Rundbrief Januar 2001
Lieber interessierter Leser,
wir wuenschen Ihnen ein gesundes und mutiges Neues Jahr.
Der IPPNW ist vielen von uns bekannt. Wissen Sie auch, daß es innerhalb dieser Organisation eine Musikabteilung gibt, die hervorragende klassische, Jazz und andere CDs herausgibt. Hier ist leider nicht der Platz, um Ihnen die diversen Titel, Einspielungen, Namen etc. aufzuführen. Wenden Sie sich dazu an ,IPPNW-Concerts, Dr. Peter Hauber, Eitel-Fritz-Straße 29, 14129 Berlin, Fax: 030/802 76 17'.
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Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Karl Finke, legte am 21.11.2000 seinen Tätigkeitsbericht im Niedersächsischen Kabinett vor. Mit dem Titel "Es ist normal, verschieden zu sein" ist er ein Plädoyer für die Vielfalt menschlichen Lebens. Eine Presseerklärung sowie dieser Bericht sind zu erhalten bei: Behindertenbeauftragter des Landes Niedersachsen, Postfach 41, 30001 Hannover
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Die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder gab im Oktober 2000 ein Merkblatt heraus: Datenschutzrechtliche Konsequenzen aus der Entschlüsselung des menschlichen Genoms". Abzurufen beim ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig', Adresse: siehe unten.
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Eine Ergänzung zur Enquete-Kommission Recht und Ethik der modernen Medizin: Die Adresse des Sekretariats lautet: Schiffbauerdamm 17, 11011 Berlin, Tel: 030 - 227 31771, Fax: 030 - 227 36433, e-mail: enquete.medizin@bundestag.de, Internet: http://www.bundestag.de(ftp/9000500.htm#medioea
Die Wortprotokolle der 5. Sitzung am 3. Juli 2000, Oeffentliche Anhoerung von Sachver-staendigen der EU-Richtlinie (98/44/EG) - Patente - 43 Seiten, der 9. Sitzung vom 16. Oktober 2000, Oeffentliche Anhoerung von Sachverstaendigen zu Folgen der genetischen Diagnostik, 102 Seiten und 11. Sitzung, 13.11.200, Oeffentliche Anhoerung von Sachverstaendigen zur Praeimplantationsdiagnostig, 108 Seiten, sind dort abzufragen.
Es liegt auch vor die Stellungnahme der Enquete-Kommission Recht und Ethik der Modernen Medizin zur nationalen Umsetzung der EU-Richtlinie über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen (98/44/EG) vor. 10 Seiten.
Der Behindertenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Karl Finke hat seine Stellungnahme zum Thema Präimplantationsdiagnostik bei der Öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission ,Recht und Ethik in der modernen Medizin' am 13.11.2000 in Berlin veröffentlicht. -----------
Tagesspiegel, 29.11.2000
Sterbehilfe Streit um Euthanasiegesetz Kirche kritisiert Entscheidung des niederlaendischen Parlaments
Das neue niederlaendische Euthanasiegesetz ist bei der katholischen Kirche und bei Aerzten auf zum Teil scharfe Kritik gestoszen. Die Niederlaendische Bischofskonferenz erklaerte sich am Dienstag "aeusserst besorgt" ueber die neue Regelung zur Sterbehilfe und betonte demgegenueber die "absolute Wuerde des menschlichen Lebens bis zu seinem natuerlichen Tod". Mit der Abstimmung sei eine "neue Qualitaet auf der schiefen Ebene von Schlecht zu Schlimmer erreicht", sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Peter van Zoest, in Utrecht. Nun wachse der Druck auf die unheilbar kranken und alten Menschen zusaetzlich, sich als Last der Gesellschaft zu empfinden. Die deutsche Organisation der Klinikaerzte "Marburger Bund" warnte in Koeln davor, den "toetenden Arzt" zuzulassen. Das Toeten eines Menschen gehoere nicht zu den Aufgaben eines Arztes. Befuerworter der neuen Regelung sprachen hingegen von einem Sieg der Patientenrechte.
