DISABLED PEOPLES' INTERNATIONAL EUROPE

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Das Recht zu leben und verschieden zu sein
(Übersetzung: Jobst Paul)

Am 12. und 13. Februar 2000 trafen sich 130 Behinderte und Eltern als Vertreter von DPI-Organisationen aus siebenundzwanzig Ländern in Europa, Afrika, Australien und Nordamerika in Solihull, Großbritannien, um das Thema 'Bioethik und Menschenrechte' zu diskutieren. Dies war das erste Treffen seiner Art und wir sind stolz, die folgende Erklärung vorzulegen.

Wir fordern zunächst und zuallererst:

Nichts über uns, ohne uns

Die meisten von uns waren bis jetzt aus Debatten über bioethische Fragen ausgeschlossen. Diese Debatten hatten voreingenommene und negative Vorstellungen von unserer Lebensqualität. Sie haben unser Recht auf Gleichheit geleugnet und deswegen auch unsere Menschenrechte geleugnet.

Wir verlangen, dass wir an allen Debatten und an allen politischen Entscheidungen zu bioethischen Fragen beteiligt werden.

Wir müssen diejenigen sein, die auf der Grundlage unserer Erfahrungen über unsere Lebensqualität entscheiden.

Wir rufen auch unsere Organisationen auf, jene unter uns zu unterstützen, zu ermutigen und abzusichern, die unsere Auffassungen bei Institutionen und Körperschaften vertreten, die bioethisch relevante Regeln aufstellen.

Eine besondere Unterstützung müssen in der Auseinandersetzung erfahren die Stimmen von Opfern der Psychiatrie, von Menschen mit Lernschwierigkeiten, von Menschen, die nicht für sich selbst sprechen können und von behinderten Kindern.

Reichtum in Vielfalt

Wir sind vollgültige Menschen. Wir glauben, dass eine Gesellschaft ohne Behinderte eine ärmere Gesellschaft wäre. Unsere einmaligen individuellen und kollektiven Erfahrungen sind ein wichtiger Beitrag zu einer reichen, menschlichen Gesellschaft.

Wir fordern ein Ende der biomedizinischen Eliminierung von Vielfalt, von Genselektion, die den Kräften des Marktes gehorcht, und wir fordern ein Ende des Zustands, dass Nichtbehinderte die Normen und die Standards setzen.

Der biotechnologische Wandel darf nicht als Entschuldigung herhalten für die Kontrolle oder Manipulation des Menschseins oder der biologischen Vielfalt von Menschen.

Nach unserer Einsicht besteht der einzige Weg, für unsere besonderen Fähigkeiten universale Unterstützung und positive Anerkennung zu sichern, darin, unser Recht zur Vielfalt deutlich, mit guten Argumenten und in der offenen und demokratischen Diskussion zu artikulieren. Wir müssen Bündnisse schaffen mit Wissenschaftlern, der Ärzteschaft, mit Ethikern, politisch Handelnden, Menschenrechtsvertretern, den Medien und der allgemeinen Öffentlichkeit.

Alle Menschen sind frei und gleich geboren in ihrer Würde und ihren Rechten

Die Menschenrechte liegen in der Verantwortung des Staates und auch des Einzelnen. Die Behinderten selbst, unsere Organisationen, unsere Familien und unsere Verbündete müssen arbeiten damit sichergestellt ist, dass internationale, regionale und nationale Gesetzeswerke Die Durchsetzung der Rechte enthalten und zwar bei allen neuen Erkenntnissen der Wissenschaft und der ärztlichen Praxis, sei es im Bereich des menschlichen Genoms, der Fortpflanzung, der Abschätzung von Lebensqualität, im Bereich therapeutischer Maßnahmen und bei der Linderung von 'Schmerz und Leiden'.

Die Biotechnologie birgt für behinderte Menschen besondere Risiken. Die fundamentalen Rechte von behinderten Menschen, insbesondere das Recht auf Leben, muss geschützt werden.

Wir fordern im Besonderen:

Behinderte Menschen müssen sich in Solidarität zusammenschließen, um unser aller Stimmen in diesen lebensbedrohenden Fragen hörbar zu machen.

STÄRKE IN EINHEIT!

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