Arbeitskreis Bioethik Braunschweig
c/o Angelika Wessel Tel + Fax: 0531- 50 65 15

Rundbrief  März 2002

 

Liebe Leserinnen und Leser,

nach der Entscheidung am 30.1.2002 im Deutschen Bundestag zur Einfuhr von embryonalen Stammzell-Linien liegt jetzt dazu ein Gesetzentwurf vor. Die Enquete-Kommission ‚Recht und Ethik in der modernen Medizin' hat in seiner letzten Presseerklärung mit 16 gegen 3 Stimmen die PID abgelehnt.

Wir bitten Sie, die Entwicklungen in Berlin zu verfolgen und mit Ihren lokalen Bundestagsabge-ordneten Kontakte zu knüpfen, um mit ihnen über die Komplexität dieser Entscheidungen und die in die Zukunft reichende Verantwortung aufmerksam zu machen.

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Inhalt - Spiel mit dem Embryo - Dokumentarfilm - ‚Die Woche für das Leben' - Dekade zurÜberwindung von Gewalt - Internetabstimmung Import embryonale Stammzellen - In Ulm entsteht ein Zentrum der Stammzellforschung - FAZ vom 27.2.2002 - Herstellerbefragung zu Gentechnik in Lebensmitteln - Entwurf eines Gesetzes zur Sicherstellung des Embryonenschutzes

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VORSCHAU Vorausschau, Voraus-Blick, Tagungen, Vorträge, Kongresse zusammengestellt vom Arbeitskreis Bioethik Braunschweig

März 2002

1. und 2. März Patientenverfügung: Nützt sie mir? Dr. med. P. Bavastro, Filderklinik. Veranstalter: Verein für ein erweitertes Heilwesen Braunschweig e.V. in Ko-Operation mit ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig', Hospizarabeit Braunschweig e.V., BKK Post. Ort: Kultur- und Kommunikationszentrum ‚Brunsviga', Karlstraße 35, Braunschweig. Zeit: 20.00 Uhr Am 2. März Seminar von 9.00 - 12.00 Uhr Uhr.

1. bis 3. März BioSkop-Treffen in Essen, Haus am Turm, Am Turm 7. Anmeldung: BioSkop e.V., Tel: 0251 - 536 67 06.

1. bis 3. März Ethik in der Pflege und Behandlung hochbetagter Menschen (Fachfortbildung Altenpflege). Dieses Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem Nikodemuswerk statt und wird für solche Menschen eingerichtet, die in der Pflege und Behandlung hochbetagter Menschen tätig sind. Es sollen Themen angesprochen werden, durch deren praktische Umsetzung im Spannungsfeld unterschiedlicher Lebensalter, sozialer Dynamik, Lebensziele und Weltanschauung seelische Entwicklungsprozesse angestrebt werden. Kurs 16. Kursgebühr: Euro 130. Referenten: Dr. med. Albrecht Warning, Kliniken Essen-Mitte, Christel Kaul, Grafrath. Ort: Freies Bildungswerk im Studienhaus Rüspe e.V., 57399 Kirchhundem, Tel: 02759-94 41-10, Fax: 02759-94 41-49, e-m: studienhaus.sruespe@wen.dewww.studienhaus-ruespe.de

1. bis 3. März Auf dem Weg zum Sterben - wie begleiten Angehörige, Arzt, Pflegende und Priester diesen Vorgang. Die Betreuung eines Schwerkranken oder Sterbenden stehen vor allem die Angehörigen und Freunde oft unsicher gegenüber, auf diese große Aufgabe sind sie meist nicht vorbereitet. Aus der jeweiligen Sicht des Pflegenden, des Arztes und des Priesters sollen Gesichtspunkte zu diesem Geschehen beigetragen werden. Auf diesem Hintergrund werden gemeinsam Gedanken zu den letzten Lebenswochen bewegt und praktische Hinweise gegeben. Gemeinsame künstlerische Übungen werden einen weiteren Aspekt erschließen, um dem Sterbenden eine Hilfestellung geben zu können. Anregungen für eine Begelitung nach dem Tod runden das Thema ab. Seminarleiter: Markus Sommer, Arzt in München; Ursula Soldner, Krankenschwester in Gröbenzell, Melchior Tautz, Pfarrer in München. Informationen und Anmeldung: Haus Freudenberg, 82319 Starnberg, Tel: 08151 - 12379, Fax: 08151 -28262, e-M: Haus-Freudenberg@t-online.de

2. und 3. März Bundesweite GentechKritik-Gruppen Treffen. Dieses Treffen soll vor allem dem Informations- und Erfahrungsaustausch dienen. Ort: Heyen bei Bodenwerder. Anmeldung nicht später als 2.2.2002: Theresia Uthoff, Meintweg 4, 37620 Dohnsen (Bodenwerder), Tel: 05533 - 4315 oder Georg Petau, Domäne Heidbrink, 37647 Polle, Tel: 05535 -1775, e-m: Georg.Petau@t-online.de

