Aktionsgruppe Biber
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Umfrage zur
Ulmer Gemeinderatswahl 1999
zum Tierschutz
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Antworten von Kandidat
Rolf Linke
(Bündnis 90 / Die Grünen, Listenplatz 10)
Hallo Pedro!
Hier kommen meine Antworten:
Tierschutz
allgemein:
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Während alle anderen
Bundestagsfraktionen die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz
befürworten, haben Teile der CDU/CSU-Fraktion noch Bedenken dagegen.
Wie ist Ihre Meinung?
Wir haben eine Verantwortung für die Tiere, die
ja im Zweifelsfall nicht selbst vor Gericht gehen können. Deswegen sollten
die Tierschutzgesetze auch über das Grundgesetz abgesichert sein.
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Viele Tierschutz-Vorschriften
der EU sind als Kompromiß zwischen den Interessen mehrerer Länder
aus unserer Sicht viel zu lax, doch ist es stets möglich, national strengere
Vorschriften zu erlassen. Wären Sie dafür, daß Deutschland
beispielsweise bei der Geflügelhaltung oder bei Tiertransporten strengere
Vorschriften erläßt?
Selbstverständlich darf nicht die EU-Mindestmarke
einheitsbreimäßig zur Höchstmarke werden. Aber ich hoffe
auch, daß unsere strengeren Vorschriften kein nationaler Alleingang"
bleiben, sondern die Vorreiterrolle übernehmen.
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Stellen Sie sich als Wahlplakat
ein Bild von Ihnen vor mit einem Tierschutz-Wahlslogan. Wie würde Ihr
Slogan lauten?
Mensch & Natur - kein Gegensatz!
Tierschutz kommunal:
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Der Ausbau des derzeitigen Bärenzwingers zu einem
Freigehege, das diesen Namen auch verdient, wird derzeit von 34 der 40
Stadträte unterstützt. Außerdem haben wir über 6000
Unterschriften von Bürgern gesammelt. Der Denkmalschutz ist
grundsätzlich mit unseren Vorschlägen einverstanden. Sind Sie auch
für eine Erweiterung des Zwingers nach hinten hin in den Innenraum des
Fort Friedrichsau?
Von den Plänen zum Ausbau des Bärengeheges
bin ich begeistert. Wir sollten noch mehr herausstellen, daß im neuen
Gehege die Bären über die mittlere Plattform (heute schon vorhanden)
mindestens genauso gut zu beobachten sind, wie im jetzigen Zwinger, nur eben
deutlich natürlicher" und artgerechter.
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Die Stadt Ulm hat Rücklagen
in Höhe von 17 Millionen DM, die sie ursprünglich für die
neue Straßenbahn ausgeben wollte (und die jetzt wohl hauptsächlich
für den anderweitigen Ausbau des Nahverkehrs verwendet werden sollen).
Sind Sie angesichts dieser Tatsache der Meinung, daß sich die Stadt
Ulm den Ausbau des Bärenzwingers nicht leisten kann, der nach uns
vorliegenden Kostenschätzungen größenordnungsmäßig
500 000 DM, also 3% von obiger Summe, kosten dürfte?
Hier würde ich nicht diesen Vergleich ziehen,
da dies zwei verschiedene Töpfe sind und wir auch im Verkehr Geld für
den Umweltverbund brauchen. Nichtsdestotrotz kann natürlich an diesem
und an einigen anderen Beispielen gezeigt werden, daß bei 500.000 DM
in erster Linie entscheidet, ob wir die Sache wirklich wollen oder nicht.
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In Heidelberg und Leimen (und
vielleicht auch anderswo) gilt für Hunde aus dem Tierheim eine zeitlich
befristete Hundesteuer-Befreiung. Wären Sie mit einer Hundesteuer-Reform
mit folgenden Eckwerten einverstanden:
- zeitlich befristete Hundesteuer-Befreiung für Tierheim-Hunde, z.B.
für 3 Jahre
- gleicher Steuersatz für Zweit-, Dritt- usw. -Hunde (statt doppeltem
Satz)
- keine Steuervergünstigungen bei gewerblich gehaltenen Hunden einschl.
solchen von Züchtern?
Hört sich überlegenswert an. Aber
ich glaube nicht, daß die Finanzen nicht der Hauptentscheidungsgrund
für Hund aus dem Tierheim" sind (und vielleicht auch gar nicht
sein sollten). Sonst würden ja die nicht besteuerten Tiere deutlich
besser weg gehen. Ich würde eine stärkere direkte Förderung
des Tierheims vorziehen. (Über die Streichung der Steuervergünstigung
für gewerbliche Hunde ließe sich natürlich reden).
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Das Tierheim in Ulm arbeitet
seit Jahrzehnten am Rande des Ruins, nicht weil schlecht gewirtschaftet wird,
sondern weil eine einigermaßen anständige Unterbringung der Tiere
seinen Preis hat. In letzter Zeit sind zwar die Zahlungen der Städte
und Landkreise ans Tierheim erhöht worden, sind Sie dennoch für
eine weitere Verbesserung der städtischen Hilfe, beispielsweise durch
Erlassen oder Rückspenden der Müllgebühren oder der Gebühren
für Strom/Wasser?
Wie in Frage 6 ist mir direkte Subventionierung
lieber als indirekte.
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Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm
trägt durch ihre Kastrations- und Sterilisationskampagnen von wilden
Katzen dazu bei, die Zahl der Katzen in Ulm und Neu-Ulm zu verringern und
das Tierheim zu entlasten, ohne einen Pfennig Zuschüsse von kommunaler
Seite zu bekommen. Halten Sie einen solchen präventiven Ansatz für
unterstützungswürdig?
Die Arbeit der Katzenhilfe ist (leider) notwendig.
Von Seiten der Politik braucht sie insbesondere öffentliche
Unterstützung gegen die bekannten Anfeindungen.
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Die derzeitige Führung
der Blau im Stadtbereich birgt für Jung-Enten tödliche Gefahren.
So dürfte dieses Jahr kein einziges Entchen im Fischerviertel überlebt
haben. Würden Sie für ein kleines "Stadtqualitätsprogramm"
für Enten eintreten, d.h. für eine systematische Beseitigung von
Gefahrenstellen und evtl. für die Errichtung von Brutinseln?
Ein kleines Blauprogramm für Enten wäre nicht
schlecht. Zusätzlich braucht es über kurz oder lang auch eine
große Sanierung der Blau insgesamt. Und Sanierung sollte heute
natürlich nicht mehr begradigen, eintrogen und schneller machen
heißen.
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Taubenkot ist
nachgewiesenermaßen kein besonderes hygienisches Problem, aber trotzdem
ein Problem. Viele Städte, darunter auch Ulm, versuchen, es mit einem
Taubenfütterungsverbot zu lösen. Tierschützer treten hingegen
für die flächendeckende(!) Einrichtung von Taubenhäusern (z.B.
in Schulen, Parkhäusern und anderen städtischen Gebäuden)
in denen Geburtenkontrolle dadurch betrieben wird, daß in den Nestern
echte Eier durch Gipseier ausgetauscht werden. Würden Sie im Fall Ihrer
Wahl einen derartigen Vorschlag unterstützen?
Eine auch etwas drastische Methode, die wohl nur Sinn
macht, wenn eindeutige Verantwortliche regelmäßig vor Ort sind.
Also in erster Linie überlegenswert als Schulprojekt.
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