Rundbrief Mai 2002
Liebe Empfänger dieser Nachrichten,
Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt,
ist es Zeit, sich zu besinnen.
Mark Twain
Inhalt - Veranstaltungshinweise für diesen Monat und Vorschau auf Juni 2002 - Staatliche Ethik - Kardinal Lehmann mahnt Ärzte: Menschliches Leben nicht vernichten - Was ist Menschenwürde? - Neugierembryo, Schwedische Grenzgänge - "Gentests vorerst verbieten" - Bundesarbeitsgemeinschaft der Krisentelefone, Beratungs- und Beschwerdestellen für alte Menschen - Abtreibungen sind 2001 weiter gestiegen - Unmut über biopolitische Verhandlungen (Klonen) der Regierung - ver.di München äußert sich zu den Skandalen in der Altenpflege - Kennen Sie die InteressenGemeinschaften Kritische Bioethik Deutschland?
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VORSCHAU Vorausschau, Voraus-Blick, Tagungen, Vorträge, Kongresse zusammengestellt vom Arbeitskreis Bioethik Braunschweig
Mai 2002 plus TV_Hinweise
18. April bis 31. Oktober 2002 Der Mensch zwischen Biotech und Bibel'. Eine Sonderausstellung über Chancen und Grenzen der Bioethnologie: Künstliche Befruchtung, Organtransplantation, Designer-Baby, Ersatzteile von Tieren und Menschen, Klonen. Die Veranstaltung mit Unterstützung von Religionslehrern und Schülern der Neuen Oberschule präsentiert die Braunschweiger Bibelgesellschaft. Ort: Martinikirche, Altstadtmarkt, Braunschweig Am 3. Juni um 19.30 Uhr in St. Martini findet eine Podiumsdiskussion über den Baukasten Mensch, Biotechnologie und Ethik' statt.
Donnerstag, 2. Mai 2002 - Fernsehen PRO SIEBEN, 20.15 - 22.15 Uhr (120 Minuten): "Der Runner" - Deutscher Spielfilm (2000) - Mann auf der Flucht vor Organ-Händlern einer Transplantations-Firma (Wiederholung am Samstag, 4. Mai 2002 auf PRO SIEBEN um 04.50 Uhr)
Freitag, 3. Mai 2002 - Fernsehen PRO SIEBEN, 00.05 - 01.45 Uhr (100 Minuten): "Johnny 2.0" - US-Thriller (1997) - Gentechnik-Forscher wird selber geklont
3. Mai Der Dokumentarfilm Mein kleines Kind' konfrontiert mit der Frage nach schwerstbehindertem Leben. Veranstalter: Der Frauenkulturverein "Spinsters". Ort: Brunsviga, Karlstr., Braunschweig. Zeit: 20 Uhr
3. bis 5. Mai Präntale Diagnostik: Rasterfahndung oder Hilfe zum Glück? Ethik im Gespräch. Information: Institut für Kirche und Gesellschaft, Ev. Akademie Iserlohn, Tel: 02371 - 3520, Fax: 02371 - 352-130, e-M: akademie@kircheundgesellschaft.de
3. und 4. Mai Patientenautonomie - Instrumente zu ihrer Verwirklichung. Vom mündigen Patienten wird eine informierte Entscheidung' gefordert. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Patienten sich autonom und selbstverantwortet im Gesundheitswesen verhalten können? Veranstaltet von der Ev. Akademie Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll, Tel: 07164 --79 440.
3. und 4. Mai Normierte Gesundheit? Zur Veränderung des Verständnisses von Gesundheit, Krankheit, Behinderung durch gentechnische Innovation. Veranstalter: Ev. Akademie zu Berlin und dem Zentrum für Human- und Gesundheitsforschung der Berliner Hochschulmedizin. Information: Ev. Akademie zu Berlin, Charlottenstr. 53/53, 10117 Berlin. Tel: 030 - 20355 500, Internet: www.eaberlin.de
4. Mai 2002 18. oeffentliche Tagung der Juristen-Vereinigung Lebensrecht e.V. (JVL) in Koeln. Ort: Senatshotel (Naehe Dom und Rathaus) Unter Goldschmied 9-17, 50667 Koeln. Tagungsbeitrag fuer Nichtmitglieder: 10,- Euro, fuer Studenten und Referendare: 5,- Euro.
