Rundbrief Mai 2001
Liebe Leser,
die Einsetzung des Ethikrates beim Bundeskanzler scheint unmittelbar bevorzustehen, daher werden wir nur eine kurze Nachricht zitieren. - Weitere Themen sind:
- Rollstuhlfahrer: Schlüssel für Behindertentoilette - CDU in Bremen - Verbot von Spät-Abtreibungen - Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz - Enquete-Kommision ,Recht und Ethik in der modernen Medizin' nimmt Stellung zur PID - Daten zur PID - Deutsche Behindertenrat: Absage an Gentests, PID und Pränataldiagnostik - Ethikrat beim Bundeskanzler - MKS und Herr Kneipp - Liberale sind für Biotechnik - FAZ vom 9.4. - Klonen - Aktive Sterbehilfe, Hospiz Stuttgart, Schmerzexperte, Kirchenvertreter, RU stellt Fragen - Ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen - Alzheimer-Ethik e. V. - Interview mit Frau Riedel - Kinder-NS-Euthanasieopfer - Aktion Mensch
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- Rollstuhlfahrer Den Rollstuhlfahrern ist es möglich, einen Schlüssel für öffentliche Toiletten (z. B. Raststätten, Autobahntankstellen usw.) im Aus- und Inland käuflich zu erwerben bei: CBF Club Behinderter und ihrer Freunde, Pallaswiesenstr. 123a, 64293 Darmstadt. Bei Antragstellung muß eine Kopie des Behindertenausweises beigefügt werden.
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VORSCHAU Vorausschau, Voraus-Blick, Tagungen, Vorträge, Kongresse zusammengestellt vom ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'
Mai 2001 3. Gentechnik in der Landwirtschaft. Veranstalter: Greenpeace, Ortsgruppe Braunschweig. Ort: Kultur- und Kommunikationszentrum Brunsviga, Studiosaal, Karlstrasse 35, Braunschweig, 20.00 Uhr
4. Workshop: Vorstellung des Projektes "Stell Dir vor, Techno, Hip Hop ... ist verboten, und Du darst nur noch Schlager hören - Jugend im Dritten Reich". Ort: Gedenkstaette Bernburg, Oga-Benario-Strasse 16/18, 06406 Bernburg, Tel + Fax: 03471 - 31 98 16, e-Mail: Hoffmann@Gedenkstaette-Bernburg.de
4. Ein Recht auf Unvollkommenheit? Zur Gleichstellung behinderter und nichtbehinderter Menschen. Deutsche Hygiene Museum, Dresden. Information: 0351 - 4846-711
7. bis 10. In Würde und Frieden sterben. Pfleglicher Umgang - umgängliche Pflege. Grundkurs für Pflegekräfte. Ort: Lutherstift Falkenburg. Anfragen: Zentrum fuer Gesundheitsethik, Knochenhauerstrasse 33, 30159 Hannover, Tel: 0511 - 1241 496, Fax: 0511 - 1241 - 497
8. ,Mobilität'. Veranstaltung aus Anlaß des Internationalen Protesttages zur Gleichstellung behinderter Menschen. Eine Zusammenarbeit der Ev. Stiftung Neuerkerode, Lebenshilfe Braunschweig, Rollstuhlfahrer Braunschweig e.V., ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'. Ort: Kohlmarkt, Braun-schweig. Zeit: 15.00 bis 18.00 Uhr
9. bis 11. Intrinsic value and integrity of plants in the context of genetic engineering - eine multidmensionale Annäherung einschließlich Perspektiven aus Philosophie und Biologie, rechtlicher und sozialer Aspekte sowie Sichtweisen von Pflanzenzüchtern, Lebensmittelherstellern und -verarbeitern. Kontakt: Dr. Johannes Wirz, Naurwissenschaftliche Sektion am Goetheanum, Dornach, Schweiz. Tel: 0041 - 61 - 706 4210, Fax: 0041 - 61 - 706 4215, e-M: 100716.1756@compuserve.com. Kontakt in Deutschland: Dr. Manfred Schleyer. Tel: 0281 - 82 341, e-M: mschleyer@aol.com
Forschen und tun, was wir können? ,Human-Genomprojekt und Ethik' Eine Ringvorlesung an der TU Braunschweig
Themen, ReferentInnen und Daten der Ringvorlesung:
1. "Büchse der Pandora" - Ist das Humangenom-Projekt tatsächlich so gefährlich? (Prof. Dr. Jens Reich; 16. 05. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 2. Gentechnologie am Menschen? Wie können Forscher, Arzt und Patient die Verantwortung tragen? (Prof. Dr. Friedrich Cramer; 30. 05. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 3. Das Genom als Grundlage der medizinischen Biotechnologie (Arbeitstitel. Dr. Helmut Blöcker; 13. 06., 09.00 Uhr, Aula) 4. Der "gläserne" Mensch: Potentiale und Gefahren der genomischen Diagnostik (Arbeitstitel. Prof. Dr. Claus R. Bartram; 13. 06., 11.00 Uhr, Aula) 5. Kommerzielle und patentrechtliche Aspekte der Genomforschung (Prof. Dr. Joseph Strauss; 13. 06., 14.00 Uhr, Aula) 6. Psychologisch und soziologisch beobachtbare und prognostizierbare Konsequenzen gentechnologischer Forschungen für Individuum und Gesellschaft (Prof. Dr. I. Nippert; 13. 06., 16.00 Uhr, Aula) 7. Ungeborene - Behinderte - Kranke - Sterbende: Prüfsteine einer theologischen Ethik medizinischer Gentechnologie (Prof. Dr. Günter Altner; 13. 06. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 8. Das unpolitisierte Politikum der Gentechnologie (Prof. Dr. Wolf-Dieter Narr, 20. 06. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 9. Die Evolution des Menschen aus molekulargenetischer Sicht (Prof. Dr. Rüdiger Cerff , 27. 06. 2001, 20.00 Uhr, Audimax) 10. Theologische Überlegungen im Anschluß an das Human-Genomprojekt (Arbeitstitel. Prof. Dr. Gottfried Orth, 11. 07. 2001, 20.00 Uhr, Audimax)
13. Sicherheitsfragen in der Gentechnik - Vortrag von Dr. Guenther Cichon und Engelbert Wehnes. Ort: Rathaus Pankow, Breite Str. 24A-26, 13187 Berlin. Beginn: 10.00 Uhr. Eintritt ist frei.
14. Informationsgespräch über die Trauerbegleitung nach dem Verlust eines Lindes. Frau Bettina Luis, Leiterin der Hebammenschule und des AK ,Lichtblick'.17.30 Uhr, Ort: Hospizarbeit Braunschweig e. V., Hohetorwall 1A, Braunschweig
14. Das perfekte Kind - wie darf es aussehen? Optimales Ei plus optimaler Samen plus passende Leihmutter gleich Wunschkind ist nur noch eine Kostenfrage. Verbunden damit ist auch die gezielte Selektiron von Embryonen. In diesem Vortrag soll eine Übersicht über die Probleme der In-vitro-Fertilisation und der Gentechnologie gegeben werden, um einen Beitrag zur Meinungsbildung in diesem komplexen Thema zu leisten. Veranstalter: Pro Vita Ja zum Leben e.V.. Referentin: Dr. S. Siedentop, Dipl. Biologin, Veranstaltungsort: Gemeindezentrum Friedenskirche, Kälberwiese 1, Braunschweig, Tel: 0531 - 57 43 26. Termin: 20.00 Uhr.