2. März Der Mensch - sein eigener Schöpfer? Das Seminar informiert über Präimplantationsdiagnostik, Stammzellenforschung, Kontechnik, erörtert deren Chancen und Risiken und wirft die Frage nach dem dahinterstehenden Menschenbild und nach einer christlichen Position auf. Referent: Prof. Dr. Dr. Günter Altner, Heidelberg, evangelischer Theologe, Biologe, emeritierter Professor für Sozialethik an der Universität Koblenz-Landau. Beitrag: 19 Euro. Zeit: 10.30 bis 17.00 Uhr. Ort: Las Casas-Haus, Brucknerstrasse 6, 38106 Braunschweig, Tel: 0531 - 23 88 55, Fax: 0531 - 238 85 85, e-Mail: las-casas-haus@t-online.de

5. März Treffen des ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.

6. März Sollen wir hier noch reanimieren? Medizinethisches Seminar Vorträge: Prof. Dr. Börner, Universität Köln, "Grundlagen und Effektivität von Reanimationsmaßnahmen", Dr. Kerstin Klein, Oldenburg, DNR-Order:Historische Entwicklung und praktischer Umgang damit heute, Regina Bannert, Dipl. Theologin, Erzbistum Köln, Orientierungen aus ethisch-theologischer Sicht, Aussprache.Arndt Hanne, Rechtsanwalt, Juristischer Vortrag auf Basis einer Richtlinie zur Nicht-Reanimation. Moderation: Ulrich Fink, Hildegard Huwe, Beauftagte für Ethik im Gesundheitswesen im Erzbistum Köln. Zeit: 9.30 - 17.00 Uhr. Ort: Caritasakademie, Köln-Hohenlind. Anmeldung bei der Caritasakademie Köln-Hohenlind, , Tel.: 0221/ 468-0, Fax: 0221/ 468-100 E-mail: info@caritas-akademie-koeln.de

6. bis 7. März Von der Achtung der Würde des Organspenders, Hirntod und Organtransplantation. Veranstalter: Katholische Akademie, Mülheim und Caritasverband. Anmeldung: 0208 - 999 19-106.

9. März Wie entsteht Gesundheit? Salutogenese. Eine neue Forschungsrichtung revolutioniert die Medizin. In dem Vortrag wollen wir Ihnen die gesunderhaltenden Qualitäten vorstellen und zugleich Wege ansprechen, sich diese Qualitäten anzueignen. Referentin: Dr. med. M. Glöckler, Dornach. Ort: Rudolf Steiner Haus, Mittelweg 11 - 12, 20148 Hamburg, ab Bahnhof Hamburg-Dammtor: zu Fuß ca. 10 Minuten. Kostenbeitrag: Euro 8,--. Zeit: 20.00 Uhr

9. März Wahrheit am Krankenbett. Ethische Konsequenzen der Patientenaufklärung. Veranstalter: Ev. Akademie Berlin, Kath. Akademie Berlin und dem St. Joseph Krankenhaus Berlin. Ort: Kath. Akademie in Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin-Mitte. Anmeldung an die Kath. Akademie in Berlin, Tel: 030 - 283 095-159

10. bis 12. März Das genetishe Wissen und die Zukunft des Menschen. Konferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Information: Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften. Tel: 0228 - 73 1922

13. März Agenda 2002. Nachhaltigkeit als Modernisierungsstrategie. Information: Albrecht Koschützke, Tel: 2228 - 88 33 76

13. März Begegnung mit dem Tod als Chancen für individuelle und institutionelle Entwicklungsprozesse. Referent: Prof. Dr. Karin Wilkening, FH BS-WF. Ort: Hospizarbeit Braunschweig e.V., Hohetorwall 1A, Braunschweig. Zeit: 17.30 Uhr

13. und 14. März 7. Handelsblatt-Jahrestagung "Pharma 2000". Info: www.handelsblatt.com/Veranstaltungen

15. bis 17. März ... zu bewachen den Weg zu dem Bau des Lebens (1. Mose, 3, 24). Die Kirchen in Europa in der Diskussion um Präimplantationsdiagnostik und Stammzellenforschung. Veranstalter: Evangelische Akademie Loccum. Kontakt: Ev. Akademie Loccum, Postfach 2158, 31545 Rehburg-Loccum. Tel: 05766 - 81.0; www.loccum.de

15. bis 17. März Dekade zur Überwindung von Gewalt. 3. Ökumenische Werkstatt Rheinland-Westfalen-Lippe. Information: Institut für Kirche und Gesellschaft, Ev. Akademie Iserlohn, Tel: 02371 - 3520, Fax: 02371 -- 352-130, e-M: akademie@kircheundgesellschaft.de

16. März Am 16. März findet unter dem Motto "Licht an! Das Volk ist kein Gespenst!" ein bundesweiter Aktionstag ‚Mehr Demokratie' statt. Der Aktionstag appelliert an die Abgeordneten der Union, sich der Einführung der Volksgesetzgebung nicht länger zu verweigern. Am Aktionstag wartet ein kleines Geschenk und ein offener Brief auf die Unionsabgeordneten des Wahlkreises. Wer mitmachen will, meldet sich bitte bei md.bremen@gmx.de an.