Sonntag, 5. Mai 2002 - Fernsehen ZDF 23.15 - 23.45 Uhr Die ZDF-dokumentation "Schafft diese Heime ab!" Neue Wege in der Pflege. Film von Sabine Kemper. Gibt es Alternativen für die über 2,2 Millionen Menschen in Deutschland, die zu Hause oder im Heim auf Pflege angewiesen sind? Beispiele menschenwürdiger Pflege sind nicht nur in Holland, Dänemark oder Schweden zu finden. Auch hierzulande leisten besonders engagierte Altenpfleger Pionierarbeit. Wie Stefan Gutenson, der verschiedene alternative Projekte auf den Weg gebracht hat, in denen pflegebedürftige Menschen so individuell betreut werden, als lebten sie noch in ihrem vertrauten Zuhause.
Montag, 6. Mai 2002 - Fernsehen VOX, 22.20 - 23.20 Uhr (60 Minuten): "Der konstruierte Mensch - Teil 2: Die Macht der Hormone" - Dokumentation aus der englischen Reihe BBC Exclusiv über Geschlechtshormone, die die Fortpflanzung steuern und das Verhalten beeinflussen
WDR, 22.30 - 23.15 Uhr (45 Minuten): "die story - Wer ist mein Vater?" - Menschen auf der Suche nach einem unbekannten Samenspender
Dienstag, 7. Mai 2002 - Fernsehen VOX, 20.15 - 21.10 Uhr (55 Minuten): "Dark Angel" - US-Serie über gentechnisch veränderte Frau (Action-Serie, Wiederholung am Mittwoch, 8. Mai 2002, in VOX von 00.10 - 01.05 Uhr)
9. - 12. Mai 2002 ALfA-Infostand auf den Jugendmesse "you" in Essen Besuchen Sie uns. Sie finden uns in Halle 1 unter der Standnummer 1020.
4. und 5. Mai Forschung mit menschlichen Embryonen - gibt es eine Grenze? Die Diskussion um Fragen zum Beginn des menschlichen Lebens hatte zuletzt während der Verhandlungen zum Paragraphen 218 Konjunktur. Seitdem ist der wissenschaftliche Fortschritt so schnellebig, dass die Thematik erneut aktuell entfacht ist. Der Stand der bio-technologischen Möglichkeiten soll auch für Laien verständlich dargestellt und die daraus resultierenden Fragen aund ethischen Zwickmühlen herausgehoben und diskutiert werden. Referenten: Prof. Dr. jur. Hans-Ludwig Schreiber, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Allgemeine Rechtstheorie, Uni Göttingen. Prof. Dr. Ludger Honnefelder, Dir. des Instituts für Wissenschaft und Ethik, Uni Bonn, NN. Ort: Bad Honnef, Haus Magdalena, Königin-Sophie-Str. 10, 53604 Bad Honnef, Tel: 02224 - 95 00, Fax: 02224 - 95 01 01. Zeit 13.00 bis 13.30 Uhr am 5. Mai.