14. bis 15. Genetically modified crops: Why? Why not? Ziel der internnationalen Konferenz ist, globale Perspektiven und wissenschaftliche Fronten aufzuzeigen und die Möglichkeiten, Risiken und öffentliche Wahrnehmung von genetisch veränderten Organismen zu erklären. Veranstalter/Kontakt: Royal Swedish Academy of Agriculture and Forestry, P.O. Box 6806, 11386 Stockholm, Schweden. e-M: akademien@ksla.se, Internet: www.ksla.se
14. bis 18. Kursreihe: Schwangerschaft als weiblicher Lebensprozess: Mutter werden in unserer Gesellschaft, Bedeutung von ,Mutter', Selbstbestimmung von Frauen, Schwangerschaftsprozess, ungewolte Kinderlosigkeit: leibliche und psychische Ursachen und Alternativen, Machbarkeitsglaube, pränatale Psychologie, neue Verantwortlichkeiten für Frauen, Frauen und Behinderung. Ort: Roncalli Haus, Magdeburg. Auskunft: Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V., Fax: 0211 64 004 20, Tel: 0211 64 004 10.
18. bis 20. Herausforderung Gewalt. Eine Kooperationstagung mit der Evangelischen Akademikerschaft ueber Gewalt in unserer Gesellschaft, ihr Anwachsen und ihre Wahrnehmung und über gesellschaftliche und theologische Umgangsstrategien. Mit dem renommierten Hamburger Kriminologen Fritz Sack und anderen. Leitung: Dietrich Cruesemann, Sekretariat: Brigitte Engert, Tel: 07164 - 79 243, Fax: 07164 - 79 12 22, e-Mail: brigitte.engert@ev-akademie-boll.de
19. und 20. Workshop: Entwicklung und Erprobung alternativer Fuehrungskonzeptionen. Leitung; Constance Jaiser, Berlin. Ort: Gedenkstätte Bernburg, Oga-Benario-Strasse 16/18, 06406 Bernburg, Tel + Fax: 03471 - 31 98 16, e-Mail: Hoffmann@Gedenkstaette-Bernburg.de
20. Museumsfest für die ganze Familie. Deutsche Hygiene Museum, Dresden. Informtion: 0351 - 4846 - 711
21. bis 23. Futtermitttel Sojaschrot? Zukunftskonferenz zur nachhaltigen Gestaltung des Sojaschrothandels zwischen Brasilien und Deutschland. Evangelische Akademie zu Berlin. Tel: 030 - 203 55 500, Fax: 030 - 203 55 550, e-M: akademie@eaberlin.de, Internet: www.eaberlin.de
22. Eingeliefert - Ausgeliefert. Über alte Menschen im Krankenhaus'. Eine Dokumentation von Uta Claus. Im ZDF um 22.45 Uhr.
25. bis 27. Spektakel - rund um Geschlechterverhältnisse.. Veranstalter/Kontakt: JungdemokratInnen / Junge Linke NWR. Tel: 0202 - 4938 354, Fax: 0202 - 451 123, e-M: infor@jungdemokrateinnen.de
21. bis 23. IX. Nationaler Hebammenkongress 2001 mit begleitender Fachausstellung ,Gebaeren zwischen Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Kontrolle'. Ort: Kulturpalast, Dresden
24. bis 27. IPPNW-Kongress Medizin und Gewissen - wenn Würde ein Wert würde ... Programmwuensche und Information: IPPNW-Kongress-Buero, c/o Stephan Kolb, Fichtestr. 39, 91054 Erlangen, e-Mail: medigew@aol.com
Ethik in Staat und Gesellschaft - Grundfragen ethischer Verantwortung in unserer Zeit Diese Seminarreihe vermittelt einen fundierten Einblick in die Grundfragen der Ethik in unserer Zeit. In den letzten Jahren hat das Interesse an ethischen Problemen, nicht zuletzt auch angeregt durch die Medien, für viele Menschen an Bedeutung gewonnen. Neue Herausforderungen scheinen tradierte Verhaltensweisen in Frage zu stellen. Sie können sich in Grundseminaren die wichtigsten Inhalte aus dieser Seminarreihe aneignen, in Vertiefungsseminaren Ihre Kenntnisse erweitern und anhand von Fallanalysen festigen. Grundseminare: 20./21.1.: Einführung; 16. bis 18.2.: Glueck; 23.3. bis 25.3.: Amerikanische Ethik; 18.5. bis 20.5.: Globalisierung und Ethik; 14.7. bis 15.7.: Medienethik; 28.9. bis 30.9.: Freiheit; 2.11. - 4.11.: Gewissen. Vertiefungsseminare: 2.3 bis 4.3.: Medizinethik; 11.5. bis 12.5.: Gentechnik; 27.7. bis 29.7.: Wirtschaftsethik; 26.10. bis 28.10.: Grundrechte, Grundwerte. Ihr Ansprechpartner im Bildungswerk der Hanns Seidel Stiftung fuer Allgemeine und Organisatorische Fragen: Tel: 089 - 12 58 237, Fax: 089 - 12 58 338. Internet: www.hss.de
2001 - Das Jahr der Lebenswissenschaften. Bundesministerium fuer Bildung und Forschung zusammen mit ,Wissenschaft im Dialog' bieten Veranstaltungen in Berlin, Leipzig, Köln und in Hamburg Biotechnologietage an. Zusaetzlich sind bundesweit sogenannte ,Satellitenveranstaltungen' geplant.