"Aerzte sollen nicht wie Kriminelle behandelt werden. Hiermit wird Sicherheit sowohl fuer Aerzte als auch fuer Patienten geschaffen", erklaerte die niederlaendische Gesundheitsministerin Els Borst. Mit der Legalisierung werde die Sterbehilfe aus dem Verborgenen geholt, wo sie etwa in den USA praktiziert werde, sagte Borst. Den niederlaendischen Richtlinien zufolge muss ein Patient aussichts-los und unertraeglich leiden, bevor Hilfe beim Sterben geleistet werden darf. Der Kranke muss ueber alle medizinischen Moeglichkeiten aufgeklaert sein und mindestens einen zweiten Arzt befragt haben. Der Wunsch nach Sterbehilfe muss bei freiem Willen und klarem Verstand ausgesprochen werden. Aerzte duerfen die Moeglichkeit nicht von sich aus vorschlagen. Das neue Gesetz erlaubt es den Patienten, in einer Erklaerung um Sterbehilfe zu bitten und den Aerzten das Recht einzuraeumen, im Ernstfall eine Entscheidung zu treffen.
Die Deutsche Hospiz Stiftung (DHS) zeigte sich entsetzt ueber die Entscheidung des nieder-laendischen Parlaments und sprach von einer "Lizenz zum Toeten". Die Abgeordneten haetten "das erste Euthanasiegesetz der Welt seit der Nazizeit verabschiedet", erklaerte die Organisation in Dortmund. Die Niederlaender oeffneten dem Missbrauch Tuer und Tor, anstatt fuer ein menschen-wuerdiges Sterben zu sorgen. Die angeblich so humane Euthanasie sei in der Praxis ausserordentlich brutal, sagte die DHS-Referentin Monika Schweihoff. Bei jedem vierten Getoeteten tauchten Komplikationen auf. Ausserdem wachten immer wieder "Opfer aktiver Sterbehilfe" aus dem Koma mit schweren Schaeden auf. Auch der Familienbund der Deutschen Katholiken warnte vor den Auswirkungen des Euthanasiegesetzes. http://195.170.124.152/archiv/2000/11/28/ak-po-au-19399.html
TAZ, 28.11.2000
Die Niederlande haben die Sterbehilfe jetzt legalisiert Die formierte Gesellschaft Im US-Bundesstaat Oregon wurde Mitte der 90er-Jahre eine gesetzliche Regelung verab-schiedet, die aerztlich unterstuetzten Selbstmord erlaubt. Das bedeutet: Noch immer muessen die Patienten selbst auf den Knopf druecken, damit das toedliche Gift in ihre Koerper fliesst. Die Regelung wird kaum in Anspruch genommen. Die Niederlande gehen weiter: Sie schreiben sich stolz zu, der erste Staat zu sein, in dem die "Euthanasie" vollstaendig legalisiert ist. Allerdings wurde bisher die Toetung auf Verlangen durch einen Arzt bereits geduldet - und fuehrte dazu, dass schon heute annaehernd 3.000 Niederlaender pro Jahr auf eigenen Wunsch durch die Hand ihres behandelnden Arztes sterben.
Seit vielen Jahren wurde diese Praxis von der Strafverfolgung ausgenommen; dass sie jetzt gesetzlich abgesichert wird, begruenden "Euthanasie"-Befuerworter mit der groesseren Transparenz, wenn niemand mehr Angst vor einer Strafverfolgung haette. Doch kann diese Angst nicht gross sein: Auch bislang wurden jaehrlich mehr als tausend Faelle registriert, in denen Aerzte ihre Patienten ohne Einwilligung direkt getoetet haben (und noch viel oefter indirekt durch Abbruch der Behandlung oder zu hohe Schmerzmittelgaben). Doch in keinem einzigen Fall kam es zu einer Verurteilung.