16. März Kommunikationsbörse Rheinland-Pfalz. Ort: Hildegard Forum, Bingen. Zeit: 11.00 bis 16.00 Uhr. Kontakt: Dieter Emmerling, Worms, Tel: 06241 - 54 885

16. und 17. März Menschen mit Down-Syndrom - Menschen mit Zukunft, ein Beitrag zur Bioethikdebatte. Information: Ev. Akademie Arnoldshain, 61389 Schmitten / jTaunus. Tel: 06084 - 944-0

18. und 19. März Agrarwende in der Nutztierhaltung, Tierschutz im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie. Anmeldung: BUND e.V., Am Köllnischen Park 1, 10117 Berlin, Fax: 030 - 275 86 440

19. März Treffen des ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' in der Brunsviga, Karlstr. 35, Braunschweig, 20.00 Uhr. Interessenten sind herzlich eingeladen.

23. März Studientag ‚Biopiraterie im Reisfeld - Jasminreis unter Patentdruck.Veranstalter: BUKO-Agrar-Koordination. Kosten Euro 15. Anmeldung und Info: Buko-Agrat-Koordination. Tel: 040 - 39 25 26

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Dokumentarfilm von Silvia Matthies: ‚Spiel mit dem Embryo'. Er wurde am 30.1.2002 um 23.30 Uhr gesendet. Fordern Sie den ARD auf, diesen Film zu einer ‚normalen Sendezeit' zu wiederholen.

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- ‚Die Woche für das Leben' vom 13. bis 20. April 2002 steht unter dem Thema: "Von Anfang an das Leben wählen statt auswählen". Weitere Informationen und Materialien für Aaktionen erfragen Sie bitte bei: Diakonisches Werk der EKD, Zentraler Vertrieb, Karlsruher Str. 11, 70771 Leinfelden-Echterdingen.

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- Dekade zur Überwindung von Gewalt Gewalt hat viele Gesichter: Bomben, erhobene Fäuste, Hunger, Unfreundlichkeiten, Macht, soziale Ungerechtigkeit ....... Die Themenliste kann beliebig fortgesetzt werden, und dies erschreckt mich zutiefst, denn mein Vertrauen, das ich in jeden Menschen setze, wird erschüttert und unversehens schleicht sich Misstrauen in den Alltag. Nein, das möchte ich nicht. Das Thema ‚Gewalt überwinden' ist international und bietet an: Besuchen Sie die aktualisierte Website von ‚Friede für die Stadt' und beteiligen Sie sich an den online-Diskussionen über den Sieben-Punkte-Friedensplan. Diese Diskussionen finden nur in englischer Sprache statt, die französische, spanische und deutsche Übersetzung wird bald zur Verfügung stehen.

Bitte senden Sie uns ein e-Mail über alle Veranstaltungen, Kurse und Bücher im Zusammenhang mit der Dekade, die wir in unseren Veranstaltungskalender oder in die Materialliste aufnhmen sollen: dov@wcc-coe.org.

Besuchen Sie die dov-Website. Sie enthält eine Einführung in Konzept und Mandat sowie ein Gebet und eine Erklärung des Logos der Dekade. Ferner Geschichten und Fotos von Menschen und Gruppen überall in der Welt, die zur Überwindung von Gewalt beitragen, Hinweise auf die Websiete des Netzes ‚Friede für die Stadt' und auf die immer länger werdende Liste der Websites anderer lokaler, nationaler und internationaler Friedensbewegungen. Außerdem finden Sie dort einen Kalender mit Veranstaltungen im Rahmen der Dekade und ein Online-Formular, auf dem Sie uns mitteilen können, was sie zur Überwindung von Gewalt tun, damit wir Ihren Bericht auch anderen mitteilen können. www.wcc-coe/wcc/dov/index-e.html - englisch www.wcc-coe/wcc/dov/index-f.html - französisch www.wcc-coe/wcc/dov/index-g.html - deutsch www.wcc-coe/wcc/dov/index-s.html - spanisch

Der Gedanke, daß Menschen in Buenos Aires, Sierra Leone, in Braunschweig oder Murmansk über Gewalt nachdenken, macht mich hoffnungsvoll. Sie auch? Angelika Wessel

