Rundbrief Juni 2001
Liebe Interessierte,
Alle Stärke wird nur durch Hindernisse erkannt, die sie überwältigen kann. Afrikanisches Sprichwort
Der Ökumenische Rat der Kirchen - Kirchen für Frieden und Versöhnung - erklärt ,2001.2010 Dekade zur Überwindung von Gewalt'. Es werden Berichte, Nachrichten, Veranstaltungen u.v.m. angeboten in vielen Sprachen. Aus dem Faltblatt eine Kostprobe: Gewalt - eine zerbrochene Welt. Gewalt - eine zerstörerische Kultur. Gewalt - eine weltweite Realität. Gewalt hat viele Gesichter. Gewalt überwinden. Information: Ökumenischer Rat der Kirchen, Dekade zur Überwindung von Gewalt. Postfach 2100, 1211 Genf 2, Schweiz. Tel: 0041 - 33 - 791 60 42, Fax: 0041 - 22 - 791 64 09 (Referat für Friedensarbeit), e-Mail: dov@wcc-coe.org, http://www.wcc-coe.org
Inhalt - Die Rede vom Bundespräsidenten Rau und Beiträge - Direkte Demokratie - Kritische Interessengemeinschaft Rheinland-Pfalz - Kritische Interessengemeinschaft Bayern - Unterschriftenaktion gegen therapeutisches Klonen und Missbrauch der Humangenetik - Neue Empfehlungen der DFG zur Forschung mit menschlichen Stammzellen - Nationaler Ethikrat und ... - Embryonen stehen unter Schutz - Deutsche Behindertenrat (DBR): 18 Thesen zu Menschenrechten, Gentechnologie und Embryonenforschun - Euro Pro Life Doctors - Deutsche Sektion - genmanipuliertes Kind - zunehmendes Lebensrecht, Rainer Beckmann - Eckpunkte für eine Gentechnikpolitik Bündnis 90 / Die Grünen - DFG - Menschliche Gene sind nicht patentierbar, Pressemitteilung der BÄK - Ethik und Genetik aus Patienten-Perspektive - Harte Linie gegen Genmais - Assistenz für behinderte Eltern
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Wir bieten Ihnen an:
Berliner Rede 2001 von Bundespräsident Johannes Rau am 18.Mai 2001 im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin
Wird alles gut? Für einen Fortschritt nach menschlichem Maß
sowie Frankfurter Allgemeine, 22.05.2001
SPD unentschieden in der Biopolitik-Debatte Schröder ruft zu weiteren Diskussionen auf / Justizministerin bekräftigt ,Schutzpflicht für jeden Embryo"
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VORSCHAU Vorausschau, Voraus-Blick, Tagungen, Vorträge, Kongresse zusammengestellt vom ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'
Juni 2001 1. Juni - Internationale Tag des Lebens In diesem Jahr heisst das Thema PID = Präimplantationsdiagnostik = die Untersuchung des des gezeugten Menschen auf eventuell vorliegende Fehler oder Krankheiten, ehe er in die Gebärmutter eingesetzt wird). Infomaterial ist zu erhalten bei: ALfA e.V., Tel: 0821 - 51 20 31, Fax: 0821 - 15 64 07, e-M: bgs@alfa-ev.de
1. bis 4. Juni Jugendmesse ,Young Planet' in der Olympiahalle München. Kontakt: Michael Rupp, Tel: 08102 - 4604 bzw. 74 604.
2. Juni Kundgebung der ALfA e.V.zum Thema: ,Das Schwangerschaftskonfliktgesetz muss überprüft werden'. Ort: Bundesverfassungsgericht, Schlossplatz, Karlsruhe. Zeit: ab 13.00 Uhr. Auskunft: Stutz Bernhard, Tel: 07240 - 202 432, e-M: alfastutzl@aol.com
Forschen und tun, was wir können? ,Human-Genomprojekt und Ethik' Eine Ringvorlesung an der TU Braunschweig
Themen, ReferentInnen und Daten der Ringvorlesung:
1. "Büchse der Pandora" - Ist das Humangenom-Projekt tatsächlich so gefährlich? (Prof. Dr. Jens Reich; 16. 05. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 2. Gentechnologie am Menschen? Wie können Forscher, Arzt und Patient die Verantwortung tragen? (Prof. Dr. Friedrich Cramer; 30. 05. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 3. Das Genom als Grundlage der medizinischen Biotechnologie (Arbeitstitel. Dr. Helmut Blöcker; 13.06., 09.00 Uhr, Aula) 4. Der "gläserne" Mensch: Potentiale und Gefahren der genomischen Diagnostik (Arbeitstitel. Prof. Dr. Claus R. Bartram; 13. 06., 11.00 Uhr, Aula) 5. Kommerzielle und patentrechtliche Aspekte der Genomforschung (Prof. Dr. Joseph Strauss; 13. 06., 14.00 Uhr, Aula) 6. Psychologisch und soziologisch beobachtbare und prognostizierbare Konsequenzen gentechnologischer Forschungen für Individuum und Gesellschaft (Prof. Dr. I. Nippert; 13. 06., 16.00 Uhr, Aula) 7. Ungeborene - Behinderte - Kranke - Sterbende: Prüfsteine einer theologischen Ethik medizinischer Gentechnologie (Prof. Dr. Günter Altner; 13. 06. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 8. Das unpolitisierte Politikum der Gentechnologie (Prof. Dr. Wolf-Dieter Narr, 20. 06. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 9. Die Evolution des Menschen aus molekulargenetischer Sicht (Prof. Dr. Rüdiger Cerff , 27. 06. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 10. Theologische Überlegungen im Anschluß an das Human-Genomprojekt (Arbeitstitel. Prof. Dr. Gottfried Orth, 11. 07. 2001, 20.00 Uhr, Audimax)
5. Juni Wie reden wir miteinander? Ueber die Bedeutung des Gespraechs im Zeitalter des Internets. Referent: Frau Dr. med. Michaela Gloeckler. Ort: Kultur- und Kommunikationszentrum Brunsviga, Karlstrasse 35, Braunschweig, 20.00 Uhr.
6. Juni Demenzkranke im Krankenhaus. Probleme auf "normalen Stationen" bei der Behandlung Demenzkranker. Referent angefragt. Veranstalter: Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V., Ort: Seniorenzentrum Rosenäckern, In den Rosenäckern 11, 38116 Braunschweig, 19.00 Uhr - 20.30 Uhr
7. Juni Die Kunst zu leben - die Kunst zu sterben. Sterbehilfe in der Diskussion: Du sollst nicht töten, Ethisch-moralische Überlegungen zur Sterbehilfe, Pastor Wölfel. Das Recht auf den eigenen Tod? Der Eid des Hippokrates und die Verantwortung des Arztes, Dr. Reiner Prönnecke, Oberarzt in Salzgitter. Was kommt zuerst: Das Recht oder die Moral? Euthanasie in Deutschland - nur eine Frage der Zeit?, Leyla Onur (MdB). Sterbebegleitung statt Sterbehilfe - die Hospizidee als Alternative? Prof. Dr. Karin Wilkening. Nur eine Frage der Perspektive? Die Situation der Angehörigen in der Pflege. Frau Menzel, pflegende Angehörige. Moderator: Martin Wrasmann, Diplom-Theologe. Ort: Kath. Pfarrzentrum Leisewitzhaus, Aegidienmarkt 12, Braunschweig. Zeit: 19.00 - 21.30 Uhr
8. bis 10. Juni Sterbebegleitung und Trauerarbeit mit Ursel Jüdt. Ort: Bendorf. Anmeldung: Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGSL-Hospiz), Postfach 1408, 55384 Bingen, Fax: 06721 - 103 81
8. bis 10. Juni Genetifizierung der Medizin? Wir üben Kontrolle über unsere Evolution aus. Übernehmen wir uns nicht? Dr. Johann S. Ach, Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", Berlin.. Arbeitsentwurf Referenzgenom - Bestandsaufnahme und Zukunftsprognosen der Humangenomforschung, Prof. Dr. Bernd Rautenstrauß, Institut für Humangenetik, Universität Erlangen-Nürnberg. Kinderwunsch - Elternangst - Wunschkinder, Humangenetische Beratung, pränatale Diagnostik und Präimplantationsdiagnostik, Prod. Dr. Claus R. Bartram, Direktor im Institut für Humanagenetik, Universität Heidelberg. Wenn das Schicksal vorhersagbar wird ... Prädiktive Diagnostik multifaktorieller Krankheiten und Krankheitsdispositionen, Dr. Dieter Schäfer, Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Frankfurt/M.. Einfacher - schneller - billiger. DNA-Chiptechnologie in der genetischen Diagnostik, PD Dr. Wolfram Henn, Institut für Humangenetik, Universität Homburg/Saar. Gentests bei Versicherungsabschlüssen und am Arbeitsplatz - Ethische kund gesundheitspoltische Probleme, Dr. Felix Thiele, Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen, Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der vermessene Mensch - Grundfragen im Blick auf gentechnische Anwendungen am Menschen, PD Dr. Nikolaus Knoepffler, Institut Technik - Theologie - Naturwissenschaft (TTN), München. Ort: Haus Mühlberg, 67677 Enkenbach. Anmeldung: Geschäftsstelle der Ev. Akademie der Pfalz, Tel: 06232 - 6020-0, Fax: 06232 - 60 20 22, e-M: eapfalz@t-online.de
8. Juni Forum Bürgerrechte - Rechtliche Aspekte bei humangenetischen Untersuchungen. Referenten: Prof. Langebeck, Institut für Humangenetik, Frankfurt. Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Hamburg. Dr. Pardey, Direktor des Amtsgerichts Wolfenbüttel. Karl Finke, Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen. Dr. Frank Baum, Hamburg. Herr Nedden, Hannover, Landesbeauftragter für Datenschutz. Ort: Evangelische Stiftung Neuerkerode, 38173 Sickte, Tel: 05305 - 201 252. Zeit: 14.00 bis ca. 16.30 Uhr
9. und 10. Juni Sunshine Project Germany. Anfrage bei: Dr. Jan van Aken, Gross Flottbeker Strasse 44, 22607 Hamburg, Germany, Phone: ++49 40 431 88 001, Fax: ++49 40 67 50 39 88, www.sunshine-project.org
13. bis 17. Juni Deutsche Evangelische Kirchentag in Frankfurt.