Zudem: Wofuer soll die neue Transparenz gut sein? Darueber schweigen die Befuerworter des Gesetzes. Waehrend in Oregon die Legalisierung der Sterbehilfe gleichzeitig eine Kampagne fuer die Verbesserung von palliativer Medizin und Schmerztherapie in die Wege geleitet hat, ist dergleichen in den Niederlanden nicht zu beobachten; dabei belegen Untersuchungen, dass dort die Schmerz-therapie bei vielen Krebspatienten unzureichend ist. Auch ansonsten gibt es keinerlei Anzeichen dafuer, dass die Erfassung der "Euthanasie"-Ziffern einen anderen Zweck haette, als das eigene Modell zu bestaetigen: Weil so oft auf Verlangen getoetet wird, ist es richtig, es nicht zu bestrafen, weil wir sonst nicht wuessten, wie oft es geschieht.
Dass "Euthanasie" nun in den Niederlanden gesetzlich erlaubt und nicht mehr nur geduldet ist, laesst aber auch nicht alles beim Alten. In den westlichen Industriestaaten muss menschliches Leben zusehends normativen Anforderungen genuegen und ist dem Zugriff der Medizin in immer groesserem Umfang ausgesetzt. Die Legalisierung der "Euthanasie" bringt zum Ausdruck, dass das Toetungstabu zunehmend beseitigt wird, das die Kultur den westlichen Industriegesellschaften bisher gepraegt hat. Sie ist damit ein weiterer Versuch, die Gesellschaft durch Begrenzung des Lebensschutzes zu formieren.
Das stoesst auch in anderen europaeischen Staaten auf Interesse. OLIVER TOLMEIN http://www.taz.de/tpl/2000/11/29.nf/text.Tname,a0109.list,TAZ_txt.idx,83
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Nuernberger Zeitung, 28.11.2000
AMBERG (dpa). - Trotz eines folgenreichen Schlaganfalls waehrend der Schwangerschaft hat eine Frau in Amberg ein gesundes Baby zur Welt gebracht.
Nach Angaben der Stadt Amberg ist weltweit ein aehnlicher Fall noch nie dokumentiert worden. Die 31-jaehrige Mutter hatte im April in der zehnten Woche der Schwangerschaft nach dem Verschluss eines Blutgefaesses im Gehirn eine halbseitige Laehmung. Im Klinikum Amberg wurde daraufhin binnen kuerzester Zeit eine spezielle Medikamentenbehandlung eingeleitet, obwohl die Aerzte im Internet trotz weltweiter Recherche keine Fachartikel zu einem solchen Fall finden konnten. Nach der erfolgreichen Behandlung hat die Frau im November einen Jungen zur Welt bringen koennen. http://www.nz-online.de/nz/b7.htm
Suedwestpresse, 28.11.2000
Rom· Eine Frau hat im italienischen Pavia ein Kind ohne Gehirn zur Welt gebracht. Es starb zwei Stunden nach der Geburt. Die Eltern waren dem Rat der Mediziner, den Foetus abzutreiben, aus Glaubensgruenden nicht gefolgt. Sie liessen das Kind im Krankenhaus nottaufen. Der Vatikan begruesste den Beschluss der Eltern, die Schwangerschaft zu Ende zu fuehren. Epd http://www.suedwestpresse.de/dc/html/news/news-ulm_ul/20001128ul_swp_blik001 2.htm
Financial Times, 29.11.2000
Deutschland haelt am Verbot der Embryonen-Forschung fest
Trotz der franzoesischen Gesetzesplaene zur bedingten Genehmigung der Embryonen-Forschung will Deutschland an einem Verbot festhalten. Dassagte Forschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) der Financial Times Deutschland.
"Wir wollen zuerst an Tierversuchen klaeren lassen, ob die Forschung an embryonalen Stammzellen tatsaechlich mehr Erkenntnisse bringt als die bislang schon erlaubte Forschung an adulten Stamm-zellen", sagte Bulmahn. Adulte Stammzellen werden beispielsweise aus dem Nabelschnurblut gewonnen.
