Aktionsgruppe Biber
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Umfrage zur
Ulmer Gemeinderatswahl 1999
zum Tierschutz
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Antworten von Kandidat
Doris Gubler-Rehbock
(Bündnis 90 /Die Grünen, Listenplatz 7)
Sehr geehrter Herr de la Fuente,
haben Sie vielen Dank für Ihr Anschreiben vom 23.08.98. Gerne beantworte
ich ihre Fragen, auch wenn ich nicht sicher bin. ob meine Antworten Sie
veranlassen werden, eine Wahlempfehlung für mich auszusprechen. Dennoch
- ich bin für Ehrlichkeit!
Tierschutz
allgemein:
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Während alle anderen
Bundestagsfraktionen die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz
befürworten, haben Teile der CDU/CSU-Fraktion noch Bedenken dagegen.
Wie ist Ihre Meinung?
Hierzu möchte ich mich nicht äußern,
da ich nicht abschätzen kann, ob dies sinnvoll ist.
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Viele Tierschutz-Vorschriften
der EU sind als Kompromiß zwischen den Interessen mehrerer Länder
aus unserer Sicht viel zu lax, doch ist es stets möglich, national strengere
Vorschriften zu erlassen. Wären Sie dafür, daß Deutschland
beispielsweise bei der Geflügelhaltung oder bei Tiertransporten strengere
Vorschriften erläßt?
Ich hätte überhaupt keine Probleme damit,
wenn Deutschland strengere Vorschriften erläßt; im Gegenteil,
ich bin uneingeschränkt dafür!
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Stellen Sie sich als Wahlplakat
ein Bild von Ihnen vor mit einem Tierschutz-Wahlslogan. Wie würde Ihr
Slogan lauten?
"Ich bremse auch für Frösche!" (habe mich
früher an Froschtransporten über gefährliche Straßen
beteiligt)
Tierschutz kommunal:
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Der Ausbau des derzeitigen Bärenzwingers zu einem
Freigehege, das diesen Namen auch verdient, wird derzeit von 34 der 40
Stadträte unterstützt. Außerdem haben wir über 6000
Unterschriften von Bürgern gesammelt. Der Denkmalschutz ist
grundsätzlich mit unseren Vorschlägen einverstanden. Sind Sie auch
für eine Erweiterung des Zwingers nach hinten hin in den Innenraum des
Fort Friedrichsau?
Nein, ich bin nicht für eine Erweiterung des
Bärenzwingers. Dies hat nichts damit zu tun, daß ich das Fort
Friedrichsau für schützenswert halte, sondern ich glaube, Ulm ist
mit der Bärenhaltung überfordert. Egal wie man es dreht und wendet,
eine artgerechte Haltung ist nicht leistbar, deshalb plädiere ich
dafür, die Bären an einen Zoo zu verkaufen, der ausreichend Erfahrungen
mit artgerechter Haltung von Bären hat (gibt es einen solchen Zoo?)
oder die Bären wieder auszuwildern (geht das noch?).
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Die Stadt Ulm hat Rücklagen
in Höhe von 17 Millionen DM, die sie ursprünglich für die
neue Straßenbahn ausgeben wollte (und die jetzt wohl hauptsächlich
für den anderweitigen Ausbau des Nahverkehrs verwendet werden sollen).
Sind Sie angesichts dieser Tatsache der Meinung, daß sich die Stadt
Ulm den Ausbau des Bärenzwingers nicht leisten kann, der nach uns
vorliegenden Kostenschätzungen größenordnungsmäßig
500 000 DM, also 3% von obiger Summe, kosten dürfte?
siehe oben (ich bin übrigens immer noch
für den Ausbau der Straßenbahn)
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In Heidelberg und Leimen (und
vielleicht auch anderswo) gilt für Hunde aus dem Tierheim eine zeitlich
befristete Hundesteuer-Befreiung. Wären Sie mit einer Hundesteuer-Reform
mit folgenden Eckwerten einverstanden:
- zeitlich befristete Hundesteuer-Befreiung für Tierheim-Hunde, z.B.
für 3 Jahre
- gleicher Steuersatz für Zweit-, Dritt- usw. -Hunde (statt doppeltem
Satz)
- keine Steuervergünstigungen bei gewerblich gehaltenen Hunden einschl.
solchen von Züchtern?