-------------- - Internetabstimmung Import embryonale Stammzellen haben Sie schon an der Internetabstimmung zu genanntem Thema teilgenommen? Wenn nicht, sollten Sie das jetzt tun! 73 % von über 2000 Teilnehmern haben sich bisher für ein striktes Importvervot ausgesprochen! Wir haben es in der Hand, das Ergebnis noch weiter zu verbessern. Hier der Weg: (Eine ebenfalls zirkulierende Direktadresse hat sich als nicht zugänglich erwiesen) Einwahl über www.bundesregierung.de In der ersten Seite der homepage den Drücker >Schwerpunkte< anklicken, im links erscheinenden Menue >Gentechnik< auswählen, dort >Der Bundeskanzler zum Import von Stammzellen< Wenn die Seite erschienen ist, kann über den unter dem Menue befindlichen >So ...oder so?<-Button direkt in die Abstimmung gegangen werden. (Dieser Button ist zwar schon früher da, aber dann muss erst ein >Cookie< aktiviert werden, das ist umständlicher. Bei >Der Bundeskanzler ... wird er automatisch aktiviert.) In herzlicher Verbundenheit Ihr Martin Britsch

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Datum der Mitteilung: 11.02.2002, Absender: Peter Pietschmann In Ulm entsteht ein Zentrum der Stammzellforschung

11,5 Mio. Euro für ein Life-Sciences-Gebäude

Die Stammzellforschung und was damit zusammenhängt, also insbesondere ihre therapeutischen Aspekte, werden sich in den kommenden Jahren zu einem beherrschenden Thema entwickeln. Dabei reduziert sich die Bedeutung des Komplexes nicht nur auf die embryonalen Stammzellen, von denen in der Gegenwart soviel die Rede ist und deren Beforschung nach der Bundestagsabstimmung vom 30. Januar 2002 künftig auch in Deutschland in gewissen Grenzen möglich sein wird. Das Thema hat viele Dimensionen. Nicht zuletzt gehören dazu die Arbeiten an adulten Stammzellen und an sogenannten Progenitorzellen in den Organen selbst. Sie werden künftig einen Schwerpunkt an der Universität Ulm haben.

Die Bemühungen der Universität Ulm um die Entwicklung eines Schwerpunktes "Stammzellbiologie" wurden durch die Empfehlung einer Kommission nachhaltig bestätigt, die im Auftrag der baden-württembergischen Landes-regierung im vergangenen Jahr die Life Sciences an den Universitäten des Landes evaluierte. Den Vorsitz dieser Kommission führte Prof. Dr. Detlev Ganten, Stiftungsvorstand des Max-Dellbrück-Zentrums für Molekulare Medizin, Berlin (MDZ) und Vorsitzender der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Das Votum seiner Kommission traf zusammen mit einer Bewerbung Ulms um finanzielle Mittel für den Ausbau der Life Sciences, die im Kontext der Zukunftsoffensive Baden-Württemberg ausgelobt worden waren. Sechs Universitäten bewarben sich darum, drei waren erfolgreich: neben Ulm Heidelberg und Freiburg.

Über 20 Abteilungen aus fünf Fakultäten der Universität Ulm hatten unter Leitung von Prorektor Prof. Dr. Vinzenz Hombach, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin II (Kardiologie) Anteil an der Ausarbeitung eines Konzepts unter dem Generalthema "Zyto-Organo-Poese", der regenerativen Zell- und Organtherapie. Die Schlüssigkeit dieses Konzepts, das nicht nur unterschiedliche Fachrichtungen integriert, sondern auch das Element einer gezielten Öffentlichkeitsarbeit einschließlich der institutionalisierten Diskussion mit der Öffentlichkeit über ethisch relevante Aspekte der Forschung einbezieht, führte zum Erfolg und dazu, daß 11,5 Mio. Euro für den Bau eines Forschungsgebäudes zugesagt worden sind, das zusammen mit einem weiteren

Gebäude ("Verfügungskreuz") an den östlichen Arm der Universitätsbauten (O27 / N26) angefügt werden soll. Der Baukomplex wurde inzwischen als Architektenwettbewerb europaweit ausgeschrieben.

Das Forschungsnetz Zyto-Organo-Poese Ulm (F-Net-ZOP Ulm) bearbeitet in großen Teilen Aspekte des Tissue Engineering, also der Erzeugung und des funktionalen "Designs" von Organersatzteilen, Geweben, Organteilen oder möglicherweise später einmal von ganzen Organen sowie die In-situ-Manipulation mit Wachstumsfaktoren und anderen Substanzen zur Heilung von Organdefekten bzw. von funktionellen Störungen. Bekanntlich werden ja auf diesem Sektor besonders große Erwartungen in die embryonalen Stammzellen gesetzt. Doch bei aller Fokussierung auf die embryonalen Stammzellen, die durch die heftigen Diskussionen um die rechtliche Zulässigkeit ihrer Verwertung zu Forschungszwecken, mithin ihres Verbrauchs, verstärkt wurde, vermutet die Wissenschaft auch in den adulten Stammzellen ein großes Potential für das Tissue Engeneering, das es durch entsprechende Forschungsarbeiten freizulegen und fruchtbar zu machen gilt. In Ulm sollen die adulten Stammzellen im Vordergrund stehen. Als Bestandteile der Entwicklung dieses Forschungskomplexes sind die Gründung einer Abteilung "Stammzellbiologie" mit molekularbiologisch-theoretischer Grundlagenforschung zum biologischen Verhalten von embryonalen tierischen Stammzellen und adulten Stammzellen von Mensch und Tier sowie die Einrichtung zweier neuer Studiengänge "Biochemie" und "Molekulare Medizin" vorgesehen.