16. Juni Eine Veranstaltung im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Frankfurt: Soziale Arbeit in unsozialen Verhältnissen. Ort: Saalbau, Haus Gutleut, Rottweiler Straße 32, 60327 Frankfurt/Main, Tel: 069 - 23 36 61, Fax: 069 - 25 04 51. Zeit: 10.00 bis 13.00 Uhr. Der Ärztebund lehnt Globalbudget ab: Dies sei der klassische Versuch der Veratwortungsverlagerung. Wenn Politiker das Globalbudget festlegen, müssen sie auch für seine Verteilung und Verwenddung die Verantwortung übernehmen, forderte Herr Montgomery, Vors. des Marburger Bundes. ... Ein politisch vrgegebenes Budget und das Schlagwort ,Vorfahrt für die Selbstverwaltung seien ein Widerspruch in sich. Selbstverwaltung werde in dieser Situation als Mangelverwaltung mißbraucht.
14. bis 17. Juni Die "Ärzte für das Leben e.V." laden zum 6. Kooperationsseminar mit der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. vom in das Bildungszentrum Kloster Banz in Staffelstein ein. Thema: Koerper, Psyche und Erkenntnis ? neuere Aspekte zum Bild des Menschen in der Medizin. Anmeldung (nur ür das gesamte Seminar möglich) und weitere Informationen bei: Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald, Klinikum Grosshadern, Frauenklinik, 81377 München, Tel.: 089 - 7095 - 4696, E-mail: Schmid-Tannwald@gmx.de, www.aerzte-fuer-das-leben.de
15. bis 17. Juni Die Logik der Genforschung. Wohin geht die Entwicklung der molekularen Biologie und Medizin? Tagung in Kooperation mit der Ev. Akademie Loccum. Ort: Ev. Akademie Loccum. Information: Zentrum für Gesundheitsethik, Knochenhauerstrasse 33, 30159 Hannover, Tel: 0511 - 1241 - 496, Fax: 0511 - 1241 - 497
15. bis 17. Juni 2001 in Uder Wir schaffen es - aber wie? Hilfen für die Alltagsbewältigung für behinderte und chronisch kranke Eltern. Der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern e.V. (BbE e.V.) veranstaltet gemeinsam mit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland (ISL) e.V. Kontakt über: BbE e.V., Kerstin Weiß, Lerchenweg 16, 32584 Löhne, Tel.: 05732 / 63 07, Fax: 05732 / 68 95 72, E-Mail: Behinderte.Eltern@gmx.de, www.come.to/behinderte-eltern
20. Juni "Qualität in der stationären Versorgung Alzheimer-Kranker" in Kassel. Ein Programm angefordert werden bei: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Friedrichstraße 236, 10969 Berlin, Tel.: 030/31 50 57-33, Fax: 030/31 50 57-35, www.deutsche-alzheimer.de, http://www.deutsche-alzheimer.de
20. bis 22. Juni Der Beitrag von Museen zu einer veränderten Wahrnehmung von behinderten Menschen in der Öffentlichkeit. Seminar in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung (Anmeldung erforderlich). Information: 0351 - 4846 - 711
22. bis 24. Juni Demokratie wohin? Entwicklung sowie Handlungsmöglichkeiten in Deutschland und Europa. Demokratie ist heute zweifach bedroht: von innen, da Politik kaum noch Alternativen entwickelt. So verliert Demokratie an Integrationskraft, wird anfällig für extremistische Stroemungen. Von aussen bedroht Globalisierung die politisch-praktische Souveränitaet der Nationalstaaten. Muss also Europa gestärkt werden? Was koennen Bürger/innen sonst tun? Leitung: Dr. Helmut Geiger, Dr. Michael Bosch, Peter Trummer. Sekretariat: Ursula Hendrich, Tel: 07164 - 79 206, Fax: 07164 - 79 12 54, e-Mail: ursula.hendrich@ev-akademie-boll.de
22. bis 24. Juni Internationale Tagung der AG Agrar-Kultur und Sozialökologie an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin-Mitte, Invalidenstr. 42, Nordbau (Hinterhof), Hörsaal 7 und 11. Anmeldung: Alle Interessierten sind willkommen. Eine formlose Anmeldung durch Anruf, Fax, Email, schriftl. oder durch Überweisung wird unter Angabe von Namen, Anschrift, ggf. Institution sowie Tel./Fax/Mail-Adresse erbeten an: HU, LGF, AG Agrar-Kultur und Sozialökologie, Philippstr. 13, Haus 12, 10115 Berlin Tel. und Fax (030) 20 93 62 68 E-Mail: sozial-oekologie@rz.hu-berlin.de. Bankverbindung: Sonderkonto "Welternährung ", Berliner Sparkasse, BLZ 100 500 00, Kto.-Nr. 250 192 470. Teilnahmegebühren: Anmeldung bis 10. Juni 2001: Teilnahmegebühr 50 DM (erm. 30 DM) Ab 10. Juni 2001: Teilnahmegebühr DM 70,-- (erm. DM 50,--) Tageskarten möglich Studierende der Berliner Universitäten frei
29. Juni bis 1. Juli Klonen, patentieren, konstruieren - Welches Menschenbild hat die moderne Biowissenschaft? Evangelische Akademie Baden, Haus der Kirche, Bad Herrenalb. Tel: 07083 - 93 80, Fax: 07083 - 92 86 01
29. Juni bis 1. Juli "Projekt Mensch - in Zukunft digitalisiert und entschlüsselt": Ist der Mensch mehr als nur organische Substanz in der Biologie und der Medizin?, Die neuen Erkenntnisse der gentechnologischen Forschung - was bedeuten sie für das Verständnis und die Veränderungsmöglichkeiten des Menschen?, Der Traum der Nano-Technologie. Der kleine Unterschied -die Genstruktur und die Vieldimensionalität des Menschen, Genomforschung, Klonen und humanoide Roboter - einführende Beiträge, Ethik in der Forschung - ein Beitrag zur Innovation in den Wissenschaften. Referenten: Prof. Dr. Klaus Dörner, Dr. Wolfgang Paetzold, Prof. Dr. med. Dr. phil. Hinderk M. Emrich, Prof. Dr. Harald Fuchs, Dr. Peter Feindt, Dr. Katrin Grüber. Auskunft: Ev.Akademie Iserlohn, Berliner Platz 12, 58638 Iserlohn. Tel. 02371/ 3520
29. Juni bis 1. Juli Spiritualität in der Sterbebegleitung mit Pfarrer Heinrich Pera. Ort: Eltville. Anmeldung: Internationale Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGSL-Hospiz), Postfach 1408, 55384 Bingen, Fax: 06721 - 103 81
29. Juni bis 1. Juli, Geist gegen Gene (The Mind Challenges Genes), The Russell Tribunal on Human Rights in Psychiatry. An der freien Universitaet Berlin findet ein internationaler Kongress statt: Freedom of Thought ist eine Internationale Konferenz ueber Menschenrechte, biologistische Diskriminierung und psychiatrischen Zwang. Die UN Hochkommissarin fuer Menschenrechte, Mary Robinson, wird einen Vertreter entsenden, der die Konferenz mit einer Grussadresse eroeffnen wird. Nach der Eroeffnungsveranstaltung am 29. Juni 2001 teilt sich die Konferenz in das Fuenfte Internationale Russell Tribunal on Human Rights in Psychiatry und das Symposium Geist gegen Gene.
Geist Gegen Gene wendet sich gegen den grassierenden, politisch verordneten Biomythos-Infekt. Hier diskutieren Wissenschaftler und Kuenstler aller Fachdisziplinen zu vier Schwerpunktthemen: Entschluesselung des menschlichen Genoms und Patentierung von menschlichen Erbgut, Psychiatrisierung von politisch Verfolgten und Andersdenkenden, Gentechnik und Kriegsfuehrung, Die Zukunft des Menschen Ivan Illich, einer der bekanntesten Medizinkritiker, wird dort ueber von der Medizin hervorgerufene Krankheiten reden. Dr. Jean Pascal Zanders Projekt Leiter bei Sipri - Chemical and Biological Warfare Project, Schweden, spricht ueber Biowaffen. Weitere renommierte Wissenschaftler haben sich angesagt.
Freedom of Thought ist auch ein Gegenkongress: Zeitgleich tagt - zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg - die Internationale Biologische Psychiatrie in Berlin. Eben an jenem Ort, an dem der schauerliche Genozid der Nazis, die "Vernichtung des lebensunwerten Lebens" seinen Ausgang nahm. Die Rolle der Psychiatrie und Medizin bei diesen Massenmorden darf nicht in Vergessenheit geraten, waehrend gleichzeitig die Gentechnologie mit ihren neuen eugenischen Screening-Verfahren ihren Durchbruch gewinnt. Kritik daran ist politisch aeusserst unerwuenscht. Beim Kongress Geist gegen Gene kommen Wissenschaftler, Kuenstler und Journalisten aus aller Welt zu Wort, die sich ihren kritischen Geist nicht nehmen lassen. Wir laden Sie herzlich zu diesem Ereignis ein.
Der Besuch des Kongresses kostenlos. Durch eine Vorabspende koennen wir Ihnen jedoch einen Sitzplatz reservieren. Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter http://www.freedom-of-thought.de oder senden Sie uns eine E-Mail an zukunft.mensch@berlin.de oder russell.tribunal@berlin.de, Elke Heitmueller Rene Talbot Dr. Renate Bauer Hagai Aviel
2001 - Das Jahr der Lebenswissenschaften. Bundesministerium fuer Bildung und Forschung zusammen mit ,Wissenschaft im Dialog' bieten Veranstaltungen in Berlin, Leipzig, Köln und in Hamburg Biotechnologietage an. Zusaetzlich sind bundesweit sogenannte ,Satellitenveranstaltungen' geplant.
7. bis 10. Juni Kosmos Gehirn 2001 Populaerwissenschaftliches Rahmenprogramm zur ,Goettinger Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft' mit Vortraegen, Ausstellung, Filmprogramm
10. Juni P I D - Auf dem Weg zum perfekten Menschen? Theater SCHLOß CAPPENBERG 11.00 bis 13.00 Uhr. Informationen erhalten Sie unter: Tel. 02306 - 76 55 11 oder Fax 76 55 20. Der Eintritt ist frei.
11. Juni Sprache der Sterbenden (Pastor Christian Anton, Krankenhausseelsorger). 17.30 Uhr, Ort: Hospizarbeit Braunschweig e. V., Hohetorwall 1A, Braunschweig
22. bis 26. Juni in München (Verband Deutscher Biologen, Bdbiol) Wissenschaftslage Life Science Grossveranstaltung im Marienhof und weiteren Institutionen mit Marktständen der Wissenschaft, Diskussionsforen, Vortraegen, Museums- und Institutsfuehrungen
12. bis 17. September in Berlin (Wissenschaft im Dialog, WiD) Grossveranstaltung mit Wissenschaftstreffen, Ausstellungen, Filmfestival, Medienveranstaltungen
29. Oktober bis 8. November in Köln (BMBF) Lebenslinien: Naatur in Bewegung Grossveranstaltung im Kongresszentrum Gürzenich mit Science Street (Ausstellerwettbewerb), Vortraegen, Gespraechsrunden, Theater, Filmfestival
25. November bis 1. Dezember in Frankfurt am Main (Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz, WGL). Leben ist Vielfalt Veranstaltungen zur Biodiversitaet im Senckenberg-Museum mit Vortraegen, Filmfestival, Lifeschaltungen, Schulveranstaltungenwww.lebenswissen.de. Kontakt: Bundesministerium fuer Bildung und Forschung, Pressereferat, Berlin Tel: 030 - 285 40 5050, Fax: 030 - 285 40 55 51, email: presse@bmbf.bund.de
Juli 2001 6. bis 7. 7. Fachtagung Der (im-)perfekte Mensch: Zwischen Anthropologie, Ästhetik und Therapeutik. In Kooperation mit der Deutschen Behindertenhilfe-Aktion Mensch e.V., der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin. Ort: Deutsches Hygiene-Museum Dresden. Um Anmeldung wird gebeten bei Deutsches Hygiene-Museum, Forum Wissenschaft, Tel: 0351 - 4846 - 484, Fax: 0351 - 4846 - 587, e-Mail: science@dhmd.de Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache übersetzt. Tagungsgebühr: DM 20,-- pro Tag. Weitere Informationen unter www.imperfekt.de
8. bis 11.7. Der 10th European congress on Biotechnology wendet sich an ale BiotechnikerInnnen aus Industrie und Forschung. Veranstalter/Kontakt: SIASA CONGRESOS / VJIAJES S.A., Spanien. Tel: Spanien - 34 91 457 48 91, Fax: Spanien 34-91 458 10 88, e-M: siasa@retemail.es
16. und 17.7. in Tutzing "Der Wunsch nach einem gesunden Kind- Problematik der Reproduktionsmedizin. Auskunft Ev. Akademie Tutzing, Schloss St. 2-4, 82327 Tutzing. Tel. 08158/ 2510
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- Direkte Demonkratie Schon 1999 hatten wir von der Initiativgruppe Direkte Demokratie informiert, die sich seit sieben Jahren um die Einführung der Volksabstimmung in Deutschland bemüht. Informationen sind zu erhalten bei Omnibus gemeinnützige GmbH für Direkte Demokratie Kempten, Tel: 0831 - 570 7689, e-M: omnibus@allgaeu.org
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- Kritische Interessengemeinschaft Rheinland-Pfalz berichtet:
- KAO (Kritische Aufklärung über Organtransplantation) ist nach zähen Bemühungen in der neuesten Broschüre der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) enthalten.
- Die Pfarrerin Ines Odaischi hat eine Verfassungsbeschwerde zu rPraxis der Organtransplantation eingereicht. Sie klagt auf die Feststellung, daß alle ,Organspender' - da das Hintodkonzept anzuzweifeln sei - eine Narkose bekommen, ehe sie aufgeschnitten werden.
- Bei Herrn Dr. R.J. Lorenz, Tübinger Initiative gegen die geplante Bioethik-Konvention, Tel: 07071 - 600 111 liegt eine Liste von Vortragsreferenten vor.
-Informationen zu dem ,Medizinischen Arbeitskreis in der Internationalen Gesellschaft Hildegard von Bingen' sind zu erhalten bei: Herrn und Frau Strickerschmidt, Tel: 06721 - 994 160, Fax: 06721 - 994 162.
- ,Der biomediznnische Fortschritt als Herausforderung für das christliche Menschenbild', Diskussionsanstoss des kulturpolitischen Arbeitskreises des ZdK zum ,Jahr der Lebenswissenschaften', 5 Seiten, ligt bei der Interessengemeinschaft Kritische Bioethik Rheinland-Pfalz oder dem ak, 5 Seiten, liegt bei der Interessengemeinschaft Kritische Bioethik Rheinland-Pfalz oder dem ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' vor.
- "Aktion Verantwortung - Bioethik in die Verfassungen" Nachdem die EU-Staastschefs dasThema Bioethik in die kürzlich verabschiedete ,Charta der Gundrechte der EU' aufgenommen haben, fordert die Ökologisch-Demonkratische Partei (ödp) dieses Thema auch in die Landesverfassungen aufzunehmen und startet die ,Aktion Verantwortung - Bioethik in die Verfassungen'. Kontakt: Dr. Claudius Moseler, Tel: 06131-679 820, Fax: 06131-679 815, e-M: oedp.rp@mainz-online.de, www.oedp.rlp.de
Sprecher: Dieter Emmerling, Tel + Fax 06241 - 54 885.
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- Kritische Interessengemeinschaft Bayern Kritische Interessengemeinschaft Bayern ist zu erreichen unter Tel. + Fax: 089 - 837 755, e-M: info@bioethik-bayern.de. Hier finden Sie am Wochenbeginn aktualisierte Informationen unter anderem zu Presseartikeln, Aktivitten des Bundestages zur Bioethik (Ethikbeirat, Enquete-Kommission u.ä.), Protestaktionen, Nachrichten der Bundesregierung und vieles mehr.
----------- - Unterschriftenaktion gegen therapeutisches Klonen und Missbrauch der Humangenetik
KOLPINGWERK DEUTSCHLAND DIÖZESANVERBAND SPEYER DIÖZESANGESCHÄFTS STELLE, ADOLPH-KOLP ING-PLATZ 9, 67655 KAISERSLAUTERN TEL.: 0631 - 6 57 97; FAX: 0631 - 6 81 07; eMail: kolping-dv-speyer@t-online.de
Pressemitteilung KL, 7.2.2001/ KWD/DVSp/tb
UNTERSCHRIFTENAKTION Gegen therapeutisches Klonen und Missbrauch in der Humangenetik: Menschliches Leben steht auf dem Spiel Kaiserslautern. - Zu einer Unterschriftenaktion zum Schutz menschlicher Embryonen vor dem Missbrauch verbrauchender Forschung ("therapeutisches Klonen") und der Humangenetik ("vorge-burtliche Selektion") und zur Beibehaltung des strengen deutschen Embryonenschutzgesetzes ruft das Kolpingwerk Diözesanverband Speyer auf. In einer Resolution des katholischen Sozialverbandes heißt es:
"Die Anwendungen der neuesten Forschungsergebnisse aus der Reproduktionsmedizin (Klonen) und der Humangenetik werfen grundsätzliche Fragen nach Wahrung und Würde des menschlichen Lebens auf. Denn in beiden Wissenschaftsbereichen ist jetzt schon eindeutig erkennbar, dass
- ungeborenes menschliches Leben als Ware und Wegwerfartikel mißbraucht wird (sog. thera-peutisches Klonen) oder
Menschen über den Weg der Praenatal- bzw. der Praeimplantationsdiagnostik darüber entschei-den können, ob vorgeburtliches Leben unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt einen Le-benswert hat oder als "lebensunwertes Leben" zu töten ist (Bereich Humangenetik).
Dabei besteht die große Gefahr, dass es zu Aufweichungen unseres bisher geltenden strikten Em-bryonen~Schutzgesetzes kommen kann, die solches Handeln entgegen unserer Verfassung, vor allem aber entgegen göttlichem Recht legitimieren würden. Das aber würde auch bedeuten, dass das gesamte jahrtausendalte Verständnis von Wesen und Würde des Menschen über Bord geworfen wird und der Schritt zur Herstellung von menschlich-tierischen Mischwesen, die in irgend einer Form Wirtschaft oder Wissenschaft nützlich sein könnten, dann nicht mehr allzu weit ist.
Hier gilt es, den Anfängen mit aller Entschiedenheit zu wehren. Denn alles menschliche Leben, von seinem embryonalen Entwicklungszustand bis hin zur Fragilität des Alters, entzieht sich der Verfügbarkeit des Menschen, da Leben allein aus Gott kommt und nur Gott selbst darüber entscheiden kann.
Diese Haltung ist weder innovationsfeindlich noch wissenschaftsskeptisch, sondern beruht auf den Grundlagen göttlichen Rechts. Selbst in Kreisen seriöser Fachwissenschaftler bestehen grundlegendc Zweifel, ob die Vernichtung eines menschlichen Embryos (darum handelt es sich in Wirklichkeit bei dem irreführenden Begriff ,,therapeutisches Klonen") überhaupt eine therapeutische Wirkung haben kann und sehen hier vor allem "massive wirtschaftliche Interessen im Spiel" (so auch die Molekularbiologin Regine Kolleck, Vorsitzende des Ethik-Beirats des Bundesgesundheitsministeri-ums). Diese Vorwürfe werden noch dadurch erhärtet, dass die Forschung an den ethisch unproble-matischen adulten (Erwachsenen-) Stammzellen noch längst nicht so weit vorangetrieben worden ist. Hauptsächlich wohl deshalb, weil diese Verfahren kostenaufwendiger sind.
Das deutsche Embryonen~Schutzgesetz darf nicht menschlichem Ehrgeiz oder wirtschaftli-chem Kalkül zum Opfer fallen. Diese letzte Bastion gegen den Missbrauch am schutzlosesten unter den schutzlosen menschlichen Leben muss gehalten werden!"
Sämtliche Unterschriften werden der Bundesregierung in Berlin zu einem öffentlichkeitswirksamen Zeitpunkt übergeben. Resolution und Unterschriftenlisten können über das Diözesansekretariat in Kaiserslautern angefordert werden: Kolpingwerk Diözesanverband Speyer, Adolph-Kolping-Platz 9, 67655 Kaiserslautern, Tel.: 0631/6 57 97 - Fax: 0631/ 6 81 07 - eMail: koIping-dv-speyer@t-online.de
Unterschriftenaktion gegen therapeutisches Klonen
Therapeutisches Klonen von Embryonen muss verboten bleiben. Es widerspricht der Würde des Menschen und ist ethisch nicht zu verantworten. Zur Gewinnung von Stammzellen gibt es ausreichende Altenativen, bei denen keine Embryonen getötet werden.
Name Anschrift Unterschrift
Bitte einsenden an: Kolpingwerk Deutschland Diözesanverband Speyer, Adolph-Kolping-Platz 9, 67655 Kaiserslautern
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Neue Empfehlungen der DFG zur Forschung mit menschlichen Stammzellen
Stufenplan zur Standardisierung und internationalen Kooperation Forschung an überzähligen. Embryonen unter strengen Auflagen
Der Text kann beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' abgerufen werden.
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Vom Bundesministerium für Gesundheit erhalten am 8.5.2001
Mitglieder des Nationalaen Ethikrates
Prof. Dr. Wolfgang van den Daele, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Prof. Dr. Horst Dreier, Bayerische Julius-Maximilians-Univrsität Würzburg
Prof. Dr. Eve-Marie Engels (Vorstand Tübinger Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften), Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Bischof Dr. Gebhard Fürst (kath), Diözese Rottenburg-Stuttgart
Prof. Dr. Detlev Ganten, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin, Berlin
Prof. Dr. Volker Gerhardt (Rechtsphilosoph), Humboldt-Universität zu Berlin
Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Regine Kollek (Biologin), Universität Hamburg
Christiane Lohkamp (Behinderten-Organisation), Huntington-Hilfe e.V. Stuttgart
Prof. Dr. Therese Neuer-Miebach (Fachbereich Sozialarbeit), Fachhochschule Frankfurt am Main
Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard (Molekularbiologin, Nobelpreisträgerin), Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen
Prof. Dr. Peter Propping (Vorstand für Humangenetik), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Heinz Putzhammer, Mitglied des Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes
Prof. Dr. Jens Reich (frühere DDR-Bürgerrechtler), Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin, Berlin
Dr. Bettina Schöne-Seifert (Zentrum für Wissenschaftstheorie und -ethik), Universität Hannover
Prof. Dr. Dr. h.c. Richard Schröder (ev. Theologie), Humboldt-Universität zu Berlin
Prof. Dr. Dr. h.c. Spiros Simitis (frühere hessische Datenschutzbeauftragte), Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Dr. h.c. Lothar Späth, Vorsitzender des Vorstandes der Jenoptik AG
Prof. Dr. Jochen Taupitz (Medizinrecht), Universität Mannheim
Kristiane Weber-Hassemer, Vorsitzende Richterin am OLG Frankfurt am Main
Dr. Hans-Jochen Vogel (ehemaliger Bundesjustizminister)
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn
Dr. med. Christiane Woopen (Lehrbeauftragte Ethik in der Medizin), Universität zu Köln Universität zu Köln
In der FAZ vom 10.5.2001 werden die Mitglieder vorgestellt. Die 7 Seiten können beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' angefordert werden.
Nachnominiert wurden: Prof. Eberhard Schockenhoff von der Universität Freiburg, Moraltheologe und Dr. med. Eckhard Nagel Transplantationsmediziner der Universität Freiburg
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www.woche.de/portraettextaktuell.htm
DIE WOCHE 20/01, 11. Mai 2001
Doña Quichotte
Regine Kollek zieht in Gerhard Schröders nationalen Ethikrat, wo sie der Gentechnik Fesseln anlegen will. TYLL SCHÖNEMANN
Über eine Wissenschaftlerin und ihren Kampf gegen die Windmühlen der Zeit
Da sitzt sie, die Rebellin, die Kassandra. Die Frau, die nicht unbesehen glauben will, dass die goldene Zeit anbricht und die "große Gesundheit" ("Frankfurter Allgemeine Zeitung"), nur weil das Genom entschlüsselt und der Ehrgeiz von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik entfacht ist, bisherige Grenzen zu überschreiten. Schmal, fast filigran sitzt Regine Kollek in ihrem Hamburger Uni-Büro, das nun zu einem kleinen Widerstandsnest geworden ist gegen die Übermacht derer, die sich nicht von ein paar ethischen Bedenken aufhalten lassen wollen auf ihrem Marsch in die Zukunft. Es geht um Embryonen und die Frage, ob sie eines Tages auch in Deutschland getötet werden dürfen zum Zwecke der Forschung. Ob also die Gesellschaft ihren Segen dafür gibt, werdendes menschliches Leben der Wissenschaft zu opfern. Prof. Dr. rer. nat. Regine Kollek wundert sich, dass sie eine Minderheitenposition vertritt, wenn sie sagt: Nein.
Die Molekular-Biologin und Professorin für Technologiefolgenabschätzung ist Mitglied des nationalen Ethikrates, den Gerhard Schröder berufen hat, weil er - wie die einen sagen - möglichen Widerspruch unter Kontrolle haben will oder weil er - wie die anderen sagen - wirklich an breiter gesellschaftlicher Diskussion interessiert ist. Regine Kollek lässt erkennen, dass sie angesichts der großen Zahl an Gentechnik-Befürwortern im Rat die erste Variante für die wahrscheinlichere hält. Das hat sie lange zögern lassen, dem Ruf des Kanzlers zu folgen, weil sie nicht als Feigenblatt herhalten wollte für eine Entwicklung, die sie für "vorprogrammiert" hält. Aber dann mochte sie sich nicht selbst die Hoffnung nehmen, das Programm zumindest etwas durcheinander bringen zu können, indem sie "den hohen Aufmerksamkeitswert des Rates" als Plattform nutzt für ihre Sicht der Dinge: An die Öffentlichkeit will sie gehen, Interviews geben, Vorträge halten, Minderheitenvoten abgeben. Sie hat sich viel vorgenommen. Sie wird nerven.
Im Grunde geht es um die Frage, ob die Ethik der Technologie zu folgen hat oder die Technologie der Ethik. Die Menschheit hat sich ja an so vieles schon gewöhnt, ihre Moral zum Beispiel daran angepasst, dass die Mobilität allein in Deutschland jährlich 7000 Todesopfer fordert oder dass die Atomkraft ganze Landstriche verseuchen kann und schon verseucht hat. Das alles sieht auch Regine Kollek, räumt ein, dass Ethik mit den Zeiten fließt. Dennoch gibt es für sie "Grundprinzipien", von denen sie sich wünscht, "dass sie sich nie ändern". Sie kann und will sich nicht vorstellen, "dass es eine Gewöhnung an den Verbrauch von Embryonen für ökonomische Zwecke" geben könnte. Das ist für die Professorin der große Unterschied zu allen bisherigen Debatten über Technologiefolgen: Der Verbrauch von Embryonen ist nicht Folge, sondern Voraussetzung der neuen Technologie - und schon deshalb eine ethische Herausforderung "völlig neuer Dimension".
Nun ist es so - und das macht die Sache nicht einfacher -, dass die neue Technologie sich selbst ethisch begründet. Menschen mit unheilbaren Krankheiten sollen künftig geheilt werden können, aus embryonalen Stammzellen wachsen neue Herz-Zellen, Nerven oder anderes Gewebe. Therapeutisches Klonen wird diese Vision genannt, die - solange sie auf embryonalen Stammzellen gründet - die Tötung werdenden Lebens voraussetzt. Mit Misstrauen beobachtet Regine Kollek, dass die Alternative, die Erforschung adulter Stammzellen, aus dem Blickfeld der Wissenschaft zu geraten droht und die Begehrlichkeit nach Embryonen wächst.
Ein bisschen zögert sie zwar schon, 14 Tage alte Zellhaufen als Embryonen zu bezeichnen, will ihnen auch nicht die "volle Menschenwürde" zuschreiben. Aber sie vermisst den "Respekt" vor dem werdenden Leben, ein Umstand, der sie auch den Beteuerungen der Wissenschaft misstrauen lässt, es gehe ja nur um das Heilen. Denn Regine Kollek weiß zu viel von Technik-Entwicklungen, "um nicht zu sehen, welche Dynamiken sich da entfalten können". Ablesen lasse sich das an der Entwicklung der Präimplantationsdiagnostik (PID) - dem Gen-Check des Embryos bei der künstlichen Befruchtung -, wo die Indikations-Begrenzung auf schwere Krankheiten nur mühsam einzuhalten sei. In den USA wurden solche Tests schon eingesetzt, um Kinder mit bestimmten Gewebetypen auszusuchen, damit sie sich als Blutspender für Geschwister eignen. Regine Kollek sieht da den Weg nicht mehr weit bis zur "Selektion nach Kriterien der Ästhetik oder der Leistungsfähigkeit".
Es sind die Anfänge, gegen die sie sich wehrt, weil ihre Erfahrung sie lehrt, dass immer dann Vorsicht angebracht ist, wenn sich Wissenschaft, Wirtschaft und Politik plötzlich der Kranken und Gebrechlichen dieser Welt erinnern. Allzu oft geht es um ganz andere Interessen, die kaum zu bändigen sind durch Gesetze und Verordnungen. Es geht um wissenschaftliche Ehre, wirtschaftliche Rendite und politische Ziele wie Sicherung des Standortes und Arbeitsplätze. Aus solchem Stoff sind die Windmühlenflügel, gegen die sie kämpft.
Sie hält vieles für machbar und noch mehr für denkbar in einer Zeit, "in der die Verbindung von Utilitarismus und Hedonismus" dazu führt, dass ethische Fragen auch dann nur am Rande erörtert werden, wenn es um solche Wünsche geht: Genuss ohne Reue, Konsum ohne Konsequenz, Aufschwung ohne Ende. Und wenn das Herz dabei zerspringt, dann wächst eben ein neues. "Die neue Technologie hat sich die richtige Zeit für ihren Durchbruch ausgesucht", sagt Regine Kollek. Auch deshalb glaubt sie nicht daran, dass sie auf das Heilen von Krankheiten beschränkt werden kann. Begehrlichkeiten in ganz andere Richtungen könnten entstehen: "Gewebeersatz für die plastische Chirurgie, Glatzenbeseitigung, festes Bindegewebe für einen strammen Po, der ganze kosmetische Einsatzbereich also." Für Regine Kollek wäre eine solche Entwicklung schon äußerst fragwürdig, wenn sie "auf adulten Stammzellen" basierte, "völlig unvertretbar" aber wäre es - noch einmal sagt sie es - "dafür menschliche Embryonen zu vernichten".
Vielleicht greift Regine Kollek mit ihren Beispielen so weit in die Zukunft, weil sie schon jetzt einen Schutzwall aufrichten will um die, die ihrer Meinung nach den Preis zu zahlen hätten, wenn die Forschung an Embryonen eines Tages wirklich therapeutisches Klonen ermöglichen sollte: die Frauen, die dann die ins Unermessliche steigende Nachfrage nach Eizellen zu befriedigen hätten. Besonders Frauen in Ländern der Dritten Welt könnten gegen Bezahlung animiert werden, den begehrten Rohstoff zu liefern. Sie würden, so befürchtet Regine Kollek, sortiert und hormonbehandelt zu Zulieferern einer neuen industriellen Branche der reichen Länder - und damit in ihrer Würde verletzt. Ein Schicksal, das auch vielen Geschlechtsgenossinnen in den wohlhabenden Industriestaaten drohen könnte. "In welche Gewissensnöte stürzen wir Frauen, die sich nicht hormonell behandeln lassen wollen und sich deshalb weigern, etwa für einen an Parkinson erkrankten Verwandten lebensrettende Eizellen zu spenden?", fragt sie.
Auch bei der In-vitro-Fertilisation ergäben sich möglicherweise Nachteile für die Patientinnen. Wird die Forschung an Embryonen erlaubt, sieht Kollek jedenfalls Interessenkonflikte für die behandelnden Ärzte voraus, die oft auch Forschung betreiben. Sie könnten der Versuchung ausgesetzt sein, vom Prinzip der schonenden Behandlung abzuweichen und durch hormonelle Überstimulation mehr Eizellen zu produzieren, als für die künstliche Befruchtung notwendig sind. Auch vor diesem Hintergrund sagt Regine Kollek den Satz, den sie durchaus feministisch meint: "Alles, was an Embryonen passiert, passiert letztendlich an Frauen." Wenn sie sich wehren, wird ihnen die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch entgegengehalten und dass sie sich doch bitte nicht so haben mögen. Regine Kollek meint: "Das persönliche Abwehrrecht der Frau gegen eine unerwünschte Schwangerschaft ist keine Legitimation Dritter auf die Benutzung und Tötung von Embryonen."
Mit Regine Kollek und der Gen-Forschung verhält es sich so: Sie sieht, wenn die Embryonen-Forschung denn erlaubt wird, einen Dammbruch, der einige Grundpfeiler des bisherigen kulturellen und gesell-schaftlichen Zusammenlebens hinwegreißen könnte. Wie wird, so fragt sie, in Zukunft das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern sein, wenn die Kinder immer mehr zu "designten Wunschprodukten der Eltern" werden? Wie wird sich das Verhältnis zwischen Eheleuten entwickeln, die - obwohl zeugungsfähig - wegen der besseren diagnostischen Möglichkeiten eine Reagenzglas-Zeugung bevorzugten? Wie gehen wir in Zukunft mit Behinderten um, mit Sterbenden, mit Koma-Patienten?
Ethik, sagt Regine Kollek, ist die "Theorie der Moral". Moral ist also angewandte Ethik. Sie basiert auf dem Gewissen. Letzten Endes, meint die Professorin, muss das Parlament entscheiden. "Die Abstimmung sollte freigegeben werden."
Zur Person
Regine Kollek (50) studierte Biologie und Chemie in Braunschweig, Brighton, Paris und Würzburg. Nach zweijährigem Forschungsaufenthalt in den USA arbeitete sie am Heinrich-Pette-Institut der Uni Hamburg. 1985 wechselte sie in den wissenschaftlichen Stab der Enquetekommission "Chancen und Risiken der Gentechnologie" des Bundestages. Später gehörte sie dem Vorstand des Freiburger Öko-Instituts an und arbeitete am Hamburger Institut für Sozialforschung. Seit 1995 ist sie Professorin für Technologiefolgenabschätzung in der Medizin an der Uni Hamburg. Vergangene Woche wurde sie vom Kanzler in den Nationalen Ethikrat berufen, der sich mit den Folgen der Gentechnik beschäftigt.
DIE BEFÜRWORTER
PROF. WOLFGANG VAN DEN DAELE Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, Berlin PROF. DETLEV GANTEN Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin, Berlin PROF. VOLKER GERHARDT Humboldt-Universität Berlin CHRISTIANE LOHKAMP Huntington-Hilfe, Stuttgart PROF. CHRISTIANE NÜSSLEIN-VOLHARD Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen PROF. PETER PROPPING Universität Bonn BETTINA SCHÖNE-SEIFERT Universität Hannover PROF. JOCHEN TAUPITZ Universität Mannheim PROF. ERNST-LUDWIG WINNACKER Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Bonn CHRISTIANE WOOPEN Universität Köln
DIE UNENTSCHIEDENEN
PROF. HORST DREIER Universität Würzburg HEINZ PUTZHAMMER DGB-Vorstandsmitglied PROF. JENS REICH Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin, Berlin PROF. RICHARD SCHRÖDER Humboldt-Universität Berlin KRISTIANE WEBER-HASSEMER Richterin am OLG Frankfurt
DIE SKEPTIKER
PROF. EVE-MARIE ENGELS Universität Tübingen BISCHOF GEBHARD FÜRST Kath. Diözese Rottenburg-Stuttgart BISCHOF WOLFGANG HUBER Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg PROF. REGINE KOLLEK Universität Hamburg PROF. THERESE NEUER-MIEBACH Fachhochschule Frankfurt am Main PROF. SPIROS SIMITIS Universität Frankfurt, früherer hess. Datenschutzbeauftragter LOTHAR SPÄTH Vorstandschef Jenoptik AG, ehemaliger CDU-Ministerpräsident HANS-JOCHEN VOGEL früherer SPD-Vorsitzender und Bundesjustizminister
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http://www.morgenpost.de/archiv2001/010515/politik/story421732.html
Berliner Morgenpost, vom: 15.05.2001
Unmut über den Nationalen Ethikrat
Kritik in Enquete-Kommission des Bundestages
Von Lars-Broder Keil
Berlin - Selten waren sich die Mitglieder der Enquete-Kommission des Bundestages zu «Recht und Ethik der modernen Medizin» so einig wie gestern. Einmütig kritisierten die Parteienvertreter in der Kommission die Berufung eines Nationalen Ethikrates durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Und einmütig betonten die Mitglieder der ein Jahr alten Kommission, sie seien das einzig «demokratisch legitimierte Gremium», um den Bundestag bei Gesetzesvorhaben zu begleiten.
Aufgabe der Enquete-Kommission, der 13 Abgeordnete und 13 Experten angehören, ist es, dem Gesetzgeber auf dem ethisch wie rechtlich schwierigen Gebiet der Gen- und Biotechnologie Empfehlungen zu geben. Dazu gehören Auswirkungen neuer gentechnischer Verfahren auf die Medizin, das Arzt-Patienten-Verhältnis und den Datenschutz. Zu all diesen Fragen gibt es in der Kommission bislang keine einheitliche Position. In den Prozess der Meinungsbildung werden die Mitglieder zudem ständig mit neuen Themen konfrontiert, zu denen sie sich äußern sollen. Die Folge ist Zeitnot. «Wir werden unser Arbeitsprogramm bis zum Ende der Legislaturperiode nicht schaffen», vermutet Wolfgang Wodarg (SPD).
Der Obmann der Unions-Fraktion, Werner Lensing (CDU), befürchtet, der Schröder-Rat könne mit Stellungnahmen schneller sein und mehr Gewicht bekommen als die Enquete-Kommission. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat bereits geäußert, eine Zulassung der embryonalen Stammzellenforschung - ein typisches Thema für die Enquete-Kommission - von einer Erörterung im Nationalen Ethikrat abhängig zu machen. Wodarg appellierte daher an den Kanzler, seinen Rat nicht als «Akzeptanzbeschaffungs-Instrument zu missbrauchen».
Obwohl Kommissions-Chefin Margot von Renesse (SPD) betont, sie sehe im Ethikrat keine Konkurrenz, fühlt sie sich durch diesen beflügelt. «Wir werden unsere Autorität stärken, indem wir deutlicher auf Konsens bei Themen hinweisen», sagte von Renesse der Berliner Morgenpost. So will die Kommission noch vor der Bundestagswahl 2002 Stellungnahmen zu Gentests bei im Labor erzeugten Embryonen (Präimplantationsdiagnostik), zum Umgang mit genetischen Daten und zum therapeutischen Klonen vorlegen. Bei der Präimplantationsdiagnostik könnte eine Erweiterung des Embryonenschutzgesetzes empfohlen werden. Nach Ansicht von Werner Lensing (CDU) bedeute das keinen Dammbruch. Für Edzard Schmidt-Jortzig (FDP) gehört das zehn Jahre alte Gesetz auf den Prüfstand. Gegen eine Aufweichung wandte sich vehement die Grünen-Politikerin Monika Knoche. Das Gesetz in seiner jetzigen Form sei zukunftstauglich.
Die Grünen-Fraktion will heute ein Grundsatzpapier zur Gentechnik verabschieden. Darin wird eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes, therapeutisches Klonen und der Import embryonaler Stammzellen abgelehnt. Zudem soll die EU-Biopatenrichtlinie überarbeitet werden.
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- Embryonen stehen unter Schutz
Pressemitteilung vom 8. Mai 2001
Embryonen stehen unter dem Schutz der Verfassung! Lebenshilfe begrüßt Vorstoß der Bundesjustizministerin
In den vergangenen Tagen ist der Embryonenschutz erneut ins Wanken geraten. Der vom Bundeskanzler Gerhard Schröder in den Nationalen Ethikrat berufene Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Dr. Ernst Ludwig Winnacker, der bisher zu den Hütern des Deutschen Embryonenschutzgesetzes zählte, hat seine Meinung geändert. Jetzt tritt er plötzlich dafür ein, dass in Deutschland die Forschung an embryonalen Stammzellen ermöglicht wird, obgleich dies zur Folge hat, dass Embryonen auf ihre Qualität untersucht und bei Anzeichen für eine Erbkrankheit selektiert werden. Zeitgleich hat die DFG die Freigabe des Imports embryonaler Stammzellen gefordert.
In dieser Situation hat die Bundesjustizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin ein deutliches Zeichen gesetzt und in einem Positionspapier für das Präsidium der SPD vor einer Aufweichung des Embryonenschutzes in Deutschland gewarnt. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung begrüßt insbesondere, dass die Justizministerin die verfassungsrechtlichen Grenzen aufgezeigt hat, die der Freigabe der Embryonenforschung entgegenstehen. Sie sagt unmissverständlich: Der Staat sei verpflichtet, die "menschliche Würde und das menschliche Leben zu schützen, das mit der Verschmelzung von Samenzelle und Ei beginnt". Die Forschung müsse jene "absoluten Grenzen beachten, die unsere Verfassung zum Schutz des Menschen und der menschlichen Würde setzt".
"Dies ist" - so Robert Antretter, Bundesvorsitzender der Lebenshilfe - ein deutlicher Hinweis dafür, dass das Embryonenschutzgesetz nicht zur Disposition steht, sondern nur das vollzieht, was unser Grundgesetz vorschreibt: Menschliche Embryos stehen unter dem Schutz der Verfassung. Sie dürfen nicht zum alleinigen Zweck ihrer Vernichtung durch medizinisches Forschen erzeugt werden."
Abdruck honorarfrei - Belegexemplar erbeten
Pressestelle der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. Raiffeisenstraße 18, 35043 Marburg, Fax-Nr. 06421/491-167 oder 491-628, Durchwahlen der Pressestelle 06421/491-128 - -130.
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Der Embryo ist kein Rechnungsposten, Rainer Beckmann FAZ vom 10.5.2001
Frankfurter Rundschau, 21.05.2001 "Schröder will PID, weil Embryonenhandel ein blühender Markt wird"
Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesärztekammer, Montgomery, warnt eindringlich davor, Präimplantationsdiagnostik zuzulassen.
Die Artikel sind beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig' abrufbereit.
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- Deutsche Behindertenrat (DBR): 18 Thesen zu Menschenrechten, Gentechnologie und Embryonenforschun. Dieses Papier (3 Seiten) ist erhältlich beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'
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Euro Pro Life Doctors - Deutsche Sektion
Pressemeldung 9.Mai 2001 An die Medien (Abt. Medizin + Wissenschaft, modernes Leben, Gesellschaftspolitik, ...), Politiker, den Staat und die Öffentlichkeit "Zuwanderung" "Mit Sorge stellt die Deutsche Sektion der 'Euro Pro Life Doctors' fest, daß in diesen Tagen immer öfter Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dem offenbar gewordenen Bevölkerungsschwund lediglich mit der Forderung nach mehr Zuwanderung von Menschen aus anderen Ländern begegnen. Wir Ärzte und Bürger, die wir uns in diesem Lande für den Schutz des menschlichen Lebens einsetzen, empfinden diese Forderung allein als den falschen Weg. Wir rufen die Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft vielmehr auf, zu allererst einmal die Ursachen für den zahlenmäßigen Schwund der deutschen Bevölkerung und damit von Arbeitskräften anzugehen, nämlich die Abtreibung und die Verhütung. Wir fordern alle Verantwortlichen und alle Bürger unseres Landes auf, sich bewußt zu machen: 1. Kinder sind unsere Zukunft, wir dürfen ihnen den Zutritt in unsere Gesellschaft nicht verwehren, gleich welche Umstände herrschen. 2. Jedes ungeborene Kind hat ein Recht auf Leben und eine künftige Aufgabe in dieser Welt, auch und gerade in einer Mehrkind-Familie. 3. Tötung von Menschen (durch Abtreibung) und Verhütung von Menschen (z.B. durch die 'Pille') können daher in einer modernen Gesellschaft keine Lösung sein. Ohne die seit Jahren bei uns üblich gewordenen Eingriffe in die Natur des Menschen könnten heute jährlich mehr als 300.000 Kinder in unserem Land das Licht der Welt erblicken. gez. Dr. Gero Winkelmann, Prakt. Arzt, Koordinator der EPLD, Euro Pro Life Doctors - Deutsche Sektion 82008 Unterhaching" Weitere Informationen über die "EPLD - Europäische Ärztevereinigung Lebensrecht" finden Sie im Internet. EPLD, Dr.G.Winkelmann, 82008 Unterhaching / München, Truderinger Str. 53, Tel. 089 - 61 50 171-7, Fx -8; www.epld.org e-mail: info@epld.org - Unterstützungs-Konto-Nr. 44 44 43 - 806, PB-München, BLZ 70010080, Dr.G.Winkelmann, Stichw'. EPLD'.
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- genmanipuliertes Kind
Tagesspiegel 9.05.2001
Was Wissen schafft
Ooops - ein Klonbaby! In den USA kam schon 1997 ein genmanipuliertes Kind zur Welt
Alexander S. Kekulé
Sechs Millionen Deutsche verfolgten das tragische Schicksal des unglücklichen Mädels aus Bayern: Nach einem Reitunfall konnte die 20-Jährige keine Kinder mehr bekommen - dramatischer Wendepunkt in einem königlichen Leben, das mit nur 50 Jahren in einem Pariser Kloster enden würde. Prinzessin Sophie in Bayern stirbt einsam und noch dazu als Nonne - verraten, gedemütigt und ohne Thronfolger für ihren einstigen Verlobten, den sagenumwobenen Märchenkönig Ludwig II.
Heute, im Zeitalter der modernen Reproduktionsmedizin, wäre die filmträchtige Geschichte vermutlich anders verlaufen. Nicht als TV-Schnulze, sondern als technik-strotzender Bio-Thriller, bei dem - ganz aus Versehen - auch noch ein Klonkind zur Welt kommt: Zunächst bekäme die Patien-tin mit Kinderwunsch Hormone verschrieben, um die Empfängnisbereitschaft zu erhöhen. Wenn das nicht hilft, werden aus den Eierstöcken Eier entnommen und per "In-vitro-Fertilisation" (IVF) im Labor mit Spermien des Vaters befruchtet. Manchmal sind die väterlichen Keimzellen jedoch zu schlapp, um sich selbst in die weibliche Eizelle zu bohren: Dann werden sie kurzerhand mit einer winzigen Injektionsnadel ans Ziel befördert. Diese "intra-cytoplasmatische Spermieninjektion" (IC-SI) ist umstritten, da sie auch geschädigten Spermien zur Befruchtung verhilft. Dadurch kommt es zu gehäuften Aborten - und möglicherweise auch zur Vererbung genetischer Schäden.
Wenn selbst die ICSI nicht zum Wunschkind verhilft, kann es auch am Ei liegen. Da die weiblichen Eizellen bereits bei der Geburt in den Eierstöcken angelegt sind, geht ihnen mit zunehmendem Alter regelrecht die Batterie aus: Die Menge der "Mitochondrien", Kraftwerke der Zelle, nimmt ab. Deshalb verschlechtert sich die Erfolgsrate der IVF mit dem Alter der Mutter deutlich, bei über 40-Jährigen liegt sie unter zehn Prozent. Doch auch für alte Eier haben die Reproduktionsmediziner ein Rezept: Sie entnehmen bei einer jungen Frau die Zellflüssigkeit aus einer Eizelle und injizieren dieses "Ooplasma" in das unfruchtbare Ei der Empfängerin. Voll getankt mit frischen Mitochond-rien können dann selbst greise Eier befruchtet werden.
Die Methode des "Ooplasma-Transfers" hat allerdings einen schweren Nachteil: Da Mitochondrien eigenes Erbmaterial enthalten, gehören die Kinder zu einer in der Natur nicht vorkommenden, genmanipulierten Spezies - mit Genen von einem Vater und zwei Müttern. Über die Eigenschaften, die durch die 37 Gene der Mitochondrien vererbt werden, ist nur wenig bekannt. Mutationen können zu erblicher Sehstörung, Epilepsie oder Muskelschwäche führen. Auch ist vollkommen unklar, wie sich die künstlich zusammengeworfenen Mitochondrien-Gene zweier Mütter im Laufe eines Menschenlebens verhalten. Da Mitochondrien miteinander verschmelzen und ihre Erbinfor-mationen austauschen können, sind auch Mutationen und gehäufte Krebsleiden nicht auszuschließen.
Bisher wurden mindestens 30 Kinder mit diesem Verfahren "hergestellt", das älteste ist schon vier Jahre alt. Die erst jetzt kontrovers diskutierten Versuche wurden bereits 1997 in dem Fachblatt "Lancet" publiziert - als großer Erfolg für die Reproduktionsmedizin. Unter dem Erwartungsdruck unglücklicher Eltern und mit der Aussicht auf eine lukrative Behandlungsmethode haben die Medi-ziner ganz nebenbei die Grenze zur Manipulation der Keimbahn überschritten, die international abgelehnt wird. Für die Bayern war es jedenfalls kein Schaden, dass ihr Märchenkönig - warum auch immer - ohne Nachkommen blieb: Ludwig II. wurde von einem Wahnleiden ereilt, das höchstwahrscheinlich erblich war.
Der Autor ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Halle.
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- zunehmendes Lebensrecht, Rainer Beckmann
Man lese unter http://www.aerzteblatt.de/default.asp?ahp1&aup2
Beckmann, Rainer Zunehmendes Lebensrecht: Kaum absehbare Auswirkungen
Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 14 vom 06.04.01, Seite A-902, [DOKUMENTATION: Diskussion]
Zum Beitrag von Ministerialrat a. D. Dr. jur. Rudolf Neidert in Heft 51-52/2000
Rudolf Neidert will mit seinem Beitrag die Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik "durch einen empirischen Zugang" voranbringen. Als Lösungsansatz propagiert er einen "Gleichklang" zwischen dem kontinuierlichen Heranwachsen des ungeborenen Kindes und dessen rechtlichem Schutz. Am Anfang der vorgeburtlichen Entwicklung soll das Lebensrecht des Embryos in weitem Umfang zur Disposition stehen. In späteren Stadien verdiene der Embryo umso größere Achtung, "je mehr sich dieser dem geborenen Menschen annähert". Dieser Ansatz wirkt auf den ersten Blick in sich stimmig. Tatsächlich gibt es für diesen "Gleichklang" biologischer Wachstumsprozesse mit rechtlichen Schutzbestimmungen weder einen rational nachvollziehbaren Grund, noch wird dieses Prinzip von seinen Verfechtern selbst ernst genommen. Der Rest des Textes kann beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig angefordert werden. ----------
- Eckpunkte für eine Gentechnikpolitik Bündnis 90 / Die Grünen
Beschluß der Fraktion vom 15.05.2001
Politik in der Verantwortung Eckpunkte für eine Gentechnikpolitik der Bundestagsfraktion
Dieses Papier (17 Seiten) kann beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig abgerufen werden.
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- DFG www.aerzteblatt.de
Koch, Klaus
Embryonale Stammzellen:
Kehrtwende bei der Forschungsgemeinschaft
Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 19 vom 11.05.01, Seite A-1226 [POLITIK]
Die Hoffung auf Therapieformen für unheilbare Erkrankungen rechtfertigt nach einem Votum der Deutschen Forschungsgemeinschaft nun doch eine Aufweichung des Schutzes von Embryonen.
Donnerstags hü, freitags hott. Die Art und Weise, wie letzte Woche die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit ihrer eigenen Empfehlung zur Stammzellforschung umgegangen ist, lässt darauf schließen, dass auch innerhalb der Organisation keine Einigkeit herrscht, wie man in Deutschland zur Embryonenforschung steht. Donnerstags hatte der 39-köpfige Senat "einstimmig und ohne Enthaltung" eine Stellungnahme verabschiedet, die eine klare Abkehr von der bisherigen strikten Ablehnung der Forschung an Embryonen bedeutet.
Den Kurswechsel begründet die DFG mit einem beachtlichen Erkenntnisgewinn der Stammzellforschung der letzten zwei Jahre, wonach embryonale Stammzellen ein größeres Potenzial hätten, als man 1999 vermutet habe. Daher gebe es "keine Rechtfertigung dafür, die Forschung mit legal im Ausland hergestellten embryonalen Stammzellen grundsätzlich auszuschließen", erklärte DFG-Präsident Prof. Ernst-Ludwig Winnacker. Auch deutsche Wissenschaftler sollten mit Zellen forschen dürfen, die aus menschlichen Embryonen gewonnen wurden. Vorerst dürfen sie diese Zellen allerdings nicht selbst herstellen, sondern müssen sie aus dem Ausland importieren.
Freitags hat dann jedoch ein anderes Gremium der Forschungsorganisation - der Hauptausschuss - gerade jene Entscheidung auf Anfang Juli vertagt, die die neue Empfehlung in die Tat umgesetzt hätte. Seit einem Jahr wartet Prof. Oliver Brüstle von der Universität Bonn auf das Votum, ob die DFG seine Tierversuche fördert, zu denen er menschliche embryonale Stammzellen aus dem Ausland einführen will. Dass die DFG ihre eigene kaum 24 Stunden alte Stellungnahme dann nicht in die Tat umsetzte, war für Brüstle "nicht nachvollziehbar".
Der Grund für den Zickzackkurs liegt vor allem in einer der zahlreichen Reaktionen, die das DFG-Papier ausgelöst hat. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn zeigte dem Vorschlag der DFG die kalte Schulter: "Solche tief greifenden Veränderungen müssen in der Wissenschaft und Gesellschaft breit beraten und diskutiert werden." Der DFG-Vorschlag solle in dem von Bundeskanzler Gerhard Schröder berufenen Nationalen Ethikrat diskutiert werden. Bulmahn: "Es kann nicht sein, in einem Hauruck-Verfahren neue Weichen zu stellen, die die bislang gesetzten ethischen Grenzen überschreiten." Bulmahn ließ dann ihren Vertreter im Hauptausschuss intervenieren: Die DFG stellte den Antrag prompt zurück, um den Mitgliedern des zuständigen Gremiums Gelegenheit zu geben, ihr Votum vorzubereiten.
Man darf gespannt sein, was aus dem DFG-Votum in der weiteren Diskussion wird. Bislang dominiert Kritik. Die DFG folgt dem Argument, dass embryonale Stammzellen die Hoffnung bieten, Therapien für bislang unheilbare Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt oder Parkinson-Krankheit zu entwickeln und dass diese Hoffnung eine Aufweichung des Schutzes von Embryonen rechtfertige. "Wir haben eine sorgfältige Abwägung versucht", sagt Winnacker. Das Ergebnis ist ein zweistufiger Vorschlag. Vorerst fordert die DFG keine Änderung des Embryonenschutzgesetzes, das Forschung an Embryonen strikt verbietet. Embryonale Stammzellen fallen nach Ansicht der DFG aber nicht unter dieses Verbot: Die Zellen hätten zwar die Fähigkeit, sich in vitro zu vermehren und zu verschiedenen Zelltypen zu differenzieren, seien aber nicht mehr in der Lage, zu einem vollständigen Menschen auszuwachsen.
Auch wenn solche Zellen in Deutschland nicht hergestellt werden dürfen, weil dazu Embryonen geopfert werden müssten, ist ihr Import nach Ansicht der DFG dann gerechtfertigt, wenn deutsche Forscher ohnehin vorhandene Zellen nutzen, also nicht die Herstellung im Ausland in Auftrag geben. Die Zellen sollten zudem aus Embryonen gewonnen worden sein, die ursprünglich im Rahmen einer künstlichen Befruchtung gezeugt wurden, dann aber nicht gebraucht wurden" zudem müssen die Eltern der Verwendung der Embryonen zugestimmt haben.
Zweistufige Änderung
Allerdings möchte die DFG durchaus weitergehen, falls "sich die in Deutschland zur Verfügung gestellten Zelllinien als objektiv nicht geeignet erweisen", kündigt Winnacker an. Dann plädiert die Forschergemeinschaft in einer zweiten Stufe für eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes, mit dem Ziel, auch in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen die Herstellung neuer Zelllinien aus Embryonen zu erlauben. Diese Änderung sollte dann jedoch auf fünf Jahre befristet sein, sagt Winnacker.
Winnacker hofft, dass die Forschung an embryonalen Zellen in Deutschland nur ein Durchgangsstadium sein wird. Wissenschaftler hatten in den letzten zwei Jahren festgestellt, dass auch Erwachsene in zahlreichen Organen Stammzellen tragen, die die Fähigkeit behalten haben, sich zu verschiedenen Zelltypen zu entwickeln. Diese adulten Stammzellen könnten ethisch weniger problematisch aus Blut oder sogar aus Fettgewebe gewonnen werden. Möglicherweise, so schildert Winnacker, stellten diese Zellen eine gleichwertige Alternative zu embryonalen Zellen dar. Klaus Koch
Text der DFG-Stellungnahme im Internet unter: http://www.dfg.de/aktuell/das_neueste.html#stamm
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Pressemitteilung der Bundesärztekammer
Menschliche Gene sind nicht patentierbar
Berlin/Köln, 10. Mai 2001: "Es muss Klarheit darüber bestehen, dass menschliche Gene oder Gensequenzen nicht patentierbar sind, sondern lediglich Herstellungsverfahren und Verfahrensschritte für gentechnische Medikamente patentfähig sein können. Das genetische Erbe der Menschheit ist Allgemeingut und keine Handelsware. Deshalb hat die deutsche Ärzteschaft immer wieder mit Nachdruck darauf bestanden, dass der Mensch oder Teile des Menschen nicht patentierbar sind", warnte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe angesichts der heute Abend stattfinden Debatte im Deutschen Bundestag. Neue Erkenntnisse über natürliche Gegebenheiten seien Entdeckungen, niemals aber Erfindungen. Die Bundesärztekammer, Deutsche Ärztetage, der Ständige Ausschuss der Europäischen Ärzte wie auch der Weltärztebund haben immer wieder betont, dass das Genom des Menschen zum gemeinsamen Erbe aller Menschen gehört und nicht kommerzialisiert werden darf. Der 103. Deutsche Ärztetag hat bereits im letzten Jahr die Europäische Union aufgefordert, die in ihrer Richtlinie 98/44/EG zum Schutz biotechnologischer Erfindungen vorgesehene Patentierbarkeit von Bestandteilen des menschlichen Körpers einschließlich der Gene auszusetzen.
Die Ärzteschaft sieht Gefahren für die Transparenz der medizinischen Forschung: Es muss befürchtet werden, dass Forschungsergebnisse - in Erwartung einer Patent-erteilung - nicht schnell und offen genug kommuniziert werden und in der Folge dadurch Experimente am Menschen unnötig wiederholt werden oder gar Warnungen vor gefährlichen Praktiken aus kommerziellen Gründen unterbleiben.
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- Ethik und Genetik aus Patienten Perspektive
From: Jutta Reising <pressestelle@uni-muenster.de> Sent: Monday, May 14, 2001 4:08 PM Subject: [idw] Ethik und Genetik aus Patienten-Perspektive
Informationsdienst Wissenschaft (idw) - Pressemitteilung Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 14.05.2001
Ethik und Genetik aus Patienten-Perspektive
"Die seit Jahren intensiv geführte Diskussion um die sozialverträgliche Gestaltung genetischer Test- und Informationsangebote und die in diesem Kontext bereits entwickelten Empfehlungen sind zumindest bei den Patienten bisher kaum angekommen." Diese Schlussfolgerung zieht Professorin Dr. Irmgard Nippert vom Institut für Humangenetik der Universität Münster aus einer internationalen Studie zu ethischen Konfliktpotenzialen im Umgang mit entsprechenden Angeboten und Expertenempfehlungen. Vorgestellt werden die Ergebnisse der Studie, die auf einer Befragung von 1400 Personen in den USA, Kanada, Frankreich und Deutschland basiert, im Rahmen des 10. Weltkongresses der Humangenetik, der vom 15. bis 19. Mai 2001 in Wien stattfindet.
Die von nationalen und internationalen Forschungsorganisationen geförderte Studie, an der neben der Wissenschaftlerin aus Münster Prof. Dorothy Wertz aus den USA, Prof. Dr. Gerhard Wolff aus Freiburg und Dr. Ségolène Aymé aus Frankreich mitgewirkt haben, zeigt eine deutliche Kluft zwischen Expertenempfehlungen und den Wertvorstellungen betroffener Patienten. Befragt wurden die Studienteilnehmer unter anderem zu ihrer Einstellung hinsichtlich der Verfügungsrechte über genetische Daten und deren Weitergabe an Dritte, wie beispielsweise Arbeitgeber, Versicherungen und Strafverfolgungsbehörden. Weitere Fragen bezogen sich auf die Inanspruchnahme vorgeburtlicher Selektionsmöglichkeiten durch Betroffene, die Einstellung zur prädiktiven Untersuchung von genetischen Erkrankungen und zu Angeboten allgemeiner genetischer Reihenuntersuchungen, auf das Recht auf Nichtwissen persönlicher genetischer Daten und auf die Weitergabe genetischer Informationen innerhalb der Familie.
Wie die beteiligten Wissenschaftler bei dem Kongress in Wien berichten werden, wird beispielsweise das Recht auf Nichtwissenwollen genetischer Daten nur von einem Drittel der Befragten befürwortet. Viele Patienten glauben, sie hätten ein Anrecht auf jedwede genetische Testmöglichkeit solange sie bereit sind, dafür zu zahlen. Falls in einem Land eine bestimmte Untersuchung legal nicht möglich ist, wie etwa die Präimplantationsdiagnostik in Deutschland, so ist ein Drittel der Patienten bereit, dorthin zu fahren, wo dieses Verfahren angeboten wird. Die meisten Patienten glauben, das Recht zu haben, ihre Kinder auf Erkrankungen testen zu lassen, die sich erst im späteren Erwachsenenalter manifestieren.
Gezeigt hat die Studie ferner, dass Patienten einen offenen Umgang mit genetischen Informationen innerhalb der Familie auch gegen den Wunsch einzelner Betroffener befürworten und sich daher für eine Einschränkung der Schweigepflicht bei der Auskunft von genetischen Testergebnissen von Familienangehörigen aussprechen. Eine Weitergabe entsprechender Daten an Dritte wird dagegen mehrheitlich abgelehnt. Allerdings findet die Einrichtung von erkennungsdienstlichen DNA-Banken große Zustimmung. Befürwortet werden ebenso genetische Untersuchungen von Neugeborenen - selbst dann, wenn die untersuchte Erkrankung nicht verhütet oder der Krankheitsverlauf nicht gemildert werden kann.
Angesichts der Kluft zwischen Expertenempfehlungen und den Wertvorstellungen betroffener Patienten appellieren die an der Studie beteiligten Wissenschaftler an die Verantwortlichen, sich künftig mehr mit den Einstellungen der Betroffenen auseinander zu setzen. "Gerade in Deutschland, wo ein nationaler Ethikrat für die Regierung Empfehlungen zum Umgang mit genetischen Testangeboten und genetischen Informationen erarbeiten soll", so Professorin Nippert, "sollte man die derzeitige Kluft zur Kenntnis nehmen."
Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:
Prof. Dorothy C. Wertz Social Science, Ethics and Law University of Massachusetts Medical School Shriver Division Waltham, MA 02452 USA Dorothy Wertz@umassmed.edu Tel. 001-781-642-0130 Fax 001-781-642-0292
Prof. Dr. Irmgard Nippert Institut für Humangenetik Universitätsklinikum Münster Vesaliusweg 12-14 48149 Münster nippert@uni-muenster.de Tel. 0251-8355408 Fax 0251-8356995
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- Harte Linie gegen Tagesspiegel 15.05.2001
Gentechnik
Harte Linie gegen Genmais. Schleswig-Holstein ordnet erstmals Vernichtung einer Lieferung an
Hans Monath
Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat am Montag als erste eines Bundeslandes angeordnet, genetisch manipulierte Maissamen aus dem Verkehr zu ziehen. Bei Routinekontrollen des Umweltministeriums waren vor zwei Wochen in einem Hamburger Labor nicht zugelassene Samen entdeckt worden. Es handelt sich dabei um die Sorten "Arsenal" aus Chile und "Janna" aus Kanada. Die Entscheidung des Ministeriums vom Montag trifft zunächst die Partie der Sorte "Janna". Auch die Partie der Sorte "Arsenal" ist nach Auskunft des Ministeriums mit höchster Wahrscheinlichkeit genetisch verunreinigt. Noch fehle aber das Ergebnis eines dritten Tests der Staatlichen Umweltbehörde Hamburg.
"Als Konsequenz aus den Erfahrungen mit BSE haben wir uns entschlossen, eine harte Linie zu fahren", sagte der Kieler Umweltminister Klaus Müller (Grüne) dem Tagesspiegel. Die Landesregierung sei nicht bereit, auch nur das kleinste Risiko für Verbraucher oder Landwirte hinzunehmen. Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) unterstützt nach Auskunft Müllers dieses Vorgehen.
Das beanstandete Saatgut ist nach Kenntnis der Behörden in Schleswig-Holstein von acht Bauern schon ausgebracht und auf einer Fläche von insgesamt 40 Hektar angepflanzt worden. Das Ministerium verpflichtete am Montag diese Landwirte dazu, die Pflanzen zunächst anwachsen zu lassen, aber dann noch vor der Blüte unterzupflügen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich die Samen ausbreiten.
Die Saatzuchtfirma Pioneer Hi-Bred Northern Europe GmbH, die "Janna" anbietet, hat nach Auskunft ihres Geschäftsführers Ulrich Schmidt schon vor zwei Wochen eine Rückrufaktion für die insgesamt 18 Tonnen schwere Aussaat gestartet, nachdem sie aus den Medien von den Testergebnissen erfahren hatte. Bis Montag sei aber noch keine offizielle Stellungnahme der Landesregierung eingegangen.
"Wir testen grundsätzlich jede Partie", sagte Schmidt dem Tagesspiegel, der entsprechende Test sei aber negativ ausgefallen. Die Aussagekraft der Tests, auf die sich das Ministerium bei seiner Entscheidung stützt, zog Schmidt in Zweifel. Die Firma werde auch Haftungsansprüche prüfen, kündigte der Geschäftsführer an.
Das Kieler Landwirtschaftsministerium hat inzwischen die anderen Landesregierungen über das Testergebnis informiert. Nach Auskunft des Umweltministers vertritt die Landesregierung die Auffassung, dass die Haftung alleine beim Hersteller liege, weil der Handel mit genetisch verändertem Saatgut verboten sei. Er stelle sich auf harte Auseinandersetzungen mit den Firmen ein, sagte Müller.
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Assistenz für behinderte Eltern
Wenn behinderte oder chronisch kranke Menschen Eltern werden, erhöht sich phasenweise ihr täglicher Bedarf an Assistenz (personelle Hilfen), insbesondere für die Pflege des Säuglings oder bei Erledigungen mit dem Kleinkind außerhalb des Haushaltes. Allerdings wissen viele in dieser Situation nicht, wie sie diesen erhöhten Bedarf decken sollen. Der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern e.V. (BbE e.V.) wird im Winter 2001/2001 eine Broschüre zum Thema "Assistenz für behinderte und chronisch kranke Eltern" herausgeben. Der Verein möchte einen Ratgeber über verschiedene Möglichkeiten beim Einsatz von AssistentInnen und über Finanzierungsmöglichkeiten zusammenstellen. Ein weiterer Schwerpunkt soll der Umgang mit Krisen im Einsatz von AssistenInnen in der Familie sein. Dafür suchen die Autorinnen (die auch selbst behinderte Mütter sind) noch betroffene Eltern, die über ihre Erfahrungen mit Assistenz in der Kinderbetreuung berichten können. Wer Interesse hat, kann sich unter 0511/69 63 256 oder Behinderte.Eltern@gmx.de an Kerstin Blochberger wenden.
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Mit der Juni-Information geht das erste Halbjahr zu Ende und die meisten von uns werden bald in der Sommerpause neue Kräfte sammeln. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Ferienzeit.
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