Nach Grossbritannien hatte gestern auch Frankreich angekuendigt, die Embryonen-Forschung unter der Auflage zu erlauben, dass sie der "Verbesserung der Techniken fuer die medizinisch unterstuetzte Fortpflanzung" sowie der "Forschung fuer neue Behandlungsmethoden" dient.
Fuer die franzoesische Forschung sollen nach dem fuer Maerz angekuendigten Bioethik-Gesetz eingefrorene "ueberschuessige" Embryonen genutzt werden, die fuer die Fortpflanzung gedacht waren und von den Besitzern freigegeben werden. Das Klonen von Embryonen soll im Gegensatz zu England auch in Frankreich weiter verboten bleiben. http://www.ftd.de/pw/de/FTDSVMGN3GC.html?nv=cptn
Tagesspiegel, 29.11.2000
Gesetzentwurf zur Bioethik Frankreich erwaegt teilweises Klonen von Lebewesen Frankreich will Stammzellenforschung zu Therapiezwecken zulassen / Greenpeace erhebt neue Vorwuerfe gegen Europaeisches Patentamt
Paris/Muenchen (AFP/KNA/epd). In Frankreich soll eine kontrollierte Forschung an menschlichen Embryos und das therapeutische Klonen im Rahmen "streng definierter Grenzen" erlaubt werden. Premierminister Lionel Jospin legte am Dienstag in Paris die Grundzuege eines Gesetzentwurfes zur Bioethik vor, der die Forschung an den so genannten Stammzellen, die saemtliche Erbinformationen des Menschen enthalten, unter bestimmten Bedingungen zulaesst. Der Entwurf wird im Fruehjahr im Kabinett eingebracht und im Herbst kommenden Jahres der Nationalversammlung vorgelegt. Das Klonen von Menschen zu Fortpflanzungszwecken soll weiterhin verboten sein.
Stammzellen gelten derzeit als eines der viel versprechendsten Forschungsfelder der Biomedizin. Sie werden in der Regel aus den bei einer kuenstlichen Befruchtung nicht benoetigten Embryos gewonnen, was ethisch stark umstritten ist. Jospin sagte, selbstverstaendlich solle nur mit ueberzaehligen Embryos geforscht werden. Bisher ist dies in Frankreich verboten. Laut Jospin soll auch die Forschung zur Gewinnung der Stamm-zellen aus der Nabelschnur ausgeweitet werden.
Die Wissenschaftler hoffen, aus den Stammzellen kuenftig Gewebe und Organe etwa fuer Nieren- und Leberkranke sowie Herz- und Alzheimerpatienten zuechten zu koennen. So liesse sich nach Bedarf Zell- oder Organersatz erzeugen, ohne auf Transplantationen zurueckgreifen zu muessen. Auch die Ethik-Experten der Europaeischen Union sprachen sich unlaengst fuer eine kontrollierte Zulassung der menschlichen Stammzellenforschung in der EU aus.
Stammzellen koennten auch als Basis fuer die Schaffung menschlicher Klone dienen. In den USA sind Versuche mit Stammzellen zur Erzeugung von Organen erlaubt, in der EU sind die nationalen Regelungen sehr unterschiedlich. In Deutschland ist die Gewinnung von Stammzellen durch das Embryonenschutzgesetz derzeit verboten, in Grossbritannien ist sie hingegen seit August erlaubt.
Neue Patente auf Lebewesen
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat erneut schwere Vorwuerfe gegen das Europaeische Patentamt in Muenchen erhoben. Die Unterlagen von zwoelf Patentantraegen belegten, dass das Amt "weiterhin widerrechtlich Patente auf Lebewesen und Gene erteilen" wolle, erklaerten Greenpeace-Vertreter am Dienstag vor Journalisten in Muenchen. Die Antraege stuenden kurz vor der Patent-Erteilung. Da das Patentamt keiner ausreichenden Kontrolle unterstehe und "die Gesetzesbrueche nicht geahndet" wuerden, habe Greenpeace die Originalakten als Beweismittel "sichergestellt". Greenpeace-Sprecher Christoph Then bewertete das Vorgehen des Amtes als "illegal". Die Umweltschutzorganisation kritisiert insbesondere, dass der Verwaltungsrat des Patentamtes im vergangenen Jahr die Patentierung von Pflanzen und Tieren sowie von Teilen des menschlichen Koerpers und menschlichen Genen erlaubt habe. Diese Entscheidung stehe im Widerspruch zum Europaeischen Patentuebereinkommen. Es bildet die Rechtsgrundlage der Europaeischen Patentorganisation und ihres Exekutivorgans, des Europaeischen Patentamts.
