Lobbyist als Mediator zwischen Unternehmen und Politik; Lobbying aus der Sicht der EU-Parlamentarier; Fallstudie Lobbying-Kampagne des Hartmannbundes: Entscheidungsfindung in der EU. Information: F.A.Z.-Institut, Mainzer Landstraße 195, 60 326 Frankfurt / Main, Tel: 069 - 7591 2243, Fax: 069 - 7591 2764, e-M: seminare@faz-institut.de, www.seminare-faz-institut.de

18. bis 20. September 2002 Ist die Menschenwürde unantastbar? Wie steht es mit Strafvollzugsbediensteten, Gefangenen und ihren Opfern? Strafvollzugsbedienstete werden von Gefangenen oft diffamiert. Wo bleibt ihre Menschenwürde? Gefangene sehen sich durch den Freiheitsentzug als Opfer einer strafenden Gesellschaft und ihrer Würde beraubt, obwohl sie mit ihren Straftaten selbst die Würde ihrer Opfer verletzt haben. Es gilt, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, die Würde anderer sowie die eigene zu achten. Veranstalter: Ev. Akademie, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll. Leitung: Dr. Helmut Geiger, Dr. Gabriele Dolde, Wilfired Ostheimer. Sekretariat: Ulrike baule, Tel: 07164 - 79 233, Fax: 07164 - 79 12 84,, e-M: ulrike.baule@ev-akademie-boll.de

18th to Saturday 21st September 2002: An International Workshop Genetic Engineering and the Intrinsic Value and Integrity of Animals and Plants. Place: Royal Botanic Garden, Edinburgh, UK Speakers: *Holmes Rolston III, Environmental Ethicist, Department of Philosophy, Colorado State University *Donald Bruce, Church of Scotland Science Religion & Technology Project *Craig Holdrege, Contextual Biologist, The Nature Institute, New York *Howard Davies, Theme Leader "Genes to Products" Scottish Crop Research Institute, Dundee *Ruth Richter, Plant Morphologist, Naturwissenschaftliche Sektion, Goetheanum, Switzerland *Henk Verhoog, Bioethicist, Louis Bolk Instituut, Netherlands *Harry Griffin, Assistant Director (Science), Roslin Institute, Edinburgh *Timothy Brink, Development Manager, Demeter Standards UK *Mike Radford, Animal Welfare Lawyer, Department of Law, Aberdeen University *Christina Henatsch, Biodynamic Plant Breeder, Kultursaat, Germany *Ton Baars, Senior Scientist, Animal Husbandry, Louis Bolk Institute, Netherlands *Clive Spash, Socio-economist, The Macaulay Institute, Aberdeen *Bruce Whitelaw, Molecular Geneticist, Roslin Institute, Edinburgh *Johannes Wirz, Contextual Biologist, Naturwissenschaftliche Sektion, Goetheanum, Switzerland

Workshop concept and aims Plant and Animal: Guided Observation Sessions Breakout Workshops 19th & 20th September, 4.30-6.00 p.m.

Panel Discussion, Friday 20th September, 7.30 p.m. Open to visitors attending for the evening. Led by panelists chosen from the plenum speakers. Contributions from the floor.

Plenum Discussions Who should attend?

For more information please see the workshop web page at: http://www.anth.org/ifgene/2002.htm or contact Ifgene UK co-ordinator: David Heaf, Hafan, Cae Llwyd, Llanystumdwy, LL52 0SG, UK. . Tel/Fax: 01766 523181. Email: 101622.2773@compuserve.com Booking deadline 16 August 2002. Organised by Ifgene -- International Forum for Genetic Engineering

 

17. September Treffen des ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.

Sept. 20 - 22, 2002, New York City, USA Beyond Cloning: Protecting Humanity from the New Eugenic Technologies. This important conference precedes the United Nations' week-long on a treaty to ban reproductive human cloning. Details: http://www.genetics-and-society.org/conference (Dort kann sich jederfrau und jedermann Informationen bestellen.)