5. Mai Internationaler Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen (Aktion Mensch)
8. Mai Es wird gegessen, was auf den Tisch komm! Grüne Gentechnik; Info; Ort: Ev. Landjugendakademie Altenkirchen, Dieperzbergweg 13, 57610 Altenkirchen. Tel: 02681 - 9516-0
8. bis 12. Mai Internationaler Kongress für Embryologie, Therapie und Gesellschaft - Die emotionale Welt des ungeborenen Kindes und ihre Bedeutung für Individuum und Gesellschaft (Forschung, Prävention, Psychotherapie, Kultur, Gesellschaft) Kosten zwischen Euro 450 und 500. Information: Congress 2002, Tel 0031 - 24 - 388 0514, Die 9 - 17 Uhr
Freitag, 10. Mai 2002 - Fernsehen HESSEN 3, 14.30 - 15.15 Uhr (45 Minuten): "Genfood" - Dokumentation über gentechnisch veränderte Pflanzen und Nahrungsmittel
10. bis 12. Mai Gewalt und Toleranz. Wie können künstlerische Therapien helfen? Hauptvorträge wie Friedensarbeit in Bosnien (Herbert Fröhlich), Gewalt in der Medizin (Elisabeth Wellendorf), Kunsttherapie mit Trauma-tisierten (Trus Wertheim, NL) und im Frauengefängnis (Inge Tsel, Estland) sowie in der Psychiatrie (Flora Gräfin von Spreti, München). Dazu 16 künstlerisch-therapeutische Arbeitsgruppen (Tanz, Musik, bildnerische Gestaltung, Sprache, Bewegung). Programm erhältlich bei: Universitäts-professor em. Dr. med. Peter Petersen, Forschungsinstitut für Künstlerische Therapien, Tel: 0511-549 06 33 (Tel. besetzt Montag, Mittwoch, Freitag 8.30 bis 12.00 Uhr), Fax: 0511-549 06 35, e-M. prof.peter.petersen@t-online.de
13. Mai Schwerwiegende Krankheiten und Krankheitserscheinungen am Ende des Lebens, auch im Hinblick auf die Formulierung in Patientenverfügungen. Referent: Dr. med. Rainer Prönneke, Klinkum Salzgitter. Ort: Hospiz-arbeit Braunschweig e.V., Hohetorwall 1A, Braunschweig. Zeit: 17.30 Uhr
14. Mai Treffen des Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.
15. bis 17. Mai Gene und Geschäfte, Moleküle und Macht. Veranstalter: Ev. Akademie Loccum. Tel: 05766 - 810 Anfragen: Zentrum für Gesundheitsethik an der Ev. Akademie Loccum, Knochenhauerstr. 33, 30159 Hannover, Tel: 0511 - 1241 - 496, e-M: zfg@evlka.de
21. Mai Vortrag und Diskussion: "Soll alles machbar sein, was machbar ist?" Dr. Mischa Schubert, Molekular-genetikerin. Ort: Brunsviga, Karlstr., Braunschweig. Zeit: 19.30 Uhr. Dieser Abend ist ausschließlich für weibliche Zuhörer.
22. Mai Eingenverantwortung und Solidarität im Gesundheitswesen. Tagesveranstaltung in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse Niedersachsen und der Ärztekamer Niedersachsen. Anfragen: Zentrum für Gesundheitsethik an der Ev. Akademie Loccum, Knochenhauerstr. 33, 30159 Hannover, Tel: 0511 - 1241-496, e-M: zfg@evlka.de
24. bis 26. Mai Frühjahrstagung des AK zur Erforschung der nationalsozialistischen "Euthanasie"-Verbrechen und Zwangssterilisation. Informationen: Schloss Hartheim, Fax: 0043 - 7274 - 6536 - 262, e-M: schloss.hartheim@aol.at
28. Mai Treffen des Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.
VORSCHAU Juni 2002
3. Juni um 19.30 Uhr in St. Martini, Altstadtmarkt, Braunschweig Podiumsdiskussion Baukasten Mensch, Biotechnologie und Ethik'. Teilnehmer: Dr. Helmut Blöcker, Koordinator des deutschen Humangenom-Projektes, Gesellschaft für Biotechnologishe Forschung, Braunschweig. Dr. Sigrid Graumann, Institut "Mensch, Ethik und Wissenschaft", Berlin, Gottfried Orth, Prof. für Ev. Theologie, TU Braunschweig. Der Mensch zwischen Biotech und Bibel. Eine Sonderausstellung über Chancen und Grenzen der Bioethnologie: Künstliche Befruchtung, Organtransplantation, Designer-Baby, Ersatzteile von Tieren und Menschen, Klonen. Die Veranstaltung mit Unterstützung von Religionslehrern und Schülern der Neuen Oberschule präsentiert die Braunschweiger Bibelgesellschaft. Ort: Martinikirche, Altstadtmarkt, Braunschweig vom18. April bis 31. Oktober 2002
3. bis 7. Juni Junge Akademie - Next GENeration?! Eine Projektwoche zu den Themen: Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese. Information: Institut für Kirche und Gesellschaft, Ev. Akademie Iserlohn, Tel: 02371 - 3520, Fax: 02371 - 352-130, e-M: akademie@kircheundgesellschaft.de
5. Juni - Filmabend mit Diskussion "Cloned - die Menschenmacher". Neue Methoden der Fortpflanzungsmedizin in der Diskussion. Ort: Hanns-Lilje-Haus, Hannover. Zeit: 18.30 Uhr. Anfragen: Zentrum für Gesundheitsethik, Tel: 0511 - 1241-496, e-M: zfg@evlka.de
7. - 9. Juni 2002 "Mensch - Werdung: soziale, biologische und philosophische Aspekte". 7. Kooperationsseminar der "Aerzte fuer das Leben" und der Hanns-Seidel-Stiftung im Bildungszentrum Kloster Banz. Referenten: Frau Prof. Dr. phil. Karin Ulrich-Eschemann, Erlangen; Frau Dr. med. Dr. theol. h.c. Maria Overdick-Gulden, Trier; Herr Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald, Muenchen. Leitung: Dr. med. Wolfgang Furch. (Mehr dazu: www.aerzte-fuer-das-leben.de)