Das Uebereinkommen untersagt eine Patentierung, wenn die Erfindungen gegen die "guten Sitten" oder die "oeffentliche Ordnung" verstoszen. Pflanzensorten und Tiere duerfen danach nicht patentiert werden. Dennoch erteile das Patentamt seit September 1999 derartige Patente.
Unter den von Greenpeace vorgestellten Akten befinden sich sieben Antraege von Konzernen, die sich Patente auf Pflanzensorten, Saatgut und die Verfuegung ueber die jeweilige Ernte sichern wollen. Zwei Antraege beanspruchen weit reichende Patentrechte an menschlichen Genen. Ein weiterer Antrag bezieht sich auf Schweine, die in ihrem Koerper menschliches Blut bilden sollen. Aus den Unterlagen seien "keinerlei Anstrengungen des Patentamts zu erkennen, Patente auf Mischwesen zwischen Mensch und Tier zu verhindern". Ethische oder rechtliche Einwaende seien nicht in den Akten.
Hintergruende unter www.lifescience.de/news/article/04577/index.html http://195.170.124.152/archiv/2000/11/28/ak-po-au-10552.html
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Ein Leserbrief
Frankfurter Rundschau, 8. Dezember 2000 Leben als Geschenk Zu Behinderter wird für seine Geburt entschädigt (FR vorn 18. November 2000) Perverser geht's wohl kaum noch. (...) Man muss sich diese Verdrehung aller Worte vergegenwaertigen: In Deutschland gehen zu Recht Behindertenverbände auf die Barrikaden, wenn es um die Präimplantationsdiagnostik geht, mittels derer auf Behinderung deutende Embryonen vor der Einpflanzung vernichtet werden. Behinderte. Menschen und viele andere weisen daraufhin, dass menschliche Existenz mehr ist, als unbehindert durchs Leben zu gehen, dass Behinderung auch Chance zum menschlichen Wachstum sein kann. Und da verlangt in Frankreich ein durch Röteln Erkrankter Entschädigung dafür, dass er lebt, dass er nicht getötet wurde! (.,.) Wenn es um das Töten geht: bei Abtreibung, Implantationsdiagnose, Organentnahmen, "Euthanasie" wird berichtet oftmals in einer Diktion von Zahlenenrekorden. Wo aber bleiben vergleichbare Meldungen hinsichtlich des Einsatzes für das Leben; Wenn zum Beispiel die Aktion Lebensrecht für alle (AlfA) ihr Nein sagt zur Selektion vor der Geburt, wenn sie ihre "Aktion ,Timm darf leben'" durchführt für das Lebensrecht Behinderter; wenn die Interessengemeinschaft kritische Bioethik sachlich faire Aufklärung über das Leben bei "Hirntod" fordert {...). In unserer utilitaristischen Gesellschaft brauchen wir ein neuen Bewusstsein vom Leben als Geschenk, vorn Leben als Aufgabe, vorn Leben als Verantwortung. Dieter Emmerling, Worms
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VORSCHAU Vorausschau, Voraus-Blick, Tagungen, Vorträge, Kongresse zusammengestellt vom ,Arbeitskreis Bioethik Braunschweig'
