Aktionsgruppe Biber
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Umfrage zur
Ulmer Gemeinderatswahl 1999
zum Tierschutz
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Antworten von Kandidat
Christoph Raiber
(WWG, Listenplatz 8)
Sehr geehrte Aktionsgruppe "Biber",
da ich, wie Sie aus der Kandidatenliste entnehmen können von Beruf Landwirt
bin, konnte ich aus Zeitgründen im August (Getreideernte, Neuaussaat...)
ihren Fragebogen nicht beantworten, werde es aber hiermit nun nachholen.
Ich bitte um Nachsicht.
Nun zu Ihren Fragen:
Tierschutz
allgemein:
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Während alle anderen
Bundestagsfraktionen die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz
befürworten, haben Teile der CDU/CSU-Fraktion noch Bedenken dagegen.
Wie ist Ihre Meinung?
Ich beführworte eine Verankerung im Grundgesetz.
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Viele Tierschutz-Vorschriften
der EU sind als Kompromiß zwischen den Interessen mehrerer Länder
aus unserer Sicht viel zu lax, doch ist es stets möglich, national strengere
Vorschriften zu erlassen. Wären Sie dafür, daß Deutschland
beispielsweise bei der Geflügelhaltung oder bei Tiertransporten strengere
Vorschriften erläßt?
Ebenfalls bin ich für strengere Vorschriften bei
den Tiertransporten, da diese oft zu lang und die Tiere nur wie ein Stück
"Dreck" oder lebloser Gegenstand behandelt werden. (z.B.: Rinder werden beim
Verladen auf Schiffen an Einem-Fuß an den Kran
gehängt....)
Geflügel sollte auf dem Boden oder auf dem Freiland
gehalten werden. Da die Produktionskosten hierfür wesentlich höher
sind, müßte Ihr "Frühstücksei" anstatt 22 Pf. bzw. 25
Pf. in Zukunft 40 Pf. kosten.
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Stellen Sie sich als Wahlplakat
ein Bild von Ihnen vor mit einem Tierschutz-Wahlslogan. Wie würde Ihr
Slogan lauten?
TIERE!! Zurück in die natürlichen
Freiräume....
Tierschutz kommunal:
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Der Ausbau des derzeitigen Bärenzwingers zu einem
Freigehege, das diesen Namen auch verdient, wird derzeit von 34 der 40
Stadträte unterstützt. Außerdem haben wir über 6000
Unterschriften von Bürgern gesammelt. Der Denkmalschutz ist
grundsätzlich mit unseren Vorschlägen einverstanden. Sind Sie auch
für eine Erweiterung des Zwingers nach hinten hin in den Innenraum des
Fort Friedrichsau?
Die Aktionsgruppe Biber will Tierschützer sein????
Ich bin gegen den Ausbau des Bärenzwingers, da dies immer noch nicht
artgerecht genug ist. Tiere dieser Art sowie die Tiere in der Friedrichsau
(Affen, Krokodile...) gehören in einen Nationalpark, wo sie ihren
natürlichen Freiraum und Ihre Ruhe vor den Menschen haben. Wie würden
Sie sich fühlen wenn sie in einem Käfig sitzen und täglich
von hunderten von Gaffern angeglotzt werden und Ihr Privat und Sexualleben
beobachtet wird.
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Die Stadt Ulm hat Rücklagen
in Höhe von 17 Millionen DM, die sie ursprünglich für die
neue Straßenbahn ausgeben wollte (und die jetzt wohl hauptsächlich
für den anderweitigen Ausbau des Nahverkehrs verwendet werden sollen).
Sind Sie angesichts dieser Tatsache der Meinung, daß sich die Stadt
Ulm den Ausbau des Bärenzwingers nicht leisten kann, der nach uns
vorliegenden Kostenschätzungen größenordnungsmäßig
500 000 DM, also 3% von obiger Summe, kosten dürfte?
Eine Geldspende für die Ausweisung bzw.
Anlegung eines Nationalparks in Osteuropa (Karpaten) wäre sinnvoller.