11. Juni Treffen des Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.
11. Juni Medizinethik Praktisch. Rolle und Aufgabe der Seelsorge in der klinischen Ethikberatung. Tagesveran-staltung für die Krankenhausseelsorge. Anfragen: Zentrum für Gesundheitsethik an der Ev. Akademiee Loccum, Knochenhauerstr. 33, 30159 Hannover, Tel: 0511 - 1241-496, e-M: zfg@evlka.de
12. Juni - Filmabend mit Diskussion "Mein Leben gehört mir". Eine Frau kämpft um ein Sterben in Würde und Frieden. Ort: Hanns-Lilje-Haus, Hannover. Zeit: 18.30 Uhr. Anfragen: Zentrum für Gesundheitsethik, Tel: 0511 - 1241-496, e-M: zfg@evlka.de
12. und 13. Juni Technik ins Gerede bringen - ethische Diskurse zwischen Politikberatung und gesellschaftlicher Urteilsbildung. Veranstalter: Ev. Akademie der Pfalz, Speyer. Tel: 06232 - 6020-0, Fax: 06232 - 60 20 22. Ort: Klingenmünster, Johann-Sebastian-Bach-Haus, Keysermühle.
14. bis 16. Juni Humanität - ein Fremdwort im globalen Zeitalter Ist der Zentralbegriff abendländischer Geistesgeschichte, die Humanität, zum Fremdwort in der Moderne geworden? An klassischen Positionen der deutschen Aufklärung soll nach der Wirkungsmacht humanistischer Positionen im globalen Zeitalter gefragt werden. Veranstalter: Ev. Akademie Bad Boll. Referent: Dr. Klaus Hirsch. Sekretariat: Helga Steck, Tel: 07164 - 79 266, Fax: 07164 - 79 12 59, e-m; helga.steck@ev-akademie-boll.de Tagung: 560202
15. Juni zwischen 15.00 Uhr und 2.00 Uhr morgens am 16. Juni - Diskurs-Nacht Bioethik: 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr mit 2x1 Std Unterbrechung. Verantwortung: Tannert, 9406-2203 tannert@mdc-berlin.de Thema I (15.00 bis 17.30 Uhr): Wie beginnt das Leben auch? Ein Gespräch zu Reproduktionsmedizin, Präimplantationsdiagnostik (PID) und Pränataldiagnostik (PND) mit Dr. Susanne Reif (MDC, verantwortlich), Dr. Sigrid Graumann (Institut Mensch, Ethik, Wissenschaft, Berlin), Prof. Dr. Heribert Kentenich (DRK-Westend-Kliniken Berlin, Frauenklinik), Prof. Dr. Heidemarie Neitzel (Charité, Berlin)
Thema II (18.00 - 19.30 Uhr): Halb Mensch, halb Schwein? Ein Gespräch zu Xenotransplantation und Gewebeersatz mit Dr. Silke Schicktanz (MDC, verantwortlich), Dr. Joachim Denner (Robert-Koch-Institut, Berlin), Dr. Christina de Wit (wiss. Referentin beim Nationalen Ethikrat, Berlin), Dr. Gerd Wallukat (MDC, Berlin)
Thema III (20.00 - 21.30 Uhr) : Ich will es nicht wissen! Ein Gespräch zur Gendiagnostik mit Dr. Hans-Christian Hennies, (MDC, verantwortlich),Prof. Dr. Heidemarie Neitzel (Charité, Berlin), N.N. Versicherungswirtschaft
Thema IV (22.00 - 23.30 Uhr): Wann endet das Leben? Ein Gespräch zum Reden über die Biologie des Sterbens und zur Palliativmedizin mit Dr. Christof Tannert (MDC, verantwortlich), Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig (Robert-Rössle-Klinik am MDC, Berlin), PD Dr. Christof Müller-Busch, Gemeinschaftskranken-haus Havelhöhe, Berlin), Dr. Christian von Dewitz (Franz-Vollhardt-Klinik am MDC, Ethik-Kommission des MDC)