Das Tissue Engeneering umfaßt eine Reihe unterschiedlicher methodischer Ansätze, angefangen bei der Applikation von biologisch-aktiven Molekülen (Wachstumsfaktoren usw.), die als Direktinjektionen in das Zielorgan Organfunktionen beeinflussen bzw. wiederherstellen sollen. Hierher gehören auch die Injektion resorbierbarer Polymere als Transporter von Wachstumsfaktoren, die Übertragung von Transgenen, die die Bildung von Wachstumsfaktoren in den Zielorganen anregen sowie die Implantation dreidimensionaler Matrizes (Polymergerüste), die eine Besiedlung mit körpereigenen Zellen ermöglichen. Weitere Tissue-Engineering-Methodiken sind die Transplantation in Kultur gehaltener ausdifferenzierter Organzellen oder manipulierter Organstammzellen, sogenannter Progenitorzellen, bzw. fetaler und embryonaler Stammzellen" künstlich hergestellte Zell-Polymer-Matrizes zur Implantation teilungsfähiger ausdifferenzierter Zellen oder zur extrakorporalen Produktion von Organzellen aus Stammzellen" die Entwicklung von Biohybridsystemen mit körperfremden Zellen spezifischer Funktion sowie die Schaffung von immunneutralen Zellen oder Organen zur Transplantation eines universellen Spenderzelltyps aus embryonalen Stammzellen oder eines Zelltyps mit genetischer Identität zum Patienten, gleichfalls aus embryonalen Stammzellen (therapeutisches Klonen).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung Mittwoch, 27. Februar 2002, Nr. 49, Seite 2, Politik

Keine neue Debatte im Bundestag zu Stammzellimport

cs1. BERLIN, 26. Februar. Im Bundestag soll es am Donnerstag entgegen bisheriger Planungen keine neue Debatte zur Biopolitik geben. Das Gesetz zum Import embryonaler Stammzellen soll direkt an den Forschungsausschuß überwiesen werden, vor dem am 11. März eine Anhörung stattfinden wird. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wiederholte ihre Kritik an dem Gesetzentwurf. Eine Sprecherin sagte der Zeitung "Frankfurter Rundschau", eine Strafbewehrung von bis zu drei Jahren Haft bei Verstößen sei zu drastisch. Dagegen forderte die Mehrheit der Enquetekommission des Bundestags in zwei Punkten noch Änderungen, wie dieVorsitzende Margot von Renesse mitteilte. So sollen nur fertige Stammzelllinien importiert werden dürfen. Dagegen läßt der Gesetzentwurf auch die Einfuhr von Stammzellen zu. Nach Recherchen dieser Zeitung könnten deutsche Forscher in Zukunft embryonale Stammzellen von einer kalifornischen Firma beziehen, die von einem aus Deutschland stammenden Molekularbiologen geleitet wird. Lutz Giebel, Vorstandsvorsitzender der in San Diego beheimateten Firma CyThera, sagte, seine Firma habe neun Linien embryonaler Stammzellen. Sobald die amerikanische Regierung Geld zu ihrer Bearbeitung bereitgestellt und der Bundestag das Gesetz verabschiedet habe, stünden sie deutschen Forschern zur Verfügung. Derzeit lägen die Zellen wegen patentrechtlicher Auseinandersetzungen auf Eis. (Siehe Feuilleton.)

Frankfurter Allgemeine Zeitung Mittwoch, 27. Februar 2002, Nr. 49, Seite 60, Feuilleton

Man muß nur nett zu ihnen sein Wachstumszentrum San Diego zum zweiten: Die Stammzellfirma CyThera dankt deutschen Bischöfen Von Christian Schwägerl

Von der Fusionswiege zum Embryonengrab: Die Kerntechniken auf dem Torrey Pines Hill ändern sich, die Bauten bleiben. Foto GAT

Lin Moody, das freundliche Gesicht der CyThera Inc., lächelt und sagt: Wenn sie morgens "das Atom" betrete, denke sie oft an die Jetsons, eine Zeichentrickfamilie aus den sechziger Jahren. Mit atomgetriebenen Raumschiffen surrten die vier Jetsons durchs All und erkundeten neue Planeten. Die Empfangshalle des General-Atomics-Komplexes am Nordrand von San Diego könnte eine Beam-Station für die Science-fiction-Familie sein: rosafarbene Sitzovale, eine elegante Wendeltreppe, kreisrunde Lichtquellen in der Decke. Dahinter öffnet sich das Rund des flächigen Atommodells. Dieses Monument der Wissenschaftsarchitektur wurde vom Architektenbüro Pereira and Luckman entworfen und 1977 fertiggestellt. General Atomics war damals eine der Elitefirmen der Nukleartechnik mit bis zu 1600 Forschern.Im Zentrum des Komplexes steht ein kreisrundes Gebäude auf Stelzen: der Atomkern. Durch Rasen ist er von einer ebenfalls kreisrunden Elektronenschale getrennt. Die Kernfusion, die früher hier entwickelt werden sollte, ist indes ein Traum geblieben. General Atomics füllt heute nur noch einen kleinen Teil des Areals aus. Dennoch herrscht Hochbetrieb. Auf dem Torrey Pines Hill ist eine einmalige Konzentration von biologisch- biomedizinischen Forschungsinstituten und Firmen herangewachsen (F.A.Z. vom 26. Februar). CyThera ist im Januar 2000 in die Schale des Atomkonzerns gezogen. Lin zeichnet mit ihrem Arm die leuchtend weiße Elektronenbahn nach: "All die Jahre haben wir gedacht, so wie bei den Jetsons wird die Zukunft aussehen. Und jetzt ist sie einfach da und ganz anders."