21. September Zwischen Kompetenz und Instrumentalisierung - Selbsthilfegruppen und biomedizinische Forschung. Referenten: Uta Wagenmann, (GeN); Karin Stötzner, SEKIS e.V.; Katrin Grüber, Institut Mensch, Ethik, Wissenschaft (IMEW); Erika Feyerabend, BioSkop e.V. Tagungsgebühr: Euro 10. Anmeldung + Information: Gen-ethisches Netzwerk e.V., Tel: 030-685 7073, Fax: 030-684 1183, e-M: gen@gen-ethisches-netzwerk.de

 

Oktober 17. bis 20. Oktober Kongress zum Thema ‚Ethik des Sterbens - Würde des Lebens'. Veranstalter: Nikodemus-Werk e.V., Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz, Medizinische Sektion am Goetheanum, Verein für Anthroposophisches Heilwesen e.V. Veranstaltungsort: Kassel. Auskunft und Anmeldung: Verein für anthroposophisches Heilwesen e.V., Johannes-Kepler-Str. 56, 75378 Bad Liebenzell, Tel: 07052 - 94010, e-Mail: verein@heilwesen.de, www.heilwesen.de

 

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Nachdenkenswertes für die Gesundheit

 

Falsch dosierte Medikamente, 28.7.2002 Wenn Ärzte sich irren, kann das fatale Folgen für die Patienten haben. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover haben in einer Studie herausgefunden, dass viele Krankenhausärzte Medikamente falsch dosieren. In einem Fragebogen sollten die Mediziner angeben, welche Dosis eines Medikaments sie wählen, um bestimmte Krankheiten zu behandeln. Erschreckendes Ergebnis: nur 50 Prozent der Ärzte konnten die richtige Medikamentendosis angeben. Fünfzehn Prozent der Mediziner verordneten eine zu geringe Menge an Medikamenten, in fünf Prozent der Fälle wurde eine teils bedenkliche Überdosis angegeben, 30 Prozent konnten überhaupt keine Angaben über die therapeutisch korrekte Wirkstoffmenge machen. Dabei hatte Prof. Jürgen Frölich, der die Untersuchung leitete, auf komplizierende Fragen bewusst verzichtet.

"Ärzte", so das niederschmetternde Urteil des klinischen Pharmakologen, "wollen sich vor dem Patienten keine Blöße geben und spielen die Rolle des Allwissenden." Für die Kranken endet diese pharmakologische Variante von "russisch Roulette" mitunter tödlich: 25.000 Menschen sterben jedes Jahr in deutschen Krankenhäusern durch falsche Verordnungen.

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Falsche Ernährung für jeden dritten krebstod verantwortlich, 28.7.2002 Nitrofen, Acrylamid und andere chemische Rückstände in Lebensmitteln sind nach Ansicht des Münchner Toxikologen Professor Helmut Greim für etwa ein Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich. "Aber 30 Prozent aller Krebstoten gehen auf das Konto unvernünftiger Ernährung", sagte Greim de Berliner Verbraucherzeitschrift "Guter Rat" (Augustausgabe). Die meisten Chemikalien würden wie natürliche Stoffe auch vom Körper abgebaut. "Es gibt allerdings auch Ausnahmen, wie das frühere Insektizid DDT oder Dioxine. Diese reichern sich im Fettgewebe an." Die Hauptfehler bei der Ernährung brachte der Forscher von der Technischen Universität München auf die Formel "zu viel, zu fett zu süß". Die Zeitschrift rät, weniger Fleisch und Fertiggerichte und dafür mehr frisches Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte zu essen. Verbraucher sollten dabei auf Gemüse der Saison aus dem regionalen Anbau achten. Dank kurzer Transportwege könnten dort die Früchte erst zur wirklichen Reife geerntet werden und seien daher frischer.

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Schwarzer Hautkrebs auf dem Vormarsch, 28.7.2002 Dies berichtete der Dermatologe Prof. Gerd Plewig auf einer Pressekonferenz im Rahmen eines Dermatologen Kongresses in München. Ein Grund sei, dass "die Sonnenexposition in unglaublichem Maß steigt", erklärt Plewig. Aufgrund des veränderten Freizeitverhaltens seien schon kleine Kinder häufig der Sonne ausgesetzt. Die genauen Ursachen für den Anstieg der Hautkrebsfälle seien jedoch unbekannt. Der Experte rät: "Patienten sollen jährlich zur TÜV-Inspektion der Haut". Wenn das Melanom in einem sehr frühen Stadium erkannt würde, seien die Heilungschancen gut. In einem fortgeschrittenen Stadium bei Tumordicken von mehr als 1,45 Millimetern bestehe allerdings nahezu keine Hoffnung auf Heilung, warnte der Direktor der Münchener Poliklinik für Dermatologie und Allergologie. Auch die Nachfolgeuntersuchungen nach einer erfolgreichen Behandlung seien äußert wichtig, da Patienten mit einem malignen Melanom ein 33-fach erhöhtes Risiko hätten ein zweites zu bekommen. Der schwarze Hautkrebs ist der bösartigste Hauttumor und eine der gefährlichsten Krebsarten überhaupt. Im Vergleich zu anderen Hauttumoren löst er relativ früh in anderen Organen Absiedlungen, die so genannten Metastasen, aus. Bei Frauen tritt er etwas häufiger auf als bei Männern. Er entsteht nicht nur an sonnenbeschienenen Stellen, sondern auch an Rücken, Bauch oder Gliedmaßen. In seltenen Fällen entwickelt er sich an schlecht einsehbaren Körperstellen wie unterhalb eines Nagels, in den Zwischenzehenräumen oder an den Schleimhäuten. Jährlich sterben in Deutschland rund 2 000 Menschen am schwarzen Hautkrebs.