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In Heidelberg und Leimen (und
vielleicht auch anderswo) gilt für Hunde aus dem Tierheim eine zeitlich
befristete Hundesteuer-Befreiung. Wären Sie mit einer Hundesteuer-Reform
mit folgenden Eckwerten einverstanden:
- zeitlich befristete Hundesteuer-Befreiung für Tierheim-Hunde, z.B.
für 3 Jahre
- gleicher Steuersatz für Zweit-, Dritt- usw. -Hunde (statt doppeltem
Satz)
- keine Steuervergünstigungen bei gewerblich gehaltenen Hunden einschl.
solchen von Züchtern?
- Absolute Steuerbefreiung von Hunden im Tierheim
- doppelter Steuersatz bei allen Hunden generell
- auch bei gewerblich gehaltenen Hunden und Züchtern
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Das Tierheim in Ulm arbeitet
seit Jahrzehnten am Rande des Ruins, nicht weil schlecht gewirtschaftet wird,
sondern weil eine einigermaßen anständige Unterbringung der Tiere
seinen Preis hat. In letzter Zeit sind zwar die Zahlungen der Städte
und Landkreise ans Tierheim erhöht worden, sind Sie dennoch für
eine weitere Verbesserung der städtischen Hilfe, beispielsweise durch
Erlassen oder Rückspenden der Müllgebühren oder der Gebühren
für Strom/Wasser?
Das Tierheim sollte weiterhin die Tiere Art-
und Tiergerecht halten, die Stadt sollte aber am Ende eines Wirtschaftjahres
die Defizitte übernehmen.
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Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm
trägt durch ihre Kastrations- und Sterilisationskampagnen von wilden
Katzen dazu bei, die Zahl der Katzen in Ulm und Neu-Ulm zu verringern und
das Tierheim zu entlasten, ohne einen Pfennig Zuschüsse von kommunaler
Seite zu bekommen. Halten Sie einen solchen präventiven Ansatz für
unterstützungswürdig?
NEIN!! Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm hat ohne
meine Anwesenheit und mein Wissen alle meine 8 Katzen auf meinem Hof gefangen
und kastriert, dies wäre nicht nötig gewesen da ich nach einigen
Jahren keine Katze mehr auf dem Hof hatte die Mäuse fing. Ich mußte
mir also wieder junge Katzen besorgen. Bei Hauskatzen die in Wohnungen gehalten
werden, halte ich dies sinnvoll da die Besitzer mit dem Nachwuchs oft nichts
anfangen können.
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Die derzeitige Führung
der Blau im Stadtbereich birgt für Jung-Enten tödliche Gefahren.
So dürfte dieses Jahr kein einziges Entchen im Fischerviertel überlebt
haben. Würden Sie für ein kleines "Stadtqualitätsprogramm"
für Enten eintreten, d.h. für eine systematische Beseitigung von
Gefahrenstellen und evtl. für die Errichtung von Brutinseln?
Ich kann mir schlecht vorstellen das Enten in der Stadt
bzw. in der Blau lieber brüten als außerhalb in Gewässern.
Über Gefahrenstellen in der Blau bin ich leider zu wenig informiert
und nicht Ortskundig genug.
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Taubenkot ist
nachgewiesenermaßen kein besonderes hygienisches Problem, aber trotzdem
ein Problem. Viele Städte, darunter auch Ulm, versuchen, es mit einem
Taubenfütterungsverbot zu lösen. Tierschützer treten hingegen
für die flächendeckende(!) Einrichtung von Taubenhäusern (z.B.
in Schulen, Parkhäusern und anderen städtischen Gebäuden)
in denen Geburtenkontrolle dadurch betrieben wird, daß in den Nestern
echte Eier durch Gipseier ausgetauscht werden. Würden Sie im Fall Ihrer
Wahl einen derartigen Vorschlag unterstützen?
Wenn die Finanzierung sowie Unterhalt und Betreibung
vom Tierschutzbund gesichert ist, könnte ich deren Vorschlag
unterstützen. Ist dies jedoch nicht der Fall, würde ich mich mit
dem Taubenfütterungsverbot zufrieden geben.
Mit freundlichen Grüßen
(gez. Christoph Raiber)
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