Einfach da und ganz anders: CyThera hat sich - mit zehn statt mit 1600 Mitarbeitern - auf die Erschließung einer neuen unerschöpflichen Energiequelle spezialisiert. Sie soll nicht der Physik, sondern der Biologie entstammen und nicht elektrischen Strom liefern, sondern Lebenskraft. Mit Stammzellen aus menschlichen Embryonen sollen Diabeteskranke mit gesundem Ersatzgewebe versorgt werden. Kalifornien ist ein idealer Standort für eine solche Firma, denn es gibt keinerlei Gesetze zum Embryonenschutz. Die Branche folgt nur freiwilligen Prinzipien. Neun der weltweit rund achtzig Stammzellinien lagern bei CyThera. Sie wurden vor dem 1. Januar 2002 gewonnen - vor dem Stichtag, nach dem der Deutsche Bundestag keinen weiteren Embryonenverbrauch mehr akzeptieren möchte. Dies macht die Firma auch für deutsche Forscher sehr interessant.

In einem karg eingerichteten Büro erwartet Firmenchef Lutz Giebel seine Besucher. Viele Konkurrenten scheuen die Öffentlichkeit, CyThera dagegen gewährt einen seltenen Blick in das Innere einer Stammzellfirma. Es gebe nichts zu verbergen, sagt Giebel. Der Klang seines Namens trügt nicht. Ironie, Stufe 1: Lutz Giebel stammt aus Deutschland, was bedeutet, daß ausgerechnet ein Auslandsdeutscher zum Stammzellieferanten werden könnte. Ironie, Stufe 2: Er hat sein Vordiplom an der Universität Bonn gemacht, wo heute heftig über das Forschungsvorhaben des Neuropathologen Oliver Brüstle gestritten wird. Ironie, Stufe 3: Ohne die tatkräftige Hilfe der katholischen Bischöfe Deutschlands, die jede Embryonennutzung scharf verurteilen, würde CyThera wohl nicht existieren. Anfang der achtziger Jahre gab das Cusanuswerk, die Studienstiftung der katholischen Bischöfe, einem jungen Molekularbiologen ein Stipendium dafür, an der University of Wisconsin zu forschen. Ebendort sollte Giebel später der Faszination embryonalerStammzellen erliegen. "Diese Zellen mit all ihrem Potential sind der ultimative Traum jedes Biologen", sagt er. Giebel kehrte zwar für seine Doktorarbeit nach Deutschland zurück, doch verdarben ihm Bombendrohungen gegen gentechnische Labors die Laune.

In der neuen Heimat Amerika fühlt er sich so wohl, daß er lieber Englisch als Deutsch spricht: "Wenn es um Stammzellen geht, fehlen mir ohnehin die deutschen Wörter."

Während in Deutschland über Grundlagenforschung debattiert wird, verhandelt Giebel bereits mit der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA über klinische Therapieversuche. Vier Millionen Diabetiker in Amerika und acht Millionen in Europa sind seine Zielgruppe. Im Labor würden aus den embryonalen Stammzellen genau jene Zellgruppen der Bauchspeicheldrüse gezüchtet, die bei Diabetikern versagen und zuwenig Insulin produzieren. Giebels Zellen sollen den Insulinjob von innen übernehmen. Sie würden in die Lebervene injiziert, damit sie sich in deren feinen Verästelungen festsetzen. An Mäusen habe CyThera diese "revolutionär neue Therapie" bereits erfolgreich praktiziert. "Unser Ziel ist es, in zwei Jahren mit den ersten klinischen Versuchen zu beginnen und dann Kliniken weltweit mit kleinen Reagenzgläsern voller insulinproduzierender Zellen zu beliefern." Eine feine Sache, wären da nicht die menschlichen Embryonen, die zu diesem Zweck getötet werden müssen.