21. + 22. Mai in Hamburg Biotechnologietage Grossveranstaltung im Congress Centrum Hamburg mit Vorträgen, Ausstellung, Gesprächsrunden, Streitgesprächen, Lesungen
7. bis 10. Juni Kosmos Gehirn 2001 Populaerwissenschaftliches Rahmenprogramm zur ,Göttinger Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft' mit Vortraegen, Ausstellung, Filmprogramm
22. bis 26. Juni in München (Verband Deutscher Biologen, Bdbiol) Wissenschaftslage Life Science Grossveranstaltung im Marienhof und weiteren Institutionen mit Marktständen der Wissenschaft, Diskussionsforen, Vortraegen, Museums- und Institutsfuehrungen
12. bis 17. September in Berlin (Wissenschaft im Dialog, WiD) Grossveranstaltung mit Wissenschaftstreffen, Ausstellungen, Filmfestival, Medienveranstaltungen
29. Oktober bis 8. November in Köln (BMBF) Lebenslinien: Natur in Bewegung Grossveranstaltung im Kongresszentrum Gürzenich mit Science Street (Ausstellerwettbewerb), Vortraegen, Gespraechsrunden, Theater, Filmfestival
25. November bis 1. Dezember in Frankfurt am Main (Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz, WGL), Leben ist Vielfalt Veranstaltungen zur Biodiversitaet im Senckenberg-Museum mit Vortraegen, Filmfestival, Lifeschaltungen, Schulveranstaltungen www.lebenswissen.de Kontakt: Bundesministerium fuer Bildung und Forschung, Pressereferat, Berlin Tel: 030 - 285 40 5050, Fax: 030 - 285 40 55 51, email: presse@bmbf.bund.e
20.12.2000 bis 12.8.2001 Der (im-)perfekte Mensch. Ausstellung im Deutschen Hygiene Museum in Dresden. Zusammen mit der Aktion Mensch e.V. stellt die Ausstellung Fragen auf wie zum Beispiel, wie (im-)perfekt Menschen in einer Umgebung leben koennen, die sich der Perfektionierung des Lebens verschrieben haben? Wie lebt umgekehrt die sich ihrer Normalität gewisse Mitwelt mit dem (Im-)perfekt-Sein des anderen? Weitere Informationen: Stiftung Deutsches Hygiene Musem, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden, Tel: 0351-4846 304, Fax: 0351-4846-58, www.imperfekt.de
Juni 2001 1. Juni - Internationale Tag des Lebens In diesem Jahr heisst das Thema PID = Präimplantationsdiagnostik = die Untersuchung des des gezeugten Menscshen auf eventuell vorliegende Fehler oder Krankheiten, ehe er in die Gebärmutter eingesetzt wird). Infomaterial ist zu erhalten bei: AlfA e.V., Tel: 0821 - 51 20 31, Fax: 0821 - 15 64 07, e-M: bgs@alfa-ev.de
5. Juni Wie reden wir miteinander? Über die Bedeutung des Gespraächs im Zeitalter des Internets. Referent: Frau Dr. med. Michaela Glöckler. Ort: Kultur- und Kommunikationszentrum Brunsviga, Karlstrasse 35, Braunschweig, 20.00 Uhr.
6. Juni Demenzkranke im Krankenhaus. Probleme auf "normalen Stationen" bei der Behandlung Demenzkranker. Referent angefragt. Veranstalter: Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V., Ort: Seniorenzentrum Rosenäckern, In den Rosenäckern 11, 38116 Braunschweig, 19.00 Uhr - 20.30 Uhr
9. und 10. Juni Sunshine Project Germany. Anfrage bei: Dr. Jan van Aken, Gross Flottbeker Strasse 44, 22607 Hamburg, Germany, Phone: ++49 40 431 88 001, Fax: ++49 40 67 50 39 88, www.sunshine-project.org
13. bis 17. Juni Deutsche Evangelische Kirchentag in Frankfurt.
14. bis 17. Juni Die "Ärzte fuer das Leben e.V." laden zum 6. Kooperationsseminar mit der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. vom in das Bildungszentrum Kloster Banz in Staffelstein ein. Thema: Körper, Psyche und Erkenntnis ? neuere Aspekte zum Bild des Menschen in der Medizin. Anmeldung (nur fuer das gesamte Seminar moeglich) und weitere Informationen bei: Prof. Dr. med. Ingolf Schmid-Tannwald, Klinikum Grosshadern, Frauenklinik, 81377 Muenchen Tel.: 089 - 7095 - 4696, E-mail: Schmid-Tannwald@gmx.de., www.aerzte-fuer-das-leben.de
15. bis 17. Juni Die Logik der Genforschung. Wohin geht die Entwicklung der molekularen Biologie und Medizin? Tagung in Kooperation mit der Ev. Akademie Loccum. Ort: Ev. Akademie Loccum. Information: Zentrum fuer Gesundheitsethik, Knochenhauerstrasse 33, 30159 Hannover, Tel: 0511 - 1241 - 496, Fax: 0511 - 1241 - 497
15. bis 17. Juni 2001 in Uder Wir schaffen es - aber wie? Hilfen für die Alltagsbewältigung für behinderte und chronisch kranke Eltern. Der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern e.V. (BbE e.V.) veranstaltet gemeinsam mit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland (ISL) e.V. Kontakt über: BbE e.V., Kerstin Weiß, Lerchenweg 16, 32584 Löhne, Tel.: 05732 / 63 07, Fax: 05732 / 68 95 72, E-Mail: Behinderte.Eltern@gmx.de, www.come.to/behinderte-eltern
20. bis 22. Juni Der Beitrag von Museen zu einer veränderten Wahrnehmung von behinderten Menschen in der Öffentlichkeit. Seminar in Kooperation mit der Bundesakademie für kulturelle Bildung (Anmeldung erforderlich). Information: 0351 - 4846 - 711
22. bis 24. Juni Demokratie wohin? Entwicklung sowie Handlungsmöglichkeiten in Deutschland und Europa. Demokratie ist heute zweifach bedroht: von innen, da Politik kaum noch Alternativen entwickelt. So verliert Demokratie an Integrationskraft, wird anfällig für extremistische Strömungen. Von aussen bedroht Globalisierung die politisch-praktische Souveränitaet der Nationalstaaten. Muss also Europa gestärkt werden? Was koennen Bürger/innen sonst tun? Leitung: Dr. Helmut Geiger, Dr. Michael Bosch, Peter Trummer. Sekretariat: Ursula Hendrich, Tel: 07164 - 79 206, Fax: 07164 - 79 12 54, e-Mail: ursula.hendrich@ev-akademie-boll.de
29. Juni bis 1. Juli Klonen, patentieren, konstruieren - Welches Menschenbild hat die moderne Biowisenschaft? Evangelische Akademie Baden, Haus der Kirche, Bad Herrenalb. Tel: 07083 - 93 80, Fax: 07083 - 92 86 01
Kontaktadressen Martin Vogt, Gerstaecker Straße 23, 38102 Braunschweig, Tel + Fax: 0531 79 44 74, Angelika Wessel, Wedderkopsweg 4, 38118 Braunschweig, Tel + Fax: 0531 50 65 15
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- CDU in Bremen
Die CDU Bremen hat ein Papier "Nutzung der Gentechnologie ja - und zwar auf ethisch verantwortbare Weise" beschlossen. Abrufbar (PDF-Datei) unter
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- Verbot von Spät-Abtreibungen
Yahoo! Schlagzeilen Mittwoch 4. April 2001, 12:15 Uhr
Glück fordert Verbot von Spät-Abtreibungen
München (AP) Der bayerische CSU-Fraktionschef Alois Glück hat ein rasches Verbot von Spät-Abtreibungen behinderter Ungeborener gefordert. Auch bereits voll lebensfähige Kinder dürften heute abgetrieben werden, kritisierte Glück in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Zeitung «Die Woche». Die Unterscheidung zwischen lebenswertem und angeblich nicht lebenswertem Leben führe «auf eine Rutschbahn, die in tiefe Inhumanität führt», sagte Glück, der selbst einen behinderten Sohn zu Hause hat.