21. bis 23. Juni Zivilcourage in gefährlichen Zeiten. Können Wissenschaftler Supergaus und Verseuchung der Erde verhindern? Information: Institut für Kirche und Gesellschaft, Ev. Akademie Iserlohn, Tel: 02371 - 3520, Fax: 02371 - 352-130, e-M: akademie@kircheundgesellschaft.de
21. bis 23. Juni Leben unter Einem Regenbogen - Wie leben Menschen mit Behinderungen in anderen Kulturen? In Kooperation mit der Akademie Frankenwarte in Würzburg. Information: Behinderung und Entwicklungs-zusammenarbeit e.V., Wintgenstr. 63, 45239 Essen, Tel: 0201 - 40 87 745, Fax: 0201 - 40 87 748, e-M: bezev@t-online.de
25. Juni Treffen des Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.
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Frankfurter Allgemeine, 24.04.2002
Staatliche Ethik
G.H. Zwischen Leben und Tod gibt es keinen Mittelweg und auch keinen Kompromiß. Diese Erkenntnis macht sich unter den Abgeordneten breit, die den Beschluß des Bundestages vom 30. Januar nun mit dem zur zweiten Lesung vorliegenden Entwurf eines Stammzellgesetzes vergleichen. Die damaligen Verfechter des Kompromisses mußten inzwischen eingestehen, daß die seinerzeit gepriesenen strengen Auflagen des Januarbeschlusses sich nun alsunrealisierbar erweisen. Das Zustimmungsrecht der Eltern beim "Verbrauch" ihres Embryos mußte aus verfassungsrechtlichen Gründen fallengelassen werden, die hemmende Kraft der geplanten Ethikkommission ist nur noch als ein Räuspern zu vernehmen. Dies ist zwar verständlich, weil ethische Entscheidungen einer spruchberechtigten Kommission allenfalls mit Ungewissem Ausgang justitiabel wären, entwertet aber das Mitspracherecht der staatlich beauftragten Ethiker auf Null. Aus diesen Schwierigkeiten hat eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe die einzig mögliche Schlußfolgerung gezogen: Eine Einfuhr embryonaler Stammzellen ist mit unserem Recht nicht zu vereinbaren. Ist es aber diese Forschung wert, Grundsätze der Rechtsordnung aus den Angeln zu heben? Am Donnerstag wird über diese Frage entschieden.
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25.4.2002, Stammzellgesetz Um 20.27 vom Präsidenten bekanntgegebenes Ergebnis der Schlußabstimmung über das Stammzellgesetz in Ausschußfassung und nach Annahme des Antrags "Streichung von § 13 Absatz 3":
abgegebene Stimmen: 559 Ja: 360 Nein: 190 Enthaltungen: 9
Das war es also. Unsere Seite hat (die 76 seit 30. Januar umgefallenen nicht gerechnet) bis zuletzt gestanden und ist aufrecht untergegangen.
Wer wissen will, wie welche Abgeordneten in beiden namentlichen Abstimmungen votiert haben und wer von den Aufrechten des 30. Januar die Fronten gewechselt hat:
Das steht dann im Plenarprotokoll, dessen Druckfassung voraussichtlich am Montag oder Dienstag vorliegen wird, die Online-Version kann länger dauern.