Gegenüber von Giebels Büro befindet sich Raum 506, "Production - Bioprocess Development". Rockmusik ist zu hören, ein junger Mann in Laborkittel und Bergstiefeln öffnet die schwere Türe. Alan ist ein Genetiker und hat in einer Klinik für künstliche Befruchtung gearbeitet, bevor er zu CyThera kam. Für ihn ist die Sache klar: In den amerikanischen Kliniken werden zehntausende Embryonen nur als Sicherheitsmaßnahme, als backup, erzeugt. Viele bleiben übrig, trotz Bemühungen von Initiativen wie "Snowflakes", sie an Mütter zu vermitteln. Er habe in der Klinik mehr ethische Probleme gehabt, die rund zweihundert Zellen großen Embryonen wegzuwerfen, als heute, wo er sie zersticht, um ihre Stammzellen zu extrahieren. "Eine wunderbare Alternative zur Entsorgung", sagt er. Alan öffnet einen Brutschrank. Das Thermometer zeigt 36,9 Grad Celsius an: Körpertemperatur. In einer orangefarbenen Flüssigkeit sind winzige Kügelchen zu sehen, Inseln bereits isolierter embryonaler Stammzellen. Sie sind umgeben von einer Schicht Plazentazellen, die sich Alan zufolge spontan aus den Stammzellen bilden -so als wäre eine Mutter da, mit der die Zellen Kontakt aufnehmen wollen. Alan holt eine zweite Petrischale. Diese Stammzellen sind schon gereift. Sie formen "embryoide Körper", mehr oder weniger gut organisierte Gemische verschiedenster Zelltypen. Der junge Mann hat sich eine Koseform angewöhnt: "These little guys", diese kleinen Kerle, würden mit dem speziellen Cocktail von Wuchsfaktoren bearbeitet, damit sie Zellen der Bauchspeicheldrüse bilden.

Wie viele Embryonen wurden für die neun Stammzellinien von CyThera verbraucht? Alan und sein Vorgesetzter, CyThera-Forschungschef Edward Baetge, antworten ausweichend, aber dann doch recht konkret: Nur die bestentwickelten und meistversprechenden Embryonen kämen für die Stammzellproduktion in Frage, weshalb man lange suchen und aussuchen müsse. In der einzigen wissenschaftlichen Veröffentlichung über die Erfolgsquote sei von drei Prozent die Rede, und das unter den allerbesten Bedingungen. "Die Zahlen kommen hin", sagt Alan, "es ist noch immer ein sehr uneffizienter Prozeß." Gewebekulturen herzustellen, das sei "eben nicht Hightech, sondern eine Kunst", ergänzt Edward Baetge. Wenn man die Zellen schlecht behandle, werde nichts aus ihnen, wenn man nett zu ihnen sei, entwickelten sie sich phantastisch -"just like humans". Die Frage, ob CyThera auch mit ethisch unproblematischen adulten Stammzellen arbeite, hat Baetge natürlich erwartet. Er öffnet eine weitere Tür. Uta, auch aus Deutschland, ist gerade beim Pipettieren. Sie sagt, sie habe jahrelang vergeblich versucht, aus adulten Stammzellen ausreichende Mengen Insulingewebe zu gewinnen. Erst mit embryonalen Zellen habe es funktioniert. "Aber wenn jemand kommt und uns eine gleich gute adulte Zelle anbieten kann, nehmen wir sie sofort", sagt sie. Doch damit rechnet bei CyThera derzeit niemand.

Während seine Wissenschaftler versuchen, Ersatzgewebe von hoher genetischer Qualität in möglichst großen Quantitäten zu züchten, brütet Firmenchef Giebel über ganz unbiologischen Sorgen: dem Patentrecht. Die University of Wisconsin, auf die ihn einst die deutschen Bischöfe geschickt haben, ist zu einem Rivalen geworden. Sie verfügt für Amerika über ein umfassendes Patent auf die Herstellung embryonaler Stammzellen. Wenn er seine eigenen Zellen kommerziell nutzen würde, müßte er hohe Gebühren und Gewinnanteile an die Universität Wisconsin und ihren Industriepartner Geron abführen, sagt Giebel. Deshalb wurde jüngst ein erstaunlicher Beschluß gefaßt: Die neun eigenen Linien werden vorläufig eingefroren. Für die Forschungsarbeiten und Therapieversuche werden nun Zellen aus Singapur importiert. Diese seien unter günstigeren Konditionen zu bekommen als aus Wisconsin.

Bis auf weiteres erhalten die vielen hundert Interessenten, die sich über die Internetseite melden, eine Standardantwort: CyThera kann derzeit nicht liefern. Dieser bizarre Vorgang zeigt deutlich, auf welche neue Ebene die Ernbryonennutzung gerät, wenn ethische Bedenken einmal abgeschüttelt sind: die des Patentrechts und des freien Markts. Allerdings sieht Giebel einen Ausweg aus der Patentfalle. Schon bald werde es weltweit Hunderte von Zellinien geben. In Harvard und in London werde an großen Zellbanken gearbeitet. Eine "commodity" würden die Zellen bald sein, ein handelbares Produkt, aber ohne großen Wert. Auf was es dann ankomme, sei der intellektuelle Mehrwert, das Wissen um die Geheimnisse der Gewebezucht, um die Zusammensetzung der Wachstumscocktails.