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Vom Vitamin für Schwangere zur Prophylaxe für alle Genügend Folsäure während der Schwangerschaft reduziert beim Fötus das Risiko einer Spina bifida, des «offenen Rückens». Weil das Vitamin auch andere Krankheiten günstig beeinflusst, fordern Wissenschafter und Ärzte die obligatorische Anreicherung des Mehls mit Folsäure.

Bevor eine Frau schwanger wird, sollte sie täglich eine Tablette mit 400 Mikrogramm Folsäure einnehmen. Damit beginnt sie idealerweise vier Wochen vor der Empfängnis; die Behandlung führt sie dann während der ersten drei Monate der Schwangerschaft durch. Diese Empfehlung, im Original an alle Frauen im gebärfähigen Alter ohne sichere Verhütungsmethode gerichtet, datiert aus dem Jahr 1996 und wird vom Bundesamt für Gesundheit sowie von verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften unterstützt.

Seit dem letzten Ernährungsbericht aus dem Jahr 1998 ist bekannt, dass die gesamte Bevölkerung zu wenig Folsäure aus der Nahrung aufnimmt. Berechnungen gehen von durchschnittlich 260 Mikrogramm pro Tag aus; Vegetarier bringen es auf bis zu 350 Mikrogramm. Junge Frauen, die sich aus Angst vor einer Gewichtszunahme einseitig ernähren, nehmen laut einer Zürcher Untersuchung vor zehn Jahren oft sogar noch weniger Folsäure zu sich.

Alle diese Werte liegen unter dem vor zwei Jahren von der schweizerischen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesbedarf von 400 Mikrogramm für Erwachsene und 600 Mikrogramm für Schwangere.

Von einer Folsäure-Supplementierung profitieren diejenigen Frauen am meisten, die ein hohes Grundrisiko für einen Neuralrohrdefekt ihres Ungeborenen haben. Dabei spielen neben Ernährungsgewohnheiten auch genetische Faktoren eine Rolle.

In der Schweiz werden jedes Jahr rund 20 Kinder mit Spina bifida geboren, weitere 60 Föten werden wegen der bei der Ultraschalluntersuchung festgestellten Fehlbildung abgetrieben. Weil es schwierig und teuer ist, junge Frauen mit Gesundheitskampagnen zur Einnahme von Folsäure zu motivieren, fordern Wissenschafter und Ärzte seit längerem die generelle Anreicherung eines Grundnahrungsmittels mit Folsäure. Damit ließe sich nach Meinung der Experten die Häufigkeit von Neuralrohrdefekten um bis zur Hälfte senken. Mit einer obligatorischen Anreicherung würden auch Frauen mit ungeplanter Schwangerschaft (in der Schweiz fast jede zweite) und Frauen aus unteren sozialen Schichten wie Immigrantinnen genügend Folsäure erhalten.

In den USA, in Kanada, Chile und Ungarn wird das Mehl bereits seit einigen Jahren mit Folsäure angereichert. In Amerika beträgt die seit 1998 vorgeschriebene Menge 1,4 Milligramm synthetische Folsäure pro Kilogramm Mehl. Für Frauen, die im Schnitt weniger Brot essen als Männer, bedeutet dies eine zusätzliche Vitaminzufuhr von 80 Mikrogramm pro Tag. Laut Schätzungen hat sich damit die Rate an Spina bifida in Amerika um rund 20 Prozent reduziert.

Auch in England wird die obligatorische Anreicherung des Mehls diskutiert. Ein Epidemiologie- Professor schrieb dazu im Juni in einem Editorial des «British Medical Journal», dass Regierungen, die keine Folsäure-Anreicherung sicherstellten, ihre Sorgfaltspflicht gegenüber der öffentlichen Gesundheit vernachlässigten. In Australien und Neuseeland wird die Anreicherung vom Gesundheitsdienst ebenfalls propagiert, allerdings nur auf freiwilliger Basis.