Januar 2001 20.12.2000 bis 12.8.2001 Der (im-)perfekte Mensch. Ausstellung im Deutschen Hygiene Museum in Dresden. Zusammen mit der Aktion Mensch e.V. stellt die Ausstellung Fragen auf wie zum Beispiel, wie (im-)perfekt Menschen in einer Umgebung leben koennen, die sich der Perfektionierung des Lebens verschrieben haben? Wie lebt umgekehrt die sich ihrer Normalitaet gewisse Mitwelt mit dem (Im-)perfekt-Sein des anderen? Weitere Informationen: Stiftung Deutsches Hygiene Musem, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden, Tel: 0351-4846 304, Fax: 0351-4846-58, www.imperfekt.de
08. Januar 2001 Bestattungen gestern und heute - welche Moeglichkeiten gibt es in kunsrem Kulturkreis) Alexander Cissée, Beerdigungsunternehmer. 17.30 Uhr, Ort: Hospizarbeit Braunschweig e. V., Hohetorwall 1A, Braunschweig
11. Januar Behinderte Menschen auf dem Weg von der Fuersorge zur Selbstbestimmung. Ottmar Miles-Paul, Interessenvertretung Selbstbestimmtes Leben e.V. (ISL), Kassel. Volkshochschule, Katharinenstrasse 18, Tuebingen, 20.00 Uhr
12. Januar Festveranstaltung Dietmar Mieth zum 60. Geburtstag - Festvortrag um 16.00 Uhr: Theologie und Ethik vor der Herausforderung des Pluralismus, Prof. Dr. Francis Fiorenza, Harvard University, Divinity School, Cambridge, USA. Veranstaltet von Dr. Hille Häker, PD Dr. Alberto Bondolfi und den MitarbeiterInnnen des Lehrstuhls Ethik/ Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Universität Tübingen. Um Antwort wird gebeten bis zum 15. Dezember 2000 an Frau A. Hogue, Abteilung für Theologische Ethik/Sozialethik, Kath.-Theol. Fakultät, Universität Tübingen, Tel: 07071 - 297 8071, Fax: 07071 - 29 50 33, e-Mail: hille.haker@uni-tuebingen.de
13. Januar Selbstbestimmt leben. Von den Anfängen der Behindertenbewegung bis hin zur Selbstbestimmt-Leben-Bewegung. Wir geben einen kurzen Einblick in die Entwicklung der Behindertenbewegung in Deutschland. Hauptthema wird jedoch die Selbstbestimmt-Leben Bewegung, ihre Entstehung und Entwicklung sein. Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland (IsL e.V.) wurde am 14.10.1990 gegründet. Seit dem setzt sich die IsL für die Selbstbestimmung behinderter Menschen ein. Wer mehr über die Entstehung, den Werdegang, und die Arbeit der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung wissen möchte, ist herzlich willkommen. Teilnahmegebühr: 55, --DM. Veranstaltungsort: VHS in Heidelberg von 10 bis17.00 Uhr. Die Anmeldung bitte an das BiBeZ e.V. Alte Eppelheimer Str. 38, 69115 Heidelberg, Tel./fax: 06221/600908, e-mail: bibez@metronet.de
Ethik in Staat und Gesellschaft - Grundfragen ethischer Verantwortung in unserer Zeit Diese Seminarreihe vermittelt einen fundierten Einblick in die Grundfragen der Ethik in unserer Zeit. In den letzten Jahren hat das Interesse an ethischen Problemen, nicht zuletzt auch angeregt durch die Medien, für viele Menschen an Bedeutung gewonnen. Neue Herausforderungen scheinen tradierte Verhaltensweisen in Frage zu stellen. Sie können sich in Grundseminaren die wichtigsten Inhalte aus dieser Seminarreihe aneignen, in Vertiefungsseminaren Ihre Kenntnisse erweitern und anhand von Fallanalysen festigen. Grundseminare: 20./21.1.: Einführung; 16. bis 18.2.: Glueck; 23.3. bis 25.3.: Amerikanische Ethik; 18.5. bis 20.5.: Globalisierung und Ethik; 14.7. bis 15.7.: Medienethik; 28.9. bis 30.9.: Freiheit; 2.11. - 4.11.: Gewissen. Vertiefungssminare: 2.3 bis 4.3.: Medizinethik; 11.5. bis 12.5.: Gentechnik; 27.7. bis 29.7.: Wirtschaftsethik; 26.10. bis 28.10.: Grundrechte, Grundwerte. Ihr Ansprechpartner im Bildungswerk der Hanns Seidel Stiftung fuer Allgemeine und Organisatorische Fragen: Tel: 089 - 12 58 237, Fax: 089 - 12 58 338. Internet: www.hss.de