Die Entscheidung des Bundestags, jeden künftigen Embryonenverbrauch zu unterbinden, aber die Forschung an bestehenden. Zellkulturen zu ermöglichen, findet er "salomonisch gut". Für CyThera selbst werden aber keine Stichtage gelten. "Unser Motto ist: Je mehr Zellinien, desto besser. sagt Giebel. Vielleicht reiche einmal ein~ einzige Linie zur Diabetestherapie, "aber bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg". Dann muß Giebel zum Flughafen, gen San Francisco, San Diego, Los Angeles und die Bay Area: In zehn Jahren wird das eine Stadt sein, sagt Giebel, und eilt davon. Chefwissenschaftler Baetge bleibt etwas länger. Die Sonne wirft warmes Abendlicht über das Areal. Der Blick durch das Mikroskop hat den Gebäudekomplex verwandelt. General Embryonics: Aus dem Atomkern ist ein Zellkern geworden, der das menschliche Erbgut birgt. Die Elektronenschale hat sich in eine Zellwand verwandelt, die an einer Stelle, dem Empfangsgebäude, durchbrochen ist. Durch diese Schleuse geben die Wissenschaftler ein und aus, die an die Neuerschaffung des Menschen aus der Kraft der Gene, der Proteine und der Embryonen glauben. Das transformierte Gebäude liegt auf dem Torrey Pines Hill wie ihre Botschaft ins Weltall: Wir haben den Code des Lebens geknackt.

Baetge faßt seine Begeisterung über die Embryozellen in Worte, die an die Jetson-Familie denken lassen: It is brandnew, like going out in space and, wow, there is this totally amazing life form." Er ist - ganz kalifornisch - Optimist: Die Menschheit werde einen Mißbrauch der neuen Techniken schon verhindern. Kontrollieren, nicht blockieren, das sei der Weg. Bei der Atomkraft habe das doch auch einigermaßen gut geklappt. "Na ja", fügt er hinzu, "mit Ausnahmen." Dann schlendert er zum Firmenpool, um eine Runde zu schwimmen.

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Pressemitteilung Nr. 10/2002 27. Februar 2002 Herstellerbefragung zu Gentechnik in Lebensmitteln Neue Datenbank der Verbraucher-Zentralen im Internet 80% der Verbraucher wollen Gentechnik in Lebensmitteln meiden. Doch das Schweigen vieler Anbieter macht gezielte Kaufentscheidungen unmöglich. Obwohl immer mehr Gen-Soja und -Mais angebaut werden, finden Kunden keine gekennzeichneten Lebensmittel im Supermarkt. Die äußerst lückenhafte gesetzliche Kennzeichnungspflicht macht dieses kundenunfreundliche Verhalten möglich. Eine neue Datenbank der Verbraucher-Zentralen will Klarheit schaffen. Von November 2000 bis Februar 2002 wurden 441 Lebensmittel-hersteller zum Einsatz von Gentechnik in Ihren Produkten befragt. Werden gentechnisch veränderte Pflanzen verarbeitet? Stammen die Zusatzstoffe, Enzyme oder Vitamine von gentechnisch manipulierten Rohstoffen oder Mikroorganismen? Auch zu genveränderten Futtermitteln für die Tiere, deren Fleisch bei der Lebensmittelherstellung verarbeitet wird, sollten die Anbieter klare Angaben machen. Die Ergebnisse der Herstellerbefragung sind ab heute unter www.verbraucher.de im Internet zu finden. Je nach Antwort wurden die Firmen einer der fünf Kategorien zugeordnet: 1. Die Engagierten: Gentechnik kommt in diesen 73 Betrieben weder bei Pflanzen, noch bei Zusatzstoffen oder in der Tierernährung zum Einsatz. 2. Die Schwierigen: 57 Anbieter antworteten mit unklaren Stellungnahmen. 3. Die Mitläufer: 6 Firmen verwiesen die Verbraucherzentralen für Auskünfte an ihre Lobbyverbände. 4. Die Befürworter: In dieser Rubrik findet sich eine Liste mit 10 Produkten, die gentechnisch veränderte Zutaten enthalten. 5. Die Sprachlosen:. Zwei Drittel der Anbieter (295) haben gar nicht geantwortet. Ansprechpartnerin für Rückfragen: Christiane Schäfer unter 069/972010-41, schaefer@verbraucher.de

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Der Entwurf eines Gesetzes zur Sicherstellung des Embryonenschutzes im Zusammenhang mit Einfuhr und Verwendung menschlicher embryonaler Stammzellen (Stammzellgesetz -SZG) liegt jetzt vor und kann bei uns angefordert werden.

Einen freundlichen Gruß Angelika Wessel Wedderkopsweg 4, 38118 Braunschweig, Tel + Fax: 0531 50 65 15 Bankverbindung: Postbank Hannover, Konto 3539 26-308, BLZ 250 100 30 - Angelika Wessel Stichwort: ‚Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'


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