«In einer Gesellschaft der leistungsfähigen, in der andere keinen Platz haben, weil sie uns belasten, möchte ich nicht leben», fügte der CSU-Politiker hinzu. Zugleich kritisierte er Bundeskanzler Gerhard Schröders Aufforderung, «ohne ideologische Scheuklappen» die Chancen der Gentechnik auzuloten. «Mit reinem Pragmatismus lassen sich diese Fragen nicht regeln», sagte Glück. Wegen der weitreichenden Folgen müsse gelten: «Im Zweifel nein, bis wir mehr Klarheit haben!»
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- Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz
Ärzte Zeitung, 15.03.2001
Bischöfe fordern Beratung bei Pränataldiagnostik
Erklärung der Evangelischen Bischofskonferenz zur Bioethik / Versammlung lehnt Zulassung der PID ab
ROTHENBURG O.D.TAUBER (fst). Die evangelischen Bischöfe haben sich für eine restriktive Handhabung der pränatalen Diagnostik ausgesprochen und lehnen "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" die gesetzliche Zulassung der Präimplantationsdiagnostik ab.
Die Evangelische Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands (VELKD) legte im Anschluß an eine Klausurtagung eine Stellungnahme zur Bioethik vor, in der die Bischöfe fordern, die Beratung der Eltern solle bei pränataldiagnostischen Methoden zur Pflicht werden. Diese Diagnostik solle auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben, heißt es in dem Papier. Spätabtreibungen von bereits außerhalb des Mutterleibes lebensfähigen Kindern lehnten die Bischöfe ab und verlangten vom Gesetzgeber, diese Regelungslücke zu beseitigen.
Nach Ansicht der Bischöfe birgt die Präimplantationsdiagnostik (PID) erhebliche Möglichkeiten des Mißbrauchs. Daher lehnte die Konferenz eine gesetzliche Zulassung der PID zur Zeit ab.
Der Leitende Bischof der VELKD, Hans Christian Knuth, warnte vor übersteigerten Hoffnungen in den medizinischen Fortschritt: "Wir können nicht erwarten, daß wir leidfreies Leben erzielen können." Die Erkenntnisse der neuen Diagnostik-Methoden stellen die Eltern häufig vor schwere ethische Herausforderungen, betonen die Bischöfe. Sie befürchten, die Gesellschaft könne Druck auf solche Eltern ausüben, die sich für die Annahme eines behinderten Kindes entscheiden. Das Recht der Eltern auf Nichtwissen müsse daher akzeptiert werden, heißt es in der Erklärung.
Die Bischöfe warnen, daß ein Gentest, bei dem eine erst spät zum Ausbruch kommende unheilbare Erkrankung festgestellt wird, zu einer lebenslangen seelischen Belastung führe. Generelle Gentests, die solche Krankheiten anzeigen, lehnte die Versammlung daher ab.
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- REM zur PID
Ärzte Zeitung, 16.03.2001
Enquete hält PID für unzulässig
BERLIN (rv/udo). Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist in Deutschland nicht mit dem Embryonenschutzgesetz vereinbar. Zu dieser Einschätzung ist die Enquete-Kommission des Bundestages "Recht und Ethik der modernen Medizin" gekommen.
Die Mehrheit der Kommission vertritt die Auffassung, daß es das Embryonenschutzgesetz verbietet, menschliche Embryonen nach künstlicher Befruchtung außerhalb des Mutterleibes einer Diagnose zu unterziehen und genetisch belastete Embryonen gegebenenfalls "zu verwerfen". Laut Gesetz müsse sich die Absicht der "Herbeiführung einer Schwangerschaft" auf den einzelnen künstlich erzeugten Embryo beziehen. Es entspreche nicht dem Schutzzweck des Gesetzes, mehrere Embryonen "auf Probe" herzustellen und nur die zu verwenden, die den Gentest "bestanden" haben.
Eine Minderheit der Kommission hat allerdings Zweifel an dieser Sichtweise. Denn auch bei der PID werde die Eizelle mit dem alleinigen Ziel einer Schwangerschaft befruchtet. Die PID dürfe demnach ebensowenig verboten sein wie die Untersuchung eines Embryos vor der Implantation. Übereinstimmend ist die Kommission aber der Auffassung, daß die PID durch den Gesetzgeber geregelt werden muß, weil sie ein Verfahren darstelle, das den von der Verfassung geforderten individuellen Schutz menschlichen Lebens berühre.
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- Daten zur PID
URL: http://www.welt.de/daten/2001/04/06/0406de245618.htx
DIE WELT 06. 04. 2001
"Humane Alternative zur Abtreibung" gerät in Zweifel Aktuelle Zahlen zur Präimplantationsdiagnostik
Von Martina Fietz
Berlin - Die Diskussion um die ethische Bewertung der Präimplantationsdiagnostik (PID) bekommt eine neue Qualität. Die PID ist offenbar nicht die humane Alternative zur Abtreibung, als die sie von Befürwortern gern dargestellt wird. Auch kann sie nicht als Wundermittel für solche Paare gewertet werden, die auf Grund von Erbkrankheiten eine Schwangerschaft fürchten. Das macht eine Datenerhebung deutlich, auf die Hubert Hüppe, stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission Recht und Ethik der modernen Medizin, jetzt hinweist.
"Die Zahlen sind ernüchternd und zeigen, dass PID die Versprechungen in keiner Weise erfüllt", sagte der CDU-Politiker der WELT. Zwischen 1993 und 2000 hat die European Society of Human Reproduction and Embryology die Tätigkeit von 26 PID-Zentren in Europa, den USA und Australien ausgewertet. 886 Paare hatten sich danach zu einer PID entschlossen. Doch kam es nur zu 123 Geburten - knapp 14 Prozent - mit insgesamt 162 Kindern.
Für jede dieser Geburten wurden durchschnittlich 74 Eizellen befruchtet und etwa elf Embryonen transferiert. In 132 Fällen wurde eine invasive pränatale Diagnostik durchgeführt, um die PID nochmals zu überprüfen. Dabei wurden vier Fehldiagnosen entdeckt. Daraufhin wurden zwei der betroffenen Embryonen abgetrieben, die beiden anderen Kinder wurden zur Welt gebracht - mit Schädigungen. Doch damit nicht genug: Es kam zu sieben weiteren Abtreibungen, nachdem offenbar Schädigungen bei den Embryonen festgestellt worden waren, die man mit der PID zuvor nicht erfasst hatte. Darüber hinaus wurden neun Föten getötet, um höhergradige Mehrlingsschwangerschaften zu reduzieren.
Bislang stellten die Befürworter der PID die künstliche Befruchtung und Analyse des Embryos vor der Einpflanzung in den Mutterleib als die humane Alternative zur Abtreibung dar. Auch wird das Argument angeführt, es müsse Eltern mit einem bekannten genetischen Defekt die Chance eingeräumt werden, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. So hatte der frühere CDU-Generalsekretär und evangelische Theologe Peter Hintze unlängst erklärt: "Die PID zu erlauben ist ein humanes Gebot." Es sei ethisch zulässiger, einen mikroskopisch kleinen, defekten Achtzeller zu separieren, als eine Spätabtreibung zu akzeptieren. Und weiter: "Klares Ja zur PID und klares Ja zum therapeutischen Klonen."
Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers formulierte es in einem Positionspapier so: "Die CDU erkennt die schwere Not und Konfliktsituation von betroffenen Paaren mit Kinderwunsch an, die auf Grund eines hohen Risikos für bekannte und schwerwiegende genetisch bedingte Erkrankungen des Ungeborenen eine Präimplantationsdiagnostik in Anspruch nehmen möchten, um einen späteren Schwangerschaftsabbruch zu vermeiden." Eugenische Ziele dürften mit der PID allerdings nicht verfolgt werden.
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- Deutsche Behindertenrat
Ärzte Zeitung, 22.03.2001
Absage an Gentests, PID und Pränataldiagnostik Nach Auffassung des Deutschen Behindertenrats gibt es kein Recht auf ein gesundes Kind
BERLIN (rv/udo). Gentests sollen nach Ansicht des Deutschen Behindertenrats in Deutschland grundsätzlich nicht zugelassen werden, da die Folgen unübersehbar seien. Sowohl der Präimplantationsdiagnostik als auch der Pränataldiagnostik erteilte der Rat bei einer Tagung zu den ethischen Grenzen von Medizin und Fortschritt in Berlin eine Absage.
Der Deutsche Behindertenrat (DBR) ist ein Aktionsbündnis von bundesweit agierenden Verbänden behinderter und chronisch kranker Menschen, das die Interessen von 2,5 Millionen Menschen vertritt.
Ingrid Körner, Vorsitzende des DBR-Sprecherrates, forderte, die "Menschenwürde im vorgeburtlichen Bereich" zu achten. Körner: "Zum Menschsein gehört Vielfalt, gehört Behinderung genauso wie chronische Erkrankung. An diesem Menschsein dürfen weder Selektionen noch Manipulationen - zum Beispiel durch Klonen oder Keimbahneingriffe - vorgenommen werden."
Durch die allgemeine Diskussion über Biomedizin und Gentechnik spüre man einen starken gesellschaftlichen Druck auf Familien, die ein behindertes Kind erwarten. Die Tendenz gehe eindeutig dahin, sich nicht mehr auf die Geburt eines behinderten Kindes vorzubereiten, sondern die Schwangerschaft abzubrechen.
"Es gibt kein Recht auf ein gesundes Kind", erklärte Dr. Ute Lindauer von der DBR-Arbeitsgruppe Bioethik. Das Menschsein beginnt für den DBR mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Eine Abstufung der Schutzwürdigkeit des menschlichen Lebens dürfe es nicht geben. "Der Embryo existiert zu seinem eigenen Zweck und darf nicht verbraucht werden", sagte Lindauer.
Den Zweck der Pränataldiagnostik zog Martina Puschke, ebenfalls von der Bioethik-Arbeitsgruppe, in Zweifel. Nur fünf Prozent aller Beeinträchtigungen seien im vorgeburtlichen Stadium erkennbar.
In einem Thesenpapier fordert der DBR unter anderem, daß alle Arten des Klonens verboten sein müßten. Das Embryonenschutzgesetz müsse in seiner Schutzfunktion uneingeschränkt bestehen bleiben. Die verbrauchende Embryonenforschung wird vom DBR abgelehnt. Stattdessen ist Forschung an adulten Stammzellen möglich.
Prädikative Gentests dürfen nach Meinung des DBR nicht zugelassen werden. Selektive Diagnoseverfahren zur Verhinderung der Geburt des Kindes mit einer Behinderung, Beeinträchtigung oder Krankheit dürften nicht Bestandteil eines ärztlichen Behandlungsvertrages sein.
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- Ethikrat beim Bundeskanzler
Deutsche Regierung will breite Debatte uber Gentechnik anstossen
Berlin (dpa) 6.4.2001, - Die deutsche Regierung will eine breite Debatte über Chancen und Risiken der Gentechnik auslosen. Diese solle "von Respekt vor den widerstreitenden Positionen, aber auch von Redlichkeit geprägt" sein, sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Schröder kündigte am Donnerstagabend in der Katholischen Akademie in Berlin zugleich die Berufung eines nationalen Ethik- Rates für die nächsten Wochen an. Dieser solle "ein dauerhaftes Forum des Dialogs" werden, in dem sich die verschiedenen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen, philosophischen und theologischen Positionen wiederfinden.
Dieser Rat solle unabhängig sein und deshalb bei der Akademie für Wissenschaften in Berlin angesiedelt werden. Er solle aber auch "Einfluss nehmen können auf konkrete politische Entscheidungen".
Schröder sah die Politik durch die Gentechnik besonders gefordert. Die Gesellschaft musse sich über "die Grenzen zwischen dem wissenschaftlich-medizinischen Fortschritt und dem Schutz des Rechtes auf Leben und der Menschenwürde" verständigen. Einen Konsens gibt es nach Ansicht des deutschen Kanzlers bereits in der Ablehnung eines "geklonten, optimierten, genetisch selektierten Menschen".
(C)dpa
061057 Apr 01
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- MKS und Herr Kneipp
Kneipps Methode gegen die Seuche Richard Kapferer, ein Schüler von Sebastian Kneipp, verfasste in den dreißiger Jah-ren ein Buch über die Maul- und Klauenseuche. Darin findet sich ein Vortrag Kneipps aus dem Jahr 1893, in dem der Erfinder der Wasserkur folgende Behandlungsmetho-de gegen MKS vorstellt:
"Vom Viehbestand des hiesigen Klosters erkrankten einmal dreißig Stück. Da habe ich mit 24 Stück die Kur angegangen (.. .) Was habe ich nun getan? Ich ließ die Tiere durch zwei Mägde mit Bürsten waschen; natürlich mußten sie ganz kaltes Wasser dazu nehmen. Die eine fing rechts an Kopf und Hals an und wusch die ganze rechte Seite; die andere Magd hat es auf der linken Seite gerade so gemacht, in zehn Minuten war ein Stück Vieh gewaschen. Ich ließ ihm dann nur ein altes Tuch auflegen (.~. .) Ich versichere euch, der Stall war nach dem Waschen so voll Dampf, daß man hätte glauben können, man habe Kohlen angezündet; auch ein ganz eigenthümlicher Geruch verbreitete sich in Folge der Ausdünstung des kranken Viehes. Diese Waschung ließ ich täglich zweimal vornehmen. Innerlich gab ich noch Foenum graecum, jedem Stück einen Löffel voll, aufgelöst in Trinkwasser, und da hat man eine auffallende Besserung gemerkt. Foenum graecum wirkt auflösend und kühlend; schon am zweiten Tag befanden sich die Tiere besser und haben wieder zu fressen angefangen. Jene aber, welche die Sucht schon ärger hatten, wurden weiter behandelt, bis sie aufhörte ... Selbstredend muß nachher auch der Stall auf das peinlichste gereinigt und desinflziert werden; denn der Krankheitsstoff setzt sich sonst an den Wänden, Ranfen, am Boden usw. fest. Wenn ein Tier noch fressen kann, dann bleibt es bei Kräften; wenn es über sechs bis acht Tage nichts frißt, und man ist noch so unbarmherzig und schaut nicht nach Mitteln um, dann läßt die Kraft nach, und die Fieberhitze zehrt die Säfte und das Blut auf. Was für ein Futter soll man aber den Thieren geben? Trockenes Futter geht nicht; denkt nur. Wenn Einer den Mund voll Blasen hat, und man gibt ihm hartes Brot, wie kann er das essen? Da ließ ich Grainmet mit siedendem Wasser anbrühen; dadurch wurde das Futter ganz zersetzt, und so konnten sie es fressen. In das Getränk gab ich Kleie oder minderes Mehl; dadurch wurden die Tiere doch genährt und haben nicht alle Kräfte und Säfte verloren (...) Wenn nur das, was ich über die Maul- und Klauenseuche gesagt habe, in Zeitschriften käme! (....)Ich muß noch bemerken, daß ich die Tiere dreimal waschen ließ, wenn die Hitze stark war. Selbst die. kleinen Thiere, die Saugkälber, ließ ich dreimal eine halbe Minute lang in's Wasser tauchen, dann auf trockene Streu legen, und sie sind dann von der Seuche verschont geblieben. Ich habe auch bei Kälbern das Wasser angewendet und kann hoch und theuer versichern, daß jedes Stück um etliche Mark werthvoller geworden ist; je reinlicher das Vieh gehalten wird, um so besser gedeiht es."