Und außerdem gibt es mindestens 38 Erklärungen zur Abstimmung nach § 31 der Geschäftsordnung, die dann auch im Protokoll stehen.
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- Was ist Menschenwürde? Sie sind lesbisch, sie sind taub - und wollten Kinder, die nicht hören können. Ein tauber Samenspender machte es möglich. Der Fall wirft die Fragen auf, was Eltern wünschen dürfen und was Behinderung ist. Siehe dazu: DIE ZEIT, Wissen 18/2002, WUNSchKIND von Martin Spiewak & Astrid Viciano
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Neugierembryo, Schwedische Grenzgänge
Schweden ist neben Großbritannien das europäische Paradies der Stammzellenforscher. Viele der weltweit existierenden Kulturen embryonaler Stammzellen befinden sich in schwedischen Forschungseinrichtungen. Ethische Richtlinien orientieren sich vor allem am versprochenen Nutzen und folglich finden großzügige Forschungsmittel amerikanischen Ursprungs ihren Weg in das skandinavische Land. Siehe dazu Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mittwoch, 24. April 2002, Nr. 95, Seite 45, Feuilleton
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101733 Apr 02, 2002
Kardinal Lehmann mahnt Ärzte: Menschliches Leben nicht vernichten
Wiesbaden (dpa) - Vor rund 600 Ärzten hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sich erneut gegen die Tötung menschlichen Lebens für Forschungszwecke ausgesprochen. Der Embryo sei ein "individuelles menschliches Lebewesen, das ein eigenes Recht auf seine Existenz hat". Der Kardinal warnte auch vor einer verräterischen Sprache der Wissenschaft. Wer Embryonen als "Material", "Zellhaufen" oder "Rohstoff" bezeichne, lasse die Rechte und die menschliche Würde eines Embryos außer Acht.
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"Gentests vorerst verbieten" Bund der Versicherten fürchtet Nachteile für Verbraucher
Erl. BAD BRAMSTEDT, 14. April. Für ein zeitlich befristetes Verbot von Gentests in Deutschland nach dem Vorbild der Gesetzgebung in Österreich hat sich dei Bund der Versicherten (BdV) ausgesprochen. Das Verbot solle sich auch auf die Analyse von Proteinen erstrecken. Die erste Vorsitzende Lilo Blunck sagte auf der zwölften Wissenschaftstagung des BdV in Bad Bramstedt, wenn es bei der derzeit geltenden Rechtslage bleibe, drohten eigentlich wünschenswerte Gentests zu unterbleiben, weil deren Ergebnisse dann zum Beispiel in einem Versicherungsantrag offenbart werden müßten. In Osterreich ist das ausdrücklich ausgeschlossen. ...
Die Zahl der Gentests in Deutschland habe sich in den vergangenen Jahren nicht erhöht, sagte Professor Jörg Schmidtke von der Medizinischen Hochschule Hannover. Er nannte für die Jahre 1997 bis 1999 jeweils 90 000 Tests. Er sprach sich dafür aus, genetische Tests nicht zur Voraussetzung für einen Vertragsabschluß bei Versicherungen zu machen. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat sich 2001 in einer bis Ende 2006 befristeten freiwilligen Erklärung dazu verpflichtet, in bestimmten Grenzen auf die Auswertung vorliegender freiwilliger Gentests zu verzichten.