23.1. Streit um Menschenwuerde und Selbstbestimmung in Europa? Prof. Dr. Dietmar Mieth, Lehrstuhl fuer Theologische Ethik/sozialethik an der Kath.-Theologischen Fakultaet der Uni Tuebingen. Ort: Theologikum, Liebermeisterstrasse 16, Tuebingen, 20.00 Uhr
26. bis 28.1. Allokation im Gesundheitswesen. Tagung des Arbeitskreises ,Medizin und Theologie'. Ort: Ev. Akademie Loccum. Anfragen: Zentrum fuer Gesundheitsethik, Knochenhauerstrasse 33, 30159 Hannover, Tel: 0511 - 1241 496, Fax: 0511 - 1241 - 497
26. bis 28.1. Embryonale Stammzellen und Klonierung in der Tierzucht. - Chance oder Risiko fuer die Humanmedizin? Prof. Dr. Eckhard Wolf, Lehrstul fuer molekulare Tierzucht und Haustiergenetik, Universitaet Muenster - Somatischer Gentransfer in Tierzucht und Humanmedizin. Prof. Dr. Hermann Geldermann, Institut fuer Tierhaltung und Tierzuechtung, Universitaet Stuttgart-Hohenheim. - Mausmutanten als Modellsysteme für Humanerkrankungen und Therapiekonzepte. Dr. Werner Müller, Gesellschaft fuer biotechnologische Forschung (GBF) Braunschweig - Xenotransplantation und Gene Pharming. Transgene Tiere als Organspender und zur Herstellung therapeutisch nutzbarer Proteine. Prof. Dr. Heiner Niemann, Institut fuer Tierzucht und Tierverhalten, Abt. Biotechnologie, Bundesforschungsstelle fuer Landwirtschaft, Mariensee-Neustadt - Zur Beurteilung der gentechnischen Veraenderung und des Klonens von Tieren aus Sicht einer anthroporelationalen Ethik. Prof. Dr. Jan Beckmann, Institut fuer Philosophie, FernUniversitaet Gesamthochschule Hagen - Kultivierung der Tugenden - Zum Gebot der Fairness im Umgang mit Tieren in Bio- und Reproduktions-technologie. Prof. Dr. Jean Claude Wolf, Institut für Philosophie, Universitaet Fribourg - Mitgeschoepf Tier. Zum Umgang mit Tieren in Bio- und Reproduktionsstechnologie aus christlicher Sicht. Prof. Dr. Christian Link, FB Evangelische Theologie, Ruhr-Universitaet Bochum. Eine gemeinsame Veranstaltung der Evangelischen Akademie der Pfalz und der Forschungsstaette der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST). Anmeldung: Geschäftsstelle der Evangelischen Akademie der Pfalz, Domplatz 5, 67346 Speyer, Tel: 06232 - 60200, Fax 06232 60 20 22, e-M: eapfalz@t-online.de. Tagungskosten (Vortraege, Unterkunft, Verpflegung): DM 160,--. Anmeldung: Spaetestens eine Woche vor Tagungsbeginn an die Geschaeftsstelle in Speyer. Ueberweisung der Tagungskosten parallel auf das Konto 7001 010 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft eG Speyer, BLZ 547 609 00. Tagungsstaettte: Haus Muehlberg, Am Muehlberg 17, 67677 Enkenbach, Tel: 06303 2337, Fax 06303 5763.