Die Folsäure-Anreicherung eines Grundnahrungsmittels sei einfach durchzuführen und mit weniger als zwei Rappen pro Kopf und Jahr äußerst billig, argumentiert Otmar Tönz, emeritierter Professor für Pädiatrie am Kinderspital in Luzern und ehemaliger Präsident der eidgenössischen Ernährungskommission. Sogar die Gesundheitskosten würden dadurch gesenkt, verursacht doch ein Kind mit Spina bifida Kosten von rund einer Million Franken. Zudem würde die staatlich verordnete Mehl-Anreicherung die Folsäure-Aufnahme der gesamten Bevölkerung verbessern.

Seit einiger Zeit gibt es nämlich Hinweise, dass Folsäure nicht nur das Risiko eines Neuralrohrdefekts senkt, sondern auch die Entstehung von Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten sowie Missbildungen am Herzen und an den Harnwegen. Studien lassen zudem vermuten, dass kindliche Leukämien bei Folsäure-Supplementierung seltener auftreten; sogar bei der Entstehung einer Trisomie 21 wird über eine schützende Wirkung des Vitamins spekuliert. Folsäure senkt auch den Homocystein-Spiegel im Blut. Homocystein, eine essenzielle Aminosäure, ist ein Risikofaktor für Arteriosklerose und begünstigt Herzinfarkt, Hirnschlag, Thrombosen und Embolien. Doch auch bei der Verhinderung von Krebs scheint die Folsäure eine Rolle zu spielen - am besten ist dies für den Dickdarmkrebs dokumentiert.

Im Gegensatz zum Effekt der Folsäure auf den Neuralrohrdefekt sind diese Befunde allerdings noch nicht abschließend bewiesen. Auch weiß man noch nicht, ob Homocystein ursächlich an den Krankheiten beteiligt ist. Um das herauszufinden, werden gegenwärtig Placebo-kontrollierte Studien durchgeführt, die in den nächsten Jahren abgeschlossen sein sollten. Eine solche Untersuchung führten kürzlich auch Ärzte am Berner Inselspital durch. Sie konnten zeigen, dass Folsäure nach einer Ballondilatation der Herzkranzarterien das Risiko für einen erneuten Verschluss des behandelten Gefäßes verringert.

Ein medizinisches Argument gegen eine generelle Folsäure-Anreicherung des Mehls betrifft ältere Personen mit einem Mangel an Vitamin B12. Zusätzliche Folsäure kann bei ihnen nämlich eine Blutarmut als «Warnzeichen» des B12-Mangels verschleiern, was zu schweren neurologischen Störungen führen kann. Dieses Argument lässt Tönz jedoch nicht gelten. Ein Arzt müsse einen Vitamin-B12-Mangel auch ohne Anämie diagnostizieren können, was mit einer Bestimmung des Vitamingehalts im Blut möglich sei. Zudem fehle bei einem B12-Mangel das vermeintliche Warnzeichen nicht selten. Auch andere Bedenken, wonach unter Folsäure-Substitution die Rate an Zwillingsgeburten in Schweden angestiegen sei, sind unter Fachleuten umstritten. In der Schweiz geht die Idee der Folsäure-Anreicherung auf ein Postulat des Zürcher Nationalrats Roland Wiederkehr zurück. Dieser fragte 1997 den Bundesrat an, ob man angesichts der gesundheitlichen Vorteile der Folsäure nicht eine generelle Anreicherung des Mehls mit diesem Vitamin einführen sollte. Inzwischen hat eine Arbeitsgruppe der eidgenössischen Ernährungskommission im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit einen Expertenbericht verfasst, der die obligatorische Anreicherung klar befürwortet. Der Bericht soll Mitte Oktober veröffentlicht werden.

Darin empfehlen die Experten, unter ihnen auch Tönz, künftig das Mehl flächendeckend mit 3 Milligramm Folsäure pro Kilogramm anzureichern. Dies entspricht der doppelten Menge, die in den USA vorgeschrieben ist. Damit sollten in der Schweiz Frauen täglich im Schnitt zusätzlich 250, Männer 300 Mikrogramm reine Folsäure mit der Nahrung erhalten. Für junge Frauen, die wenig Brot essen, reiche diese Menge aber nur knapp, warnt Tönz, weshalb seiner Meinung nach wie in den USA auch Brotersatzprodukte wie Frühstückszerealien angereichert werden sollten.

Matthias Rath B.V. info.service@rath.nl, Postbus 405 FON: +31 546 533 320 NL-76400 AK Almelo FAX: +31 546 533 341, http://www.drrath.com

 

Kontakt: Angelika Wessel, Wedderkopsweg 4, 38118 Braunschweig, Tel + Fax: 0531 - 50 65 15 Bankverbindung: Postbank Hannover, Konto 3539 26-308, BLZ 250 100 30 - Angelika Wessel Stichwort: ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' www.kritische-bioethik.de


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