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- Bundesarbeitsgemeinschaft der Krisentelefone, Beratungs- und Beschwerdestellen für alte Menschen Handeln statt Mißhandeln (HsM)'Iist eine Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter und betreut in ver-schiedenen Bundesländern Krisentelefone und Beratungsstellen. Kontakt in Bonn Tel: 0228 - 69 68 68, Fax: 0228 - 63 63 31, e-M: hsm-bonn@netcologne.de, www.netcologne.de
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Statistisches Bundesamt: Abtreibungen sind 2001 weiter gestiegen
Wiesbaden (ALfA) 16.4.2002. Rund 135 000 Abtreibungen wurden 2001 in Deutschland gemeldet, 360 oder plus 0,3 Prozent mehr als 2000. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Montag (08.04.) in Wiesbaden mit. Zum Zeitpunkt des Eingriffs war den Angaben zufolge nahezu die Haelfte der Frauen (47 Prozent) verheiratet. Gegenueber dem Vorjahr hat damit der Anteil der verheirateten Frauen, die eine Abtreibung vornehmen liessen, um vier Prozent abgenommen, waehrend er bei ledigen um fuenf Prozent zunahm. Insgesamt waren 2001 knapp drei Viertel der Frauen, die ihr Kind nicht austragen wollten im Alter von 18 bis unter 35 Jahren, rund 6 Prozent waren minderjaehrig und etwa 6 Prozent 40 Jahre und aelter; 40 Prozent der Schwangeren hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt.
Gegenueber 2000 wurden rund 20 Prozent mehr Abtreibungen bei Minderjaehrigen gemeldet. 97 Prozent der gemeldeten vorgeburtlichen Kindstoetungen wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Mit medizinischen bzw. kriminologischen Indikationen wurden nur 3 Prozent der Abtreibungen begruendet. Die meisten (82 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgefuehrt. Die Abtreibungspille "Mifegyne" wurde bei rund 6 000 Abtreibungen (4 Prozent) eingesetzt und damit um rund 44 Prozent oefter als 2000.
Die Eingriffe erfolgten nach Angaben der Wiesbadener Behoerde vorwiegend ambulant (92 Prozent), davon die Mehrzahl in gynaekologischen Praxen und knapp ein Fuenftel ambulant in Krankenhaeusern. 5 Prozent der Frauen liessen die Abtreibung in einem anderen Bundesland als dem ihres Wohnsitzes vornehmen.
177 Kinder wurden, so das Statistische Bundesamt nach der 23. Schwangerschaftswoche abgetrieben, also in einem Alter von knapp sechs Monaten. (mehr dazu: www.destatis.de)
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Textarchiv der Berliner Zeitung 30.03.2002 Autor: ' Jörg Michel
Unmut über biopolitische Verhandlungen der Regierung
Bundestags-Fraktionen wollen, dass sich Deutschland für ein weltweites Verbot des therapeutischen Klonens einsetzt
BERLIN, 29. März. Einen Monat nach dem Auftakt der UN-Gespräche über ein weltweites Klon-Verbot wächst im Bundestag der Ärger über die zögerliche Verhandlungsführung der Bundesregierung. Vertreter von CDU/CSU, SPD, Grünen und PDS fordern von den für die Verhandlungen zuständigen Ministern Joschka Fischer (Grüne) und Edelgard Bulmahn (SPD), ihren Widerstand gegen eine umfassende internationale Klonkonvention aufzugeben. Bisher unterstützt die Regierung bei den UN-Verhandlungen in New York nur ein Verbot des reproduktiven Klonens. Ein klares Nein zum therapeutischen Klonen lehnt sie ab. Die USA und viele EU-Staaten wollen die Ächtung beider Verfahren. Eine Entscheidung wird für diesen Sommer erwartet.
"Die Mehrheit der Abgeordneten hält die bisherige deutsche Position für unvertretbar", sagt der Vizevorsitzende der Ethik-Enquetekommission des Bundestages, Hubert Hüppe (CDU). Deutschland müsse sich "mit allem Nachdruck" für ein weltweites Verbot jeder Art des Klonens einsetzen, heißt es in einem Antrag, den Hüppe und die stellvertretende Unionsfraktions-Chefin Maria Böhmer in den Bundestag einbringen wollen. Beide Verfahren seien "mit der Menschenwürde unvereinbar".