30.1. Gut gegen Gut - Gesetzgebung im Kreuzungspunkt der Widersprueche. Margot von Renesse, MdB, Vorsitzende der Enquete-Kommission Recht und Ethik der modernen Medizin, Berlin. Ort: Theologikum, Liebermeisterstrasse 16, Tuebingen, 20.00 Uhr
Kontaktadressen Martin Vogt, Gerstaecker Straße 23, 38102 Braunschweig, Tel + Fax: 0531 79 44 74, Angelika Wessel, Wedderkopsweg 4, 38118 Braunschweig, Tel + Fax: 0531 50 65 15
VORSCHAU Vorausschau, Voraus-Blick, Tagungen, Vorträge, Kongresse zusammengestellt vom Arbeitskreis Bioethik Braunschweig
Februar 2001 2001 - Das Jahr der Lebenswissenschaften. Bundesministerium fuer Bildung und Forschung zusammen mit ,Wissenschaft im Dialog' bieten Veranstaltungen in Berlin, Leipzig, Köln und in Hamburg Biotechnologietage an. Zusaetzlich sind bundesweit sogenannte ,Satellitenveranstaltungen' geplant.
1. bis 3. Februar Der Gen-Dschungel. Lexikon des Lebens. Auftaktveranstaltung mit Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Information: Kreativagentur Iser & Putscsher, Tel: 02224-95195-222
19. bis 28 April in Leipzig Brennpounkt Koerper: Eigenes und Fremdes Großveranstaltung im Hauptbahnhof mit Science Street (Ausstellerwettbewerb) und Vortraegen, Gespraechsrunden, Theater, Filmfestival
21. + 22. Mai in Hamburg Biotechnologietage Grossveranstaltung im Congress Centrum Hamburg mit Vortraegen, Ausstellung, Gespraechsrunden, Streitgespraechen, Lesungen
7. bis 10. Juni Kosmos Gehirn 2001 Populaerwissenschaftliches Rahmenprogramm zur ,Goettinger Tagung der Neurowissenschaftlichen Gesellschaft' mit vortraegen, Ausstellung,Filmprogramm
22. bis 26. Juni in München (Verband Deutscher Biologen, Bdbiol) Wissenschaftslage Life Science Grossveranstaltung im Marienhof und weiteren Institutionen mit Marktständen der Wissenschaft, Diskussionsforen, Vortraegen, Museums- und Institutsfuehrungen
12. bis 17. September in Berlin (Wissenschaft im Dialog, WiD) Grossveranstaltung mit Wissenschaftstreffen, Ausstellungen, Filmfestival, Medienveranstaltungen
29. Oktober bis 8. November in Köln (BMBF) Lebenslinien: Naatur in Bewegung Grossveranstaltung im Kongresszentrum Gürzenich mit Science Street (Ausstellerwettbewerb), Vortraegen, Gespraechsrunden, Theater, Filmfestival
25. November bis 1. Dezember in Frankfurt am Main (Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz, WGL) Leben ist Vielfalt Veranstaltungen zur Biodiversitaet im Senckenberg-Museum mit Vortraegen, Filmfestival, Lifeschaltungen, Schulveranstaltungen www.lebenswissen.de Kontakt: Bundesministerium fuer Bildung und Forschung, Pressereferat, Berlin Tel: 030 - 285 40 5050, Fax: 030 - 285 40 55 51, email: presse@bmbf.bund.e
20.12.2000 bis 12.8.2001 Der (im-)perfekte Mensch. Ausstellung im Deutschen Hygiene Museum in Dresden. Zusammen mit der Aktion Mensch e.V. stellt die Ausstellung Fragen auf wie zum Beispiel, wie (im-)perfekt Menschen in einer Umgebung leben koennen, die sich der Perfektionierung des Lebens verschrieben haben? Wie lebt umgekehrt die sich ihrer Normalitaet gewisse Mitwelt mit dem (Im-)perfekt-Sein des anderen? Weitere Informationen: Stiftung Deutsches Hygiene Musem, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden, Tel: 0351-4846 304, Fax: 0351-4846-58, www.imperfekt.de