Nein zu den ersten beiden Punkten, ja zum dritten,
ich persönlich bin gegen jegliche Hundehaltung in der Stadt, weil ich
es als Tierquälerei empfinde, wie z.B. große Hunde hier in Ulm
leben müssen (zu wenig Auslauf usw.). Außerdem finde ich es
offengestanden lästig, überall mit Hundekot konfrontiert zu werden
- da kann die Hundesteuer aus meiner Sicht nicht hoch genug sein, um die
Straßenreinigung zu finanzieren. Möchten Sie gerne städtischer
Bediensteter sein und die Grünanlagen pflegen müssen (die als Hundeklos
mißbraucht werden)? Eine Hundesteuerermäßigung für
Tierheimhunde wird nicht nötig sein um wahre Tierfreunde zu veranlassen,
einen Hund aus dem Tierheim zu holen, schon eher wäre dies wohl ein
Anlaß für manch zweifelhafte Gestalten, sich einen 'billigen"
Hund zu besorgen.
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Das Tierheim in Ulm arbeitet
seit Jahrzehnten am Rande des Ruins, nicht weil schlecht gewirtschaftet wird,
sondern weil eine einigermaßen anständige Unterbringung der Tiere
seinen Preis hat. In letzter Zeit sind zwar die Zahlungen der Städte
und Landkreise ans Tierheim erhöht worden, sind Sie dennoch für
eine weitere Verbesserung der städtischen Hilfe, beispielsweise durch
Erlassen oder Rückspenden der Müllgebühren oder der Gebühren
für Strom/Wasser?
Der Erlaß von Müll- und
Stromgebühren u.a. wäre aus meiner Sicht angebracht.
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Die Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm
trägt durch ihre Kastrations- und Sterilisationskampagnen von wilden
Katzen dazu bei, die Zahl der Katzen in Ulm und Neu-Ulm zu verringern und
das Tierheim zu entlasten, ohne einen Pfennig Zuschüsse von kommunaler
Seite zu bekommen. Halten Sie einen solchen präventiven Ansatz für
unterstützungswürdig?
Manche Zeitungsberichte zu den Aktionen der
Katzenhilfe stimmen mich nachdenklich - im Moment bin ich nicht unbedingt
dafür, deren Aktionen zu unterstützen.
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Die derzeitige Führung
der Blau im Stadtbereich birgt für Jung-Enten tödliche Gefahren.
So dürfte dieses Jahr kein einziges Entchen im Fischerviertel überlebt
haben. Würden Sie für ein kleines "Stadtqualitätsprogramm"
für Enten eintreten, d.h. für eine systematische Beseitigung von
Gefahrenstellen und evtl. für die Errichtung von Brutinseln?
Ja, das ist eine gute Idee.
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Taubenkot ist
nachgewiesenermaßen kein besonderes hygienisches Problem, aber trotzdem
ein Problem. Viele Städte, darunter auch Ulm, versuchen, es mit einem
Tauben-fütterungsverbot zu lösen. Tierschützer treten hingegen
für die flächendeckende(!) Einrichtung von Taubenhäusern (z.B.
in Schulen, Parkhäusern und anderen städtischen Gebäuden)
in denen Geburtenkontrolle dadurch betrieben wird, daß in den Nestern
echte Eier durch Gipseier ausgetauscht werden. Würden Sie im Fall Ihrer
Wahl einen derartigen Vorschlag unterstützen?
Taubenkot mag zwar kein hygienisches Problem sein,
aber ein ästhetisches (s. Ehinger Tor). Insofern wäre eine
Geburtenkontrolle ein guter Anfang.
Mit freundlichen Grüßen
(gez. Doris Gubler-Rehbock)
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