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- Liberale sind für Biotechnik Ärzte Zeitung, 09.04.2001
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- Klonen
Frankfurter Allgemeine 09.03.2001
Gebt uns die Lizenz zum Klonen!
Ein Plädoyer für die schrankenlose Nutzung von Gen- und Biotechnik / Von Ulrich Mueller
Die ersten panischen Reaktionen über die jüngsten Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin und der Humangenomforschung liegen hinter uns.
Aufregungen wie diese legen sich meist schnell wieder. Das war schon immer so. Denn Interventionen des Menschen sind längst zur Normalität geworden. So werden heute etwa fünfzehn Prozent aller Neugeborenen mit irgendeiner Form von medizinischer Hilfe gezeugt, zwei von hundert Kindern sogar durch künstliche Befruchtung. Die Gesundheit und das Überleben vieler Menschen hängen von gentechnisch hergestellten, sogenannten rekombinanten Medikamenten ab. Und künftig werden sogar auf den einzelnen Kranken zugeschnittene, individuell gezüchtete Gewebe verfügbar sein.
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- Aktive Sterbehilfe, Hospiz Stuttgart
Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Passive Hilfe, etwa das Abschalten der Beatmungsmaschine, ist hingegen straffrei. In den meisten andren Ländern wird Sterbehilfe mit Mord gleichgesetzt oder gar nicht zum Thema gemacht. In einigen Staaten gelten Ausnahmen. Schweiz: Die Organisation "Exit" besorgt Todeswilligen ein ärztliches Attest für Gift zur Selbsteinnahme. Dänemark: Medizinisches Testament kann Behandlung beenden. Schweden: Hilfe beim Selbstmord ist nicht strafbar. Frankreich: Passive Sterbehilfe ist legal. Großbritannien: Verboten, aber in Schottland erhielt 1996 eine Patientin die ,Erlaubnis zum Sterben'. USA: In Oregon seit 1994 erlaubt (nie praktiziert); seit 1996 auch in Vernont und Connecticut. Australien: 1996 zunächst erlaubt, dann wieder verboten. Kolumbien: Seit 1997 erlaubt, muß jedoch beantragt werden. China: Krankenhäuser dürfen seit 1998 Sterbehilfe leisten.
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Hospiz Stuttgart Kontaktperson: Professor Dr. med. J.-C. Student, Tel.: (0171) 9 53 24 27
Hospiz Stuttgart, Stafflenbergstr. 22, 70184 Stuttgart, Tel.: (07 11) 2 37 41-53, Fax: (07 11) 2 37 41-54
Presseinformation
"Niederlande sind ein schmerztherapeutisches Entwicklungsland" Stellungnahme des HOSPIZ STUTTGART zur Euthanasiegesetzgebung in den Niederlanden
Stuttgart, 11. April 2001: Die erste Kammer des Niederländischen Parlamentes hat gestern Abend in letzter Lesung ein Gesetz verabschiedet, das die Tötung schwerkranker Menschen in unserem Nachbarland weiter vereinfacht.
Der Arzt und Leiter des renommierten Hospiz Stuttgart, Prof. Dr. Christoph Student (59) wandte sich in Interviews entschieden gegen eine solche Lösung für die Bundesrepublik. Nachdrücklich wies er darauf hin, dass es seit alters her und über alle Religions- und Kulturgrenzen hinweg unter Ärzten einen Konsens gegeben habe, keine Beihilfe zur Selbsttötung kranker Menschen zu leisten. Diesen Konsens hätten die Ärzte der Niederlande nun aufgegeben.
Dass Menschen in kritischen Lebenslagen mit Selbsttötungswünschen reagierten, sei normal, betonte Student. Die Frage sei allerdings, wie mit solchen Wünschen respektvoll umgegangen werden könne. Euthanasie sei hier gewiss keine Lösung, erklärte der Mediziner. Aufgabe des Arztes sei es vielmehr, in solchen Situationen die Not hinter dem Tötungswunsch sensibel wahrzunehmen und ernst zu nehmen.
Nach seinen langen Erfahrungen als Palliativmediziner stünden hinter den Selbsttö-tungswünschen schwerkranker Menschen in der Regel die Angst vor unerträglichem Leiden und dem Verlust der eigenen Würde. "Dies ist verständlich," erläuterte Student. "Wir verfügen aber heute in der Medizin über weit bessere, sanftere und menschenwürdigere Handlungskonzepte als der Euthanasie, um dem zu begegnen. Mit ihnen kann jedem Schwerkranken ein würdevolles Ende gesichert werden. Allerdings," so fügte Student kritisch hinzu, "müssen wir diese Methoden auch einsetzen!" Denn auch Deutschland sei - ähnlich wie die Niederlande - z. B. in Sachen Schmerztherapie im europäischen Vergleich noch immer Entwicklungsland.
Zugleich bat Student die engagierte deutsche Justizministerin Herta Däubler Gmelin, gemeinsam mit der Gesundheitsministerin das nächste deutsch-französische Treffen auch dazu zu nutzen, um von den französischen Erfolgsmethoden zu profitieren: dort habe man - in Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft - mit recht einfachen rechtlichen und administrativen Methoden erreicht, dass Frankreich mittlerweile "in der Spitzenliga der EU-Länder in Sachen Schmerztherapie" mitspielen könne.
Im übrigen wies Student darauf hin, dass es heute schon hinreichende rechtliche Möglichkeiten in der Bundesrepublik gibt, um die juristische Sicherung eines würdigen Lebensendes zu ermöglichen. Gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Freiburger Rechtsprofessor Thomas Klie, hat Student hierzu gerade ein Buch veröffentlicht, das genaue Auskunft gibt (Klie und Student: Die Patientenverfügung - was Sie tun können, um richtig vorzusorgen. Verlag Herder, Freiburg 2001).