Auch der SPD-Vertreter in der Enquetekommission, Wolfgang Wodarg, hält eine Kurskorrektur für "dringend überfällig". In New York biete sich die einmalige Chance, gemeinsam mit den USA alle Formen des menschlichen Klonens zu ächten. Zum Auftakt der Verhandlungen hatte die US-Delegation überraschend ein weitgehendes Klon-Verbot befürwortet. In einem Brief an Forschungsministerin Bulmahn habe er deutlich gemacht, so Wodarg, "dass die Mehrheit der SPD-Fraktion den Kurs der Amerikaner voll unterstützt". Hintergrund des Streits ist eine Anti-Klon-Initiative Deutschlands und Frankreichs, die seit Februar in den Vereinten Nationen diskutiert wird. Sie umfasst ein Verbot des reproduktiven Klonens und war eine Reaktion auf die Pläne des italienischen Reproduktionsmediziners Severino Antinori, der angekündigt hatte, noch dieses Jahr das erste Baby klonen zu wollen. Im Herbst hatte die US-Firma Advanced Cell Technology erste Versuche zum therapeutischen Klonen von Menschen veröffentlicht. Das löste eine weltweite Debatte aus. Beim therapeutischen Klonen werden identische Embryonen hergestellt, um Stammzellen für die Forschung zu gewinnen. Der Embryo stirbt dabei.
Die Bundesregierung lehnt eine Ausweitung der deutsch-französischen Initiative auf das therapeutische Klonen ab. Das sei international nicht durchzusetzen, heißt es. Für SPD-Politiker Wodarg ein "vorgeschobenes" Argument. In Ländern wie Großbritannien ist das Verfahren längst zugelassen. Der Regierung geht es Wodarg zufolge darum, deutschen Forschern den Import "frischer Stammzellen" zu ermöglichen, die beim therapeutischen Klonen gewonnen wurden. Im Januar hatte der Bundestag den Weg zum Import von embryonalen Stammzellen frei gemacht.
Auch bei den Grünen sitzt der Frust über die Verhandlungen tief. "Die Bundesregierung muss klipp und klar erklären, das jedwede Form des Klonens nicht akzeptabel ist", sagt Gentechnik-Expertin Monika Knoche. Sie fordert Außenminister Fischer auf, "sich an die klare Beschlusslage der Grünen" zu halten. Fraktion und Partei lehnen beide Klon-Formen strikt ab. Die PDS-Fraktion hat in Sachen Klon-Verbot eine Anfrage in den Bundestag eingebracht. "Die Bundesregierung muss dringend erklären, warum sie in New York so verhalten verhandelt", sagt Ilja Seifert. Seine Fraktion werde den Entschließungsantrag der Union unterstützen.
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- ver.di München äußert sich zu den Skandalen in der Altenpflege in ihrer Medieninformation Nr. 6/2002 vom 28. März 2002 und stellt fest, daß die Lage der Altenpflege noch schlimmer ist als bisher diskutiert wurde. Weitere Informationen: Inrene Gölz, Fachbereich 3: Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, Tel: 089 - 599 77-7030. - ver.di Düsseldorf veranstaltet eine Aktionswoche zu diesem Thema in NRW: am 3.6. in Dortmund, am 4.6. in Recklinghausen, am 5.6. in Duisburg, am 6.6. in Köln, am 7.6. die Abschlusskundgebeung in Düsseldodrf. Am 5. Mai 2002 zeigt das ZDF um 23.15 - 23.45 Uhr "Schafft diese Heime ab!". Neue Wege in der Pflege.
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- Kennen Sie die InteressenGemeinschaften Kritische Bioethik Deutschland?
Auf diesem Infoportal zu Themen der Bioethik zusammengestellt von den InteressenGemeinschaften Kritische Bioethik Deutschland gibt es regelmäßig aktualisierte Neuigkeiten, Veranstaltungshinweise, Aktionen, zahlreiche wichtige Dokumente zum Downloaden, ein umfangreiches Adressverzeichnis wichtiger Anschriften aus Politik, Forschung und Ethik, sowie eine umfangreiche Linkliste. Dazu Verweise zu den jeweiligen InteressenGemeinschaften in verschiedenen Bundesländern. URL: http://www.kritische-bioethik.de/
Kontakt Angelika Wessel, Wedderkopsweg 4, 38118 Braunschweig, Tel + Fax: 0531 50 65 15 Bankverbindung: Postbank Hannover, Konto 3539 26-308, BLZ 250 100 30 - Angelika Wessel Stichwort: Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' www.kritische-bioethik.de