Aktionsgruppe Biber
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Umfrage zur
Ulmer Gemeinderatswahl 1999
zum Tierschutz
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Antworten von Kandidat
Bodo Friedrich
(Bündnis 90 / Die Grünen, Listenplatz 12)
Sehr geehrter Herr de la Fuente,
sogleich die Beantwortung Ihrer Fragen:
Tierschutz
allgemein:
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Während alle anderen
Bundestagsfraktionen die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz
befürworten, haben Teile der CDU/CSU-Fraktion noch Bedenken dagegen.
Wie ist Ihre Meinung?
Der Tierschutz gehört schon längst im Grundgesetz
verankert.
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Viele Tierschutz-Vorschriften
der EU sind als Kompromiß zwischen den Interessen mehrerer Länder
aus unserer Sicht viel zu lax, doch ist es stets möglich, national strengere
Vorschriften zu erlassen. Wären Sie dafür, daß Deutschland
beispielsweise bei der Geflügelhaltung oder bei Tiertransporten strengere
Vorschriften erläßt?
Massentierhaltung, Käfighaltung ist überall,
abzuschaffen. Dann wird das Ei eben ein paar Pfennige teurer als eine Kippe
(Zigarette, der Verfasser), na und? Mit der Herstellung gesunder Nahrungsmittel
implodieren dann auch die Kosten im "Gesundheitswesen". Transporte von Tieren
sind über den Kreisverwaltungsbezirk einer Stadt hinaus zu verbieten.
Der Zentralismus der EU-Bürokratie ist auch für den Tierschutz
eine Katastrophe.
Ich fordere den bedingungslosen Alleingang der BRD. Neben einer konsequenten,
flächendeckenden Aufklärung für den Verbraucher halte ich
nach jahrelangen Diskussionen eine totale Blockade von Tiertransporten in
unserem Land und durch unsere Republik für dringlich.
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Stellen Sie sich als Wahlplakat
ein Bild von Ihnen vor mit einem Tierschutz-Wahlslogan. Wie würde Ihr
Slogan lauten?
Mein Wahlplakat gilt für Mensch + Tier!!!
Tierschutz kommunal:
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Der Ausbau des derzeitigen Bärenzwingers zu einem
Freigehege, das diesen Namen auch verdient, wird derzeit von 34 der 40
Stadträte unterstützt. Außerdem haben wir über 6000
Unterschriften von Bürgern gesammelt. Der Denkmalschutz ist
grundsätzlich mit unseren Vorschlägen einverstanden. Sind Sie auch
für eine Erweiterung des Zwingers nach hinten hin in den Innenraum des
Fort Friedrichsau?
Mit mir im Rat erhalten Sie die volle Unterstützung
für die Erweiterung im Fort.
Ein Rat: lassen Sie sich das von diesen 34 Stadträten schriftlich geben,
am besten nochmal rückfragen. Sie glauben gar nicht, wie verbreitet
Alzheimer ist, das gilt auch im besonderen für Fraktionsvorsitzende
und O-Bürgermeister.
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Die Stadt Ulm hat Rücklagen
in Höhe von 17 Millionen DM, die sie ursprünglich für die
neue Straßenbahn ausgeben wollte (und die jetzt wohl hauptsächlich
für den anderweitigen Ausbau des Nahverkehrs verwendet werden sollen).
Sind Sie angesichts dieser Tatsache der Meinung, daß sich die Stadt
Ulm den Ausbau des Bärenzwingers nicht leisten kann, der nach uns
vorliegenden Kostenschätzungen größenordnungsmäßig
500 000 DM, also 3% von obiger Summe, kosten dürfte?
Hier haben Sie sich sicherlich vergallopiert.
Der Ausbau des ÖPNV ist auch ein Stück Naturschutz.
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In Heidelberg und Leimen (und
vielleicht auch anderswo) gilt für Hunde aus dem Tierheim eine zeitlich
befristete Hundesteuer-Befreiung. Wären Sie mit einer Hundesteuer-Reform
mit folgenden Eckwerten einverstanden:
- zeitlich befristete Hundesteuer-Befreiung für Tierheim-Hunde, z.B.
für 3 Jahre
- gleicher Steuersatz für Zweit-, Dritt- usw. -Hunde (statt doppeltem
Satz)
- keine Steuervergünstigungen bei gewerblich gehaltenen Hunden einschl.
solchen von Züchtern?
Dieser Steuerregelung stimme ich zu, wenn der
Verwaltungsaufwand vernünftig geregelt wird.
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Das Tierheim in Ulm arbeitet
seit Jahrzehnten am Rande des Ruins, nicht weil schlecht gewirtschaftet wird,
sondern weil eine einigermaßen anständige Unterbringung der Tiere
seinen Preis hat. In letzter Zeit sind zwar die Zahlungen der Städte
und Landkreise ans Tierheim erhöht worden, sind Sie dennoch für
eine weitere Verbesserung der städtischen Hilfe, beispielsweise durch
Erlassen oder Rückspenden der Müllgebühren oder der Gebühren
für Strom/Wasser?
Das Tierheim ist ein Produkt unserer teils
dekadenten Gesellschaft, deshalb muß sie auch dafür aufkommen.
Ich unterstütze jeden Antrag auf Erhöhung der finanziellen
Mittel.
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Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm
trägt durch ihre Kastrations- und Sterilisationskampagnen von wilden
Katzen dazu bei, die Zahl der Katzen in Ulm und Neu-Ulm zu verringern und
das Tierheim zu entlasten, ohne einen Pfennig Zuschüsse von kommunaler
Seite zu bekommen. Halten Sie einen solchen präventiven Ansatz für
unterstützungswürdig?
Ich halte eine engere Zusammenarbeit mit dem
Tierheim für angebracht. --Gemeinsam macht stark.--
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Die derzeitige Führung
der Blau im Stadtbereich birgt für Jung-Enten tödliche Gefahren.
So dürfte dieses Jahr kein einziges Entchen im Fischerviertel überlebt
haben. Würden Sie für ein kleines "Stadtqualitätsprogramm"
für Enten eintreten, d.h. für eine systematische Beseitigung von
Gefahrenstellen und evtl. für die Errichtung von Brutinseln?
Ein kleines Stadtqualitätsprogramm für ein
paar Jungenten halte ich für äußerst fokussiert. Meine
Vorstellung ist ein "Uferkonzept", das die Voraussetzungen zur Ansiedlung
von Flora + Fauna fördert und den Gewässerschutz über das
Stadtgebiet hinaus in den angrenzenden Gemeinden, wie Neu-Ulm, Elchingen
und Langenau, verbessert. Dafür würde ich gerne Mittel im Rat
lockermachen.
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Taubenkot ist
nachgewiesenermaßen kein besonderes hygienisches Problem, aber trotzdem
ein Problem. Viele Städte, darunter auch Ulm, versuchen, es mit einem
Taubenfütterungsverbot zu lösen. Tierschützer treten hingegen
für die flächendeckende(!) Einrichtung von Taubenhäusern (z.B.
in Schulen, Parkhäusern und anderen städtischen Gebäuden)
in denen Geburtenkontrolle dadurch betrieben wird, daß in den Nestern
echte Eier durch Gipseier ausgetauscht werden. Würden Sie im Fall Ihrer
Wahl einen derartigen Vorschlag unterstützen?
Das Risiko, von Taubenmist erschlagen zu
werden, ist größer, als von Gundremmingen verstrahlt zu werden.
Die Menschheit kann aufatmen. Das Gipsei ist erfunden.
Ich danke Ihnen für Ihre vArbeit.
Mit freundlichen Grüßen
(gez. Bodo Friedrich)
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