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Schmerzexperte Schmerzexperte relativiert Meinungsumfragen zu Sterbehilfe
München (dpa) 13.4.2001, - Todkranke Patienten müssten nach Ansicht von Eberhard Klaschnik, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, nicht leiden, wenn es genügend spezialisierte Plätze in den deutschen Kliniken gäbe. Wie das Nachrichten-magazin "Focus" berichtet, glaubt der Schmerzexperte der Universität Bonn, dass ein Großteil der Bevölkerung - ja nach Umfrage zwischen 60 und 80 Prozent - für die aktive Sterbehilfe ist, weil sie "Angst vor Leiden, Angst vor Entwürdigung und Angst vor der Einsamkeit beim Sterben hat". "Nötig wären diese Ängste nicht", sagte Klaschnik dem Magazin, da das Leiden etwa von Krebspatienten mit Hilfe neuer Schmerztherapien deutlich verringert werden könne.
Das eigentliche Problem sei vielmehr die viel zu geringe Anzahl von Palliativbetten für todkranke Patienten in deutschen Kliniken. Während in Großbritannien 50 Palliativbetten auf eine Million Einwohner käme, liege die Zahl in Berlin bei 19,9; Schlusslichter seien Bayern (6,4), Thüringen (4,9) und Baden-Württemberg (3,1). Eine angemessene Versorgung der Palliativ-Patienten würde die Krankenkassen nach neuesten Schätzungen etwa 600 bis 700 Millionen Mark pro Jahr kosten.
(Der Beitrag wurde dpa vorab in redaktioneller Fassung übermittelt.)
©dpa
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Kirchenvertreter verurteilen zu Ostern aktive Sterbehilfe scharf
Berlin (dpa) - Führende Vertreter der beiden großen Kirchen in Deutschland haben sich zu Ostern scharf gegen die seit Neuestem in den Niederlanden erlaubte aktive Sterbehilfe ausgesprochen.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Kock, schrieb in seiner Osterbotschaft, in der Diskussion könnten die Kirchen gemeinsam bekennen, "dass Gott Leben und Sterben in seiner Hand hält". Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, nannte die aktive Sterbehilfe in seiner Karfreitags-Predigt im Mainzer Dom einen Verstoß gegen ein elementares Gebot der Menschlichkeit - "Du sollst nicht töten".
Lehmann sagte, die aktive Sterbehilfe öffne nicht nur "Tür und Tor zu subtilem Missbrauch", sondern bedeute "auch letztlich einen Bruch im Umgang mit dem Leben und mit der Kultur, die wir als Erbe übernommen haben". Die Menschen dürften nicht der Illusion erliegen, dass es eine vollkommene Befreiung von jedem Leid geben könne.
Auch der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich betonte in seiner Predigt am Karfreitag die Unantastbarkeit menschlichen Lebens. Der badische Landesbischof Ulrich Fischer warnte vor der "scheinbaren Machbarkeit leidfreien Lebens". Die Botschaft des Karfreitags bestehe darin, die eigene Machtlosigkeit zu akzeptieren.
Nach Ansicht des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (Schmerzlinderung), Eberhard Klaschnik, müssten todkranke Patienten nicht le iden, wenn es genügend spezialisierte Plätze in den Kliniken gäbe. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, glaubt der Schmerzexperte der Universität Bonn, dass ein Großteil der Bevölkerung für die aktive Sterbehilfe ist, weil er "Angst vor Leiden, Angst vor Entwürdigung und Angst vor der Einsamkeit beim Sterben" habe.
"Nötig wären diese Ängste nicht", sagte Klaschnik dem Magazin, da das Leiden etwa von Krebspatienten mit Hilfe neuer Schmerztherapien deutlich verringert werden könne. Das eigentliche Problem sei die viel zu geringe Anzahl von Palliativbetten für todkranke Patienten in deutschen Kliniken.
Nach Einschätzung des CDU-Europaabgeordneten Peter Liese muss die aktive Sterbehilfe ein Thema für die Europapolitik werden. Die Liberalisierung in den Niederlanden öffne dem Missbrach Tür und Tor, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der christlichen Fraktion (EVP/ED) in einem dpa-Gespräch. Es könne durchaus passieren, dass Patienten getötet werden, die dies nicht wollen. "Das ist eindeutig ein Fall für die Menschenrechtskommission."
©dpa
131155 Apr 01
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RU 16/ 2001 (12.4.2001) - EUTHANASIE: Das Rennen zum "assistierten Selbstmord" (Bernhard Kouchner) ist gestartet. - 17 peinliche Fragen.
Nachstehend einige störende Fragen unsererseits: 1) In welchen Krankheitsfällen gibt es ein Recht auf direkte Euthanasie: Koma? Krebs? AIDS?
2) Werden die Euthanasiekosten von der Krankenkasse zurückerstattet ? Wieviel pro Tötung?
3) Wer wird diese Rückvergütungen einkassieren?
4) Könnte dieses neue "Recht auf Euthanasie" nicht bei einigen den Wunsch wecken, getötet zu werden, oder bei anderen sogar den Wunsch, die Dinge zu beschleunigen?
5) Kann man Sterbehilfe moralisch gültig empfehlen, ohne sie selbst auszuüben? Oder, anders gesagt: suchen die Befürworter der Euthanasie dieses "Recht" für sich selbst oder vor allem für die anderen ?
6) Wird es nicht ein ernsthaftes Risiko geben, daß die Euthanasie auf andere menschliche Notsituationen hinübergleitet: Körperbehinderte, Seropositive, Geisteskranke, Depressive, Einsame, schlecht Gelaunte ...?
7) Ist Euthanasie nicht ein neues Wort für Todesstrafe? Für welche Schuld eigentlich?
8) Wenn einmal die Zustimmung durch den betroffenen Patienten gegeben wurde, wird dann die Euthanasie sofort durchgeführt? Oder kann die Exekution verschoben werden, zum Beispiel bis zum günstigsten Moment für eine Organtransplantation? Und stellen Sie sich einmal vor, daß in diesem Fall die Person ihre frühere Zustimmung zurückzieht, wird man sie dann trotzdem töten, da vielleicht ein reicher Patient im Saal nebenan auf eine superfrische Organtransplantation wartet?
9) Wie ist es zu vermeiden, daß die Patienten jedes Vertrauen auf medizinisches Personal verlieren Tötungen vom gleichen Personal im gleichen Stock durchgeführt werden? Werden sie es überhaupt noch über sich bringen, normal vorgeschriebene Medikamente einzunehmen?
10) Wird Euthanasie nicht eine zynische Methode werden, um das künftige große Problem der Pensionszahlungen zu lösen?
11) Und wenn die Bitte um Euthanasie seitens einer alten Person in Wirklichkeit ein "Ruf nach Liebe" wäre? (Erklärung der Bischöfe von Frankreich vom 23. Sept. 1991)?
12) Ist der "assistierte Selbstmord" nicht in Wirklichkeit ein Mordrecht, interessant für Erben und Geier?
13) Wo sollen denn die "Todesmedikamente", magischen Suppen und anderes gelagert werden? Zusammen mit den Medikamenten für's Leben?
14) So wie viele Frauen von ihrer Umgebung zur Abtreibung gedrängt werden, wird dies nicht mit der Euthanasie ähnlich sein? Wird man alten und kranken Menschen nicht mehr oder weniger zu verstehen geben, daß sie für ihre ganze Umwelt eine unzumutbare Last werden?
15) Wird die Banalisierung der Euthanasie nicht zu neuen unterträglichen Praktiken führen? Wird es z.B. nicht dazu kommen, daß Kinder oder Enkelkinder ohne Risiko der Bestrafung den Großeltern makaber ein schön verpacktes Geschenkpaket unter den Weihnachtsbaum legen: ein auf dem Supermarkt gekauftes Fertigkit "Sterben mit Würde" einschließlich 2 Pillen eines "garantiert zuverlässigen und schmerzlosen" Medikaments, 2 Busfahrkarten "nur Hin" bis zur Station "Krematorium" vor der Stadt, und 2 Gutscheine für Verbrennung und geeignete Aschenunterbringung für 10 Jahre?
16) Wer wird diese neue höllische Todesmaschine wirksam kontrollieren können?
17) Haben wir nicht einfachhin das alleroberste Gebot, das an Christen, Juden und die ganze Menschheit erging, vergessen: "DIESE FRUCHT DARFST DU NICHT ANRÜHREN, UNTER TODESSTRAFE"? (Gen. 3,3).
http://perso.club-internet.fr/libeco/unec0.htm
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- Ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen
Dieses Papier - aktualisiert in der 52. Generalversammlung des Weltärztebundes in Edinburgh, Schottland, im Oktober 2000 ist zu finden unter www.bundesärztekammer.de oder anzufordern beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'.
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ALZheimer-ETHik e.V. (Schirmherrin Prof. Rita Süssmuth) wurde von ehemaligen pflegenden Angehörigen als unabhängiger Verein initiiert. Er steht unmissverständlich auf der Seite von dementen Menschen (z.B. Alzheimer-Kranken). Das Leben mit ihnen hat unser Leben bereichert. (Ehemalige) pflegende Angehörige und Fachleute mit Erfahrungs- und Fachkompetenz, die dies verstehen, sollen auf unseren Internet-Seiten (www.alzheimer-ethik.de) und in unseren Schriften (Link: Initiativen) zu Wort kommen. Ziel unserer Arbeit ist ein unbeschwertes und frohes Leben für demente Menschen - auch unter Wahrung ihrer Menschenwürde in Pflege und Forschung. Neuere Texte im Bereich Bioethik sind die "Stellungnahme zur sog. Bioethik-Konvention" und "Anmerkungen zu einer Rede von Dr. Winter", Mitglied der Enquete-Kommission ,Recht und Ethik in der modernen Medizin', seit März Referatsleiter im BMG (im Internet oder erhältlich durch Renate Demski, Lappenbredde 10, 59063 Hamm, Tel 02381/51015, Fax 0403603690502 gegen Selbstkostenpreis 3,50 DM in Briefmarken).
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- Interview mit Frau Riedel (c) DIE ZEIT ' 17/2001 http://www.zeit.de/2001/17/Politik/200117__wir_sind_eine_w.html
I N T E R V I E W
"Wir sind eine Wertepartei"
Legen die Grünen jetzt das unpopuläre Thema Gentechnik zu den Akten? Ulrike Riedel, geschasste Ministerialbeamtin, warnt davor. Ein ZEIT-Gespräch
Von Volker Stollorz (Gesprächsführung)
Interessierte können diesen Text beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig anfordern.
--------- - Kinder-NS-Euthanasieopfer
Hunderte Gehirne von NS-Euthanasieopfern werden in Wien beigesetzt
Wien (dpa) - Mehrere hundert Gehirne von Kindern, die in Österreich während der Naziherrschaft im Zuge des so genannten Euthanasie-Programms ermordet worden waren, sollen in Wien beigesetzt werden. Das bestätigte am Freitag der Sprecher des Wiener Straflandesgerichts, Friedrich Forsthuber. Die Gehirne seien nach der gerichtsmedizinischen Begutachtung in Innsbruck nach Wien zurückgebracht worden.
Bisher waren die sterblichen Überreste zu wissenschaftlichen Forschungszwecken im Psychiatrischen Krankenhaus der Stadt Wien aufbewahrt worden. Die Behörden wollen sie jetzt in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof bestatten.
In der von den Nazis eingerichteten "Kinderfachabteilung Am Spiegelgrund" waren zwischen 1940 und 1945 rund 800 Kinder gestorben. Mehrere Hunderte von ihnen sollen durch die Ärzte als so genanntes unwertes Leben ermordet worden sein. Zuvor sollen die Mediziner an den Kranken zum Teil grausame medizinische Experimente durchgeführt haben. Im vergangenen Jahr war Heinrich Gross als einer der Spiegelgrund-Ärzte vor Gericht gestellt worden. Das Verfahren wurde jedoch wegen Verhandlungsunfähigkeit des 85-Jährigen auf unbestimmte Zeit vertagt.
Ein Wiener Gericht hatte dem mutmaßlichen NS-Arzt schon 1981 bescheinigt, an der "Tötung einer unbestimmten Zahl von geisteskranken, geistesschwachen oder stark missgebildeten Kindern beteiligt" gewesen zu sein. Dennoch hatte er sich einer Anklage entziehen können. Stattdessen hatte Gross eine glänzende Karriere als Wissenschaftler gemacht und war zu einem der meist beschäftigten Gerichtgutachter des Landes aufgestiegen. Offenbar unter dem politischen Schutz der Sozialdemokraten (SPÖ) erhielt er sogar ein eigenes wissenschaftliches Institut und wurde mit Orden dekoriert.
Gross soll erneut auf seine Vernehmungs- und Verhandlungsfähigkeit untersucht werden, kündigte das Landesgericht am Freitag weiter an. Ein Ergebnis werde in einem Monat vorliegen. In der Öffentlichkeit waren nach einem Fernsehinterview von Gross Vermutungen aufgetaucht, der Arzt habe seine körperliche und geistige Hinfälligkeit vor Gericht nur vorgetäuscht.
©dpa
13:11, 21 Apr 2001
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AKTION MENSCH gibt vierteljährlich ein Magazin heraus. Einzelpreis DM 4,20, Jahresabonnement DM 16,80. Ein Schwerpunktthema in der Ausgabe 1/2001 ist zum Thema ,Leid': Wie wird in der Öffentlichkeit das individuelle Leid behinderter Mensch thematisiert? Wer leidet woran? Welches Leiden soll abgeschafft werden? Drei Beiträge zur ,Agonie des Leidens' in den zeitgenössischen Debatten um die Zukunft des Menschen. Weitere Themen: Protesttag am 5.5.; SGB IX; Förderprojekte; Contergan; Der (im-)perfekte Mensch, Ausstellung des Deutschen Hygiene Museum, Dresden; Bücher; Filme. Die Juni-Ausgabe enthält u. a.: Die neue Schöpfung - Herausforderung für die Kirchen. Information: Aktion Mensch, Pressestelle, Franz-Lohe-Str. 17, 